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21.06.2009

Die Chemie muss stimmen

Nersingen Erst seit einem Jahr gibt es den Nersinger Förderverein "Chance auf Bildung". Schon jetzt wurden erfolgreich drei Patenschaften vermittelt. Drei Jungen haben nun einen Menschen an ihrer Seite, der mit ihnen lernt, liest und lacht. Eines ist bei der Vermittlung besonders wichtig: Die Chemie muss stimmen.

"Das ist mehr, als nur Nachhilfe. Es soll sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen", sagt Vorsitzende Claudia Clages. Eine Ehrenamtliche, die zum Schutz des Kindes nicht genannt werden möchte, schwärmt von ihrem 9-jährigen Patenkind: "Wir verstehen uns super." Zusammen lesen und Hausaufgaben machen gehören zu ihren Hauptaufgaben. Die Mutter des Buben ist krank und kann ihm nicht die Unterstützung geben, die er braucht. Dafür steht ihm nun die Patin zur Seite. Jeden Tag kommt der 9-Jährige für zehn Minuten zu ihr. Die Patin gibt ihm viel mehr, als nur hilfreiche Tipps bei Schularbeiten. "Wir spielen auch miteinander", erzählt die Nersingerin.

Doch wer bekommt einen Paten? Und wie läuft die Vermittlung? "Die Eltern müssen auf uns zukommen", erklärt Clages. Meistens sind es die Lehrer, die eine Patenschaft anregen. Sie bemerken, wenn ein Kind Probleme in der Schule hat und Unterstützung benötigt. "Die Eltern sind sehr dankbar", weiß die Vorsitzende des Fördervereins. Viele sind krank oder alleinerziehend. Oder sie sprechen kaum Deutsch. Umso wichtiger sei es, Patenschaften zu vermitteln. Zum Wohl der Kinder. "Der Junge hat mich richtig angestrahlt, als ich ihm vorgestellt wurde", erzählt ein weiterer Pate aus Oberfahlheim.

Doch nicht nur die Patenschaften sind ein wichtiges Standbein des Vereins. Auch an den Grundschulen helfen viele Ehrenamtliche mit. Zum Beispiel in der Mittagsbetreuung. Die Frauen machen mit den Kindern Hausaufgaben oder lesen mit ihnen. Und die Rückmeldung der Kinder gibt Kraft. "Die Kinder freuen sich mittlerweile aufs Lesen", so die Betreuerin der Nersinger Grundschule. "Einige schreien regelrecht nach Aufmerksamkeit", sagt sie. Umso größer sei die Freude, wenn sich endlich jemand Zeit für sie nehme. Diese Freude der Kinder, ihre strahlenden Augen, das gebe allen Ehrenamtlichen Kraft. Kraft, die die Helfer gut brauchen können. "Der Bürokratieaufwand ist enorm hoch", sagt Nicole Cerne, die zweite Vorsitzende des Fördervereins. Versicherung, Haftpflicht, 400-Euro-Jobs - dass so viel Büroarbeit auf die Helfer zukommt, haben die Vorsitzenden nicht geahnt. Doch sie sind sich sicher: "Wenn wir nur ein Kind an einen Paten vermitteln, das sich dann sozial weiterentwickelt, dann haben wir einer ganzen Klasse geholfen."

www.nersingen-chancefuerkinder.de

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