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"Ulmer Denkanstöße" im Stadthaus

16.03.2012

Die Kunst des Arbeitens

Festredner Notker Wolf und Renate Breuninger, Leiterin des Humboldt-Studienzentrums der Universität Ulm, gruppierten sich kurz vor der Eröffnung der „Ulmer Denkanstöße“ für unseren Fotografen vor dem Stadthaus.
Bild: Andreas Brücken

Ausgehend vom benediktinischen Leitmotiv „ora et labora“ („bete und arbeite – und lese“), das auch im Kloster Wiblingen gelebt worden war, machte sich der Eröffnungsredner der 5. Ulmer Denkanstöße, Notker Wolf, gestern Abend im Ulmer Stadthaus für eine humane Lebensgestaltung in einer komplexen Welt stark. In seinem vom proppenvollen Stadthaussaal mit Monitoren ins Treppenfoyer übertragenen, anekdotenhaft gewürzten Festvortrag betonte der Bestsellerautor und Abtprimas der Benediktinischen Konföderation Rom, dass es höchste Eisenbahn sei, die eigene Sinnfrage zu stellen.

Von Roland Mayer

Ulm In der Tradition der vergangenen Jahre greifen die „5. Ulmer Denkanstöße“ aktuelle gesellschaftliche Themen auf und bieten die Möglichkeit, Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren und zu reflektieren. Veranstalter sind das Humboldt-Studienzentrum der Uni Ulm und die Hauptabteilung Kultur der Stadt Ulm, unterstützt durch die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank. Die Vorträge können kostenlos besucht werden. Der Eintritt fürs Musikkabarett (am heutigen Freitag, 20 Uhr, Stadthaus) beträgt zwölf Euro.  Die Einnahmen kommen der Sozialeinrichtung des  „Grünen Zweigs“ zugute.

"Wer bin ich, was will ich“: Damit hielt der 71-jährige AC/DC - und Deep Purple-Fan Notker Wolf dafür, sich in einer zusehens von Stress und Mobbing gepeinigten Gesellschaft nicht von Hierarchien treiben zu lassen, sondern – wenn nötig mit Beratung – nach einem sinnerfüllten Leben in Freiheit zu trachten. Ziel in einer Kommunikationsgesellschaft müsse es sein: „Mensch bleiben und wieder Mensch werden“, appellierte der in Bad Grönenbach geborene Sohn eines Schneiders an die Werte sozialer Netzwerke und an die Würde des Menschen.

Die Kunst des Arbeitens

Für Professor Renate Breuninger, Geschäftsführerin des ausrichtenden Humboldt-Studienzentrums der Uni Ulm, markiert das diesjährige Thema eine Gesellschaft im Wandel. Arbeit sei nicht nur Broterwerb, sondern auch Sinnstiftung. Nach Breuningers Auswahl erfassen die Vorträge und Impulsreferate dieser „5. Ulmer Denkanstöße“ die Spanne von Identität, Burn-out bis hin zur Arbeitslosigkeit. Es sei eine Fehlentwicklung der deutschen Gesellschaft, Anerkennung ausschließlich im Beruf finden zu wollen. „Nehmen Sie die Anregungen auf“, ermunterte Ulms Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle das Publikum zur weiteren Teilnahme.

Dem Ulmer Universitätspräsidenten Karl-Joachim Ebeling zufolge gibt es aufgrund der Schuldenbremse derzeit wenig Aussicht auf eine geisteswissenschaftliche Entwicklung auf dem Oberen Eselsberg. Demgegenüber seien die „Ulmer Denkanstöße“ inzwischen zum Erfolgsmodell geworden. Ebeling verlieh ihrem Mitinitiator, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank Baden-Württemberg, Thomas Renner, für „modernes Mäzenatentum“ die Medaille der Universität nebst Urkunde.

Impulsreferate im Symposium der „Denkanstöße“ vertiefen ab dem heutigen Freitag Geschichte und Wandel des Arbeitsbegriffes: Der Darmstädter Philosoph Christoph Huib will heute (14.30 Uhr) den Begriff Arbeit mit der Entwicklung zu neuer Individualität verknüpfen; die Ludwigshafener Professorin Jutta Rump denkt Perspektiven einer zukunftsfähigen Personalarbeit vor. Der Kölner Wirtschaftsethiker Dominik Enste wirft vor 16.30 Uhr Blicke auf Arbeitsmodelle der Zukunft. Bestsellerautor Ulrich Schnabel will um 17 Uhr mit seinem Plädoyer für ausgefüllte und erfüllte Musestunden einen Kontrapunkt setzen. Und am Samstag um 17 Uhr berichtet Zukunftsforscher Matthias Horx über neue Trends.

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