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Ulm

20.10.2020

Die Mohrenapotheke am Münsterplatz Ulm ist in Ketten gelegt

Ein Schriftzug in Ketten. Das Werk Unbekannter am Münsterplatz in Ulm.
Bild: Oliver Helmstädter

Plus Eine Überraschung erlebte die Besitzerin der Apotheke am Ulmer Münsterplatz. Ketten um das M von Mohrenapotheke. Sie verteidigt den Namen von Ulms ältester Apotheke, die seit 1568 unter diesem Namen fungiert.

Jetzt ist auch Ulms älteste Apotheke Teil der Rassismusdiskussion. Unbekannte haben das M des Schriftzugs in Ketten gelegt – wohl als Protest gegen den Namen. Barbara Itschert-Warth, die Chefin von Ulms ältester Apotheke, die 1568 gegründet wurde, findet den Namen der Traditions-Apotheke altertümlich aber nicht rassistisch. Das sind ihre Gründe.

Im Mittelalter erhielten Apotheken den Namen als Zeichen der Wertschätzung gegenüber fremdländischen Arzneimitteln. Vor ein paar Tagen habe sie die Ketten entdeckt, die um den Leuchtbuchstaben gelegt und mit einem Vorhängeschloss gesichert wurden. Weil die Unbekannten nichts beschädigt haben, werde sie auch keine Anzeige erstatten. Immer wieder müsse sich Itschert-Warth, mit dem Thema befassen: sei es, weil ein Mosaik im Inneren der Apotheke thematisiert werde oder weil aus Schriftzüge der Mohrenapotheke die Möhrenapotheke gemacht werde. Ketten allerdings seien neu im Programm.

Streit um Mohrengasse und Mohr in der Königs-Krippe

Diese Diskussion ist in Ulm an vielen Stellen entbrannt: Sie ist wohl nach einer früheren Gaststätte oder nach dem aus Nordafrika stammenden Heiligen Mauritius benannt. Und die Mohrengasse in Ulm soll ihren Namen behalten. Diese Empfehlung hat die Arbeitsgemeinschaft (AG) Straßenbenennung am Dienstag ausgesprochen. Allerdings soll nicht einfach alles beim Alten bleiben: Zusätzlich zum Straßenschild soll eine Hinweistafel aufgestellt werden, die sich mit dem Namen auseinandersetzt. Und auch um die Krippen-Könige im Ulmer Münster wurde heftig gestritten.

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