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Weißenhorn

21.06.2017

Die Hasenwiese bleibt vorerst unangetastet

Die geplanten Supermärkte würden etwa die Hälfte der Hasenwiese einnehmen. Für die Nutzung des restlichen Grundstücks gibt es einige Ideen.
Bild: Angela Häusler

Ein neues Wohngebiet oder ein öffentliches Freizeitareal? Beide Vorschläge für den östlichen Teil des Geländes haben ihre Anhänger. Warum die Stadt noch zögert.

„Beide Anträge haben etwas für sich.“ So hat Bürgermeister Wolfgang Fendt in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zwei Anregungen zur Zukunft des östlichen Teils der Hasenwiese kommentiert. Geht es nach ÖDP und Grünen, soll dort ein Generationenpark als öffentliches Freizeitareal entstehen, während SPD-Stadtrat Thomas Schulz ein Baugebiet vorschwebt, möglicherweise mit Vorbildcharakter für bezahlbaren Wohnraum. Noch aber ist nichts entschieden. Die Stadträte wollen beide Anträge erneut beraten, wenn das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz Isek, vorliegt.

Wie bereits berichtet, hat der Architekt Schulz die Notwendigkeit von mehr Wohnungsbau in Weißenhorn mit der Bevölkerungsentwicklung begründet und Zahlen des Landkreises mit denen der Kommune verglichen. Fazit: Die Bevölkerung Weißenhorns wächst weniger stark als die im gesamten Landkreis. Die Hasenwiese sei nun eine große Chance für nachhaltigen Wohnungsbau, etwa in Form einer Gartenstadt mit integrierten Grünzügen, sagte Schulz. Über die Notwendigkeit, vor allem junge Einwohner und Familien in die Stadt zu holen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Die Frage ist nur, wo.

Grüne und ÖDP wünschen sich hingegen, die Festwiese künftig als Grünzug und Erholungsort zu erhalten. Das Gelände solle für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen attraktiv gestaltet werden, fordern sie in ihrem Antrag – etwa mit Bäumen, Beerensträuchern, einem öffentlichen Nutzgarten sowie Fitnessgeräten und einem Wasserspielplatz für Groß und Klein.

Die Verwaltung hingegen möchte die Wiese derzeit noch gar nicht verplanen. „Bebaut ist es schnell“, sagte Rathauschef Fendt, „aber erst müssen wir wissen, was wir wollen“. Aus seiner Sicht bieten andere Areale bessere Möglichkeiten für verdichteten Wohnungsbau, etwa das neue Baugebiet „Mittlere Platte“, das geplante Baugebiet „Nord II“ oder neue Vorhaben an Günzburger und Roggenburger Straße. Gleichzeitig hegt die Stadt Zweifel, ob die Reichenbacher Straße noch mehr verdichtete Bebauung verträgt als sowieso schon vorhanden ist. Und ohne die Hasenwiese, so die Befürchtung, stünden dort kaum mehr Möglichkeiten etwa für den Bau von Kindertagesstätten oder Räumlichkeiten zur Jugendbetreuung zur Verfügung. Ebenso lasse sich das Gebiet auch als Grün- und Freizeitareal gestalten oder es könnte ein Familienzentrum beinhalten, sagte Fendt. In jedem Fall sei es ratsam, mit weiteren Überlegungen auf das Stadtentwicklungskonzept zu warten, das derzeit im Auftrag der Kommune erarbeitet wird.

Bei der künftigen Nutzung komme es darauf an, „planerisches Fingerspitzengefühl“ zu beweisen, sagte Herbert Richter (SPD). Doch die Fläche sei zu wertvoll, um reine Grünfläche zu bleiben. Ulrich Hoffmann (ÖDP) sagte, er hege „große Sympathie“ für den Antrag von Schulz, doch „die Hasenwiese kommt da schlecht in Frage.“ Zudem müsse der zu erwartende Verkehrszuwachs mitbedacht werden. „Keine Schnellschüsse machen“ wollte Werner Weiss (WÜW). Schließlich sei die Hasenwiese „ein Sahnegrundstück“. Die Park-Idee gefalle ihm nicht, denkbar seien dort hingegen soziale Einrichtungen.

Einstimmig entschied der Ausschuss schließlich, bis zum Vorliegen des Gesamtkonzepts für die Stadtentwicklung keine weiteren Pläne zu schmieden.

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