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Roggenburg

30.03.2019

Deutschlands wohl kleinste Klima-Demo beginnt im Klosterhof

Rund 80 Teilnehmer versammelten sich am Freitag zur Demonstration für den Klimaschutz vor dem Kloster in Roggenburg. Patrick Klösel (links um Bild) hatte dazu aufgerufen.
Bild: Andreas Brücken

Für den Klimaschutz gehen in Roggenburg ungefähr 80 Aktivisten auf die Straße. Darunter sind nicht nur junge Leute, sondern auch Kommunalpolitiker.

Während sich in Berlin Tausende Klimaaktivisten unter dem Motto „Fridays for Future“ versammelten, haben sich am Freitagvormittag ungefähr 80 Demonstranten für die gleiche Sache in Roggenburg getroffen. Patrick Klösel, der zur Kundgebung aufgerufen hatte, vermutete, dass diese Versammlung vor der Klosterpforte die wahrscheinlich kleinste Kundgebung Deutschlands sein dürfte. Insgesamt etwa 30 Versammlungen hätten am Freitag in der Bundesrepublik stattgefunden, vermutete Klösel, der Mitglied in der Studienstiftung des deutschen Volkes ist. Dabei sei es besonders wichtig, die Menschen auf dem Land zu mobilisieren, sagte der Organisator: „Auf dem Land sind die Folgen des Klimawandels am deutlichsten zu spüren, wenn das Getreide vertrocknet oder die Artenvielfalt leidet.“ Während die Menschen in unseren Breitengraden die Auswirkungen des Klimawandels weniger spürten, erlebten die Bewohner im Süden die Folgen drastischer durch dramatische Wetterkatastrophen, fügte Klösel hinzu.

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Auf einem Schild steht: "Für die Erde gibt es keine Abwrackprämie"

Der Weißenhorner Jürgen Bischof, Kreisrat der Freien Wähler, machte den jungen Demonstranten Mut, sich noch mehr in die Politik einzumischen: „Geht nicht nur zur Wahl, sondern lasst euch auch zur Wahl aufstellen.“ Die meisten Demonstranten waren Kursteilnehmer aus dem benachbarten Bildungszentrum am Kloster. Auf den Schildern waren Parolen wie „Klimaschutz ist Ehrensache“, „Für die Erde gibt es keine Abwrackprämie“ oder die Forderungen nach plastikfreien Meeren zu lesen.

Die ehemalige ÖDP-Bundes- und amtierende Kreisvorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz ergänzte, dass die Politik über viele Jahre beim Klimaschutz versagt habe. Sie nahm gleichzeitig die gesamte Gesellschaft in die Pflicht: „Jeder muss sich so verhalten, dass er einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.“ Frieden, Freiheit und Offenheit sei die Voraussetzung, gemeinsam den Klimaschutz als internationale Herausforderung anzunehmen, sagte Schimmer-Göresz. „Klimaschutz darf kein Luxus sein.“

Anschließend zogen die Teilnehmer der Kundgebung durch den Ort. Doch dort ließen sich von den lautstarken Parolen der Demonstranten zur Mittagszeit nur zwei Hunde in Vorgärten aufschrecken.

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