Newsticker

Drosten warnt: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Die Bundesfestung mit dem Bus erkunden

23.06.2009

Die Bundesfestung mit dem Bus erkunden

Neu-Ulm/Ulm (grr) - Das Jubiläum der Bundesfestung Ulm/Neu-Ulm bringt beständig neue Blüten hervor. Nun ist sogar eine Festungsrundfahrt auf die Straße gesetzt worden - zwei Stunden lang, vier Ausstiege zu Besichtigungen, die wichtigsten Werke und ein überragend kundiger Reisebegleiter.

Jetzt rollte die erste öffentliche Tour durch beide Städte. "Ich hatte extra den großen Bus mit 55 Plätzen bestellt", meint Thomas Jetter, der die Leitung der Rundfahrt übernommen hatte. "Wie Sie sehen, war es die richtige Entscheidung": Tatsächlich bleiben nur zwei, drei Plätze frei. Das Interesse an der Rundfahrt ist beträchtlich, die Neugier groß. Bald entfährt es denn auch einem der Reisenden in der Gegend der Kienlesbergbastion: "Da lebt man schon so lange hier, und das hat man bisher nie gesehen."

Jetter beginnt seine Runde am Busparkplatz "Eiserne Brücke". Der Fahrer hat den Gang noch nicht eingelegt, da sprudelt es schon aus dem Reiseleiter heraus. Der Redefluss wird sich bis zum Ende der Tour nach gut zwei Stunden nicht verlangsamt haben, geschweige denn versiegt sein. Jetter kennt sich aus im Metier und weiß zu unterhalten.

Erster Stopp am Neu-Ulmer Wasserturm. Im ehemaligen Pulvermagazin, auf dem das Bauwerk seit 1899 steht, hat der Förderkreis Bundesfestung Ulm ein kleines Museum eingerichtet. Jetter legt hier den Grundstein fürs nötige Wissen um Hintergründe und Entwicklung des gewaltigen Festungssystems. Ausführlich und sogar für Kinder begreifbar erklärt er am Modell den Neu-Ulmer Festungsteil, wie er bis zum Beginn der "Entwallung" im frühen 20. Jahrhundert sich zeigte.

Die Bundesfestung mit dem Bus erkunden

Hinüber dann nach Ulm zur westlichen Anschlusslinie unterhalb der Wilhelmsburg. Hier ist in den vergangenen Jahren viel freiwillige Arbeit investiert worden. Der nunmehr freie Blick geht zur Wilhelmsfeste hinauf und aufs Bahngelände hinunter. Mangels Wendeplatz anschließend im Rückwärtsgang die Prittwitzstraße hinauf zum Besuch des Zentralwerks der Bundesfestung. Den 13 000 Quadratmeter großen Innenhof hält momentan das Theater besetzt. Wieder hinunter ins Stadtgebiet und hinauf zum Oberen Kuhberg mit dem Festungsmuseum und der KZ-Gedenkstätte.

Betroffenheit unter den Rundfahrtgästen, wenn Jetter Schicksale in Erinnerung bringt, die in den Festungswerken erlebt wurden - KZ-Häftlinge unterm Nationalsozialismus, Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg, Flüchtlinge nach Kriegsende. Staunen bei vielen über die Größe und Weite der Anlagen, auch über ihre nur wenig bekannte Nutzung heute als Jugendräume, Vereinsheime, für Schulzwecke, Sammlungen, Museen. Fühlte sich die Stadt einst von ihrer Festung eingeschnürt und an wirtschaftlicher Entwicklung gehindert, verbreitet sich heute zunehmend Stolz, ein solches Pfund zu besitzen, mit dem sich trefflich wuchern lässt.

Die Rundfahrt "Bundesfestung Ulm/ Neu-Ulm" wird bis 25. Oktober an jedem Sonntag um 14 Uhr angeboten. Fahrtbeginn ist am Reisebusparkplatz "Eiserne Brücke". Kosten: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familien 20 Euro. Auskunft: Telefon (0731) 1612831.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren