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Senden

20.03.2020

Die Kriminalität in Senden steigt

In Senden wurden im Jahr 2019 mehr Fahrräder gestohlen als im Jahr zuvor. Oft waren sie – anders als dieses Modell vor dem Bürgerhaus – nicht abgesperrt.
Bild: Kaya

Die örtliche Polizeistation stellt die Statistik für 2019 vor. Einen großen Teil machen Fahrraddiebstähle oder Körperverletzungen aus. Doch eines bereitet der Polizei die meisten Sorgen.

Die Kriminalität in Senden hat im vergangenen Jahr zugenommen. Das zeigt die aktuelle Statistik der örtlichen Polizei. Während die Zahl der Fälle im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, wie berichtet, sank, musste Senden einen Anstieg um 13,9 Prozent hinnehmen. Insgesamt registrierte die Polizeistation 1141 Straftaten. Die Mehrzahl der Täter war dabei männlich, über 21 Jahre alt und deutscher Staatsangehörigkeit.

Sendens Polizeichef Markus Zoller freut sich selbstredend nicht über den Anstieg. Doch dass die Zahlen in Senden etwas höher sind als im Durchschnitt des Präsidiumsgebiets, sei nicht ungewöhnlich. „Wir sind einfach eine Stadt, im Bereich des Präsidiums zählen auch kleine Dörfer dazu, in denen kaum etwas passiert.“ Auf dem Land sei die soziale Kontrolle noch gegeben – in Senden gehe es anonymer zu. Dennoch appelliert Zoller an die Bürger, sich bei der Polizei zu melden – auch wenn es nur um Kleinigkeiten gehe oder die Leute unsicher seien: „Rufen Sie bei uns an, lieber einmal zu oft als einmal zu wenig.“

Die Straße in Senden ist oft Tatort

Zahlreiche Fälle hatte die Polizei im Bereich der Straßenkriminalität zu bearbeiten. Dazu zählen beispielsweise Körperverletzungen auf Straßen oder Beschädigungen an Straßen. Hier zeigt jedoch ein genauer Blick in die Statistik: Die Hälfte aller Körperverletzungen passierte zwischen Gruppen, die sich kannten und auf der Straße stritten. Und von 94 Sachbeschädigungen an Straßen konnte die Polizei alleine 40 einer Serie zuschreiben. Zwei zwölfjährige Mädchen hatten eine Zeit lang ihr Unwesen in Senden getrieben und Gebäude und Wege mit Graffiti besprüht. „Diese Beispiele relativieren die hohen Zahlen ein wenig“, sagt Zoller. Hoch sind sie auch im Bereich der Fahrraddiebstähle: 75 Räder wurden 2019 in Senden gestohlen, im Jahr davor waren es noch 26. Viele davon seien jedoch unversperrt gewesen. „Das rechtfertigt keinen Diebstahl, er hätte aber auch verhindert werden können“, so der Polizeichef. Die Aufklärungsquote im Bereich Fahrraddiebstähle ist weniger gut, das Kriminalitätsfeld sei einfach zu anonym. Jeder könnte schließlich jederzeit ein Fahrrad mitgenommen haben. Oft seien diese auch nur Transportmittel und werden danach wieder irgendwo abgestellt.

Die Kriminalität in Senden steigt

Doch nicht nur Fahrzeuge selbst wurden gestohlen, sondern auch Hab und Gut aus dem Auto. Neben dem Beuteschaden haben die Besitzer danach das oft viel größere Problem: den Sachschaden am Auto. Zoller erinnert nochmals daran, nichts Wertvolles im Wagen liegen zu lassen. Zurück ging in Senden die Zahl der Ladendiebstähle. Und die Betrugsmasche mit falschen Polizisten, dem Enkeltrick oder falschen Gewinnversprechen führten der Statistik der Polizei zufolge ebenso kaum mehr zum Erfolg. „Es freut uns, dass unsere Präventionsarbeit in diesem Bereich etwas genützt hat“, sagt der Polizeichef.

Die Polizei in Senden klärt die meisten Fälle auf

Neben all den steigenden Kurven hat Zoller aber auch Positives zu berichten: Knapp 70 Prozent der Straftaten haben die Beamten vor Ort aufgeklärt – eine Quote, die über dem bayerischen Durchschnitt liegt.

Gewaltdelikte wurden in Senden mit 94 Prozent nahezu vollständig aufgeklärt, dazu zählen Mord, Vergewaltigung oder Körperverletzung. Auch hier registrierte die Polizei sechs Fälle mehr. „In diesen schlimmen Fällen setzen wir alles daran, diese aufzuklären“, sagt Zoller. Bei solchen Taten kennen die Beteiligten sich oft, was der Polizei die Arbeit erleichtere.

Ein besonderes Augenmerk möchte der Polizeichef bei dieser Statistik auch auf seine eigenen Leute legen. Der Widerstand gegen Polizeibeamte sei 2019 enorm gestiegen. Statt zwei Fällen musste die Polizei elf beanstanden. „Das ist ein deutlicher Sprung, der mir Sorgen bereitet“, sagt Zoller. Es fehle am Respekt, das sei ein gesellschaftliches Problem, das auch Rettungsdienst und Feuerwehr hätten.

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