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Porträt

30.11.2015

Der neue „Diener“ hat schon Pläne für seine Amtszeit

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Gunter Czisch ist in Dietenheim aufgewachsen und kennt das Ulmer Rathaus seit seiner Zeit als Lehrling

Ulms künftiger Oberbürgermeister kündigte bereits im Wahlkampf an, was er als neues Stadtoberhaupt als Erstes tun will: Unverzüglich will Gunter Czisch durch eine personelle Aufstockung des kommunalen Ordnungsdienstes für mehr Sauberkeit und mehr Kontrollen sorgen. Und innerhalb der ersten hundert Tage plant er, eine Wohnbauoffensive plus Wohnbau-Sofortprogramm zu initiieren. Sogar einen Termin nannte Czisch: Am 23. März soll das Ganze dem Ulmer Gemeinderat vorgelegt werden. Für ihn bekanntes Terrain: Denn wie der Alltag eines Oberbürgermeisters ausschaut, kennt Czisch aus eigenem Anschauungsunterricht. Der 52-Jährige ist seit 15 Jahren als Finanzbürgermeister Ivo Gönners rechte Hand in Geldfragen. Nach seinem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl fing der Diplomverwaltungswirt 2000 in Ulm als Finanzchef an. Seit 15 Jahren schaltet und waltet er so – lange Zeit als Teil des Triumvirats mit Baubürgermeister Alexander Wetzig und Ivo Gönner – an entscheidender Stelle. Die Ulmer Erfolgsgeschichte ist somit auch zu einem guten Teil seine Erfolgsgeschichte. Er ist Geschäftsführer des Donaubüros, der Ratiopharm Arena und der Parkbetriebsgesellschaft. Mitgestaltet hat er beispielsweise den Ausbau der Kinderbetreuung in Ulm, sämtliche Groß-Bauprojekte und das Donaufest. Czisch ist Polit-Profi, wenngleich er mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur auch unbekanntes Terrain betrat. Denn Wahlkampf war Neuland für Czisch, der im Gegensatz zu den Mitbewerbern noch nie um die Stimmen des Wahlvolks buhlen musste. Das Neuland erwies sich als anstrengend, aber auch fruchtbar: Czisch absolvierte seit dem Sommer weit über 300 Wahltermine in Vereinsheimen, Gaststätten und auf der Straße – neben seinen umfangreichen Verpflichtungen als Erster Bürgermeister. Wie die Ulmer Verwaltung tickt, hat der gebürtige Stuttgarter von der Pike auf gelernt: Aufgewachsen ist Ulms künftiges Stadtoberhaupt in Dietenheim, wo seine Eltern eine Autowerkstatt betrieben. Nach dem Besuch der dortigen Grund- und Hauptschule begann er eine Ausbildung zum mittleren Verwaltungsdienst bei der Stadt Ulm und büffelte nebenher an der Fachhochschulreife.

Auch zwei andere Rathäuser lernte Czisch in seinem Berufsleben kennen. Von 1987 bis 1994 arbeitete er bei der Stadt Überlingen im Bereich der Finanzverwaltung. Und zwischen 1994 und 2000 war er als Dezernent des Bodenseekreises tätig. Czisch ist seit 1987 mit Ehefrau Sigrid verheiratet und wohnt in einem Reiheneckhaus auf dem Eselsberg, er hat zwei Söhne (18 und 21 Jahre alt). Czisch fährt nach eigenem Bekunden gerne Ski und mag Leichtathletik. In den 1980er Jahren war er Mitglied der Stadtkapelle Dietenheim und er ist stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. In der Öffentlichkeit zu sehen ist Czisch abseits der Politik in musikalischer Hinsicht: als Schlagzeuger in Jazzbands. Die Musik wird in Zukunft wohl etwas ruhen müssen, doch Czisch freut sich auf die neuen Aufgaben: Ein „Diener“ der Stadt möchte er sein, sagte, er als Ivo Gönner ihn um 18.47 Uhr als seinen Nachfolger vorstellte. (heo)

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