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Senden

14.07.2020

Die Müllcontainer in Senden kommen weg

Lange haben sich die Stadt Senden und der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises über sie geärgert, jetzt ist es amtlich: Die Container auf dem Volksfestplatz werden abgebaut.
Bild: Angela Häusler

Plus Von ausrangierten Möbeln bis zu gestapeltem Altpapier: Auf dem Festplatz in Senden laden viele Leute alles ab, was sie nicht mehr wollen. Nun baut die Stadt die Container ab.

Ausrangierte Möbel, Müllsäcke und stapelweise Kartonagen türmen sich regelmäßig an Sendener Wertstoffcontainern. Vor allem der Festplatz lädt Umweltsünder offenbar zum wilden Abladen ein. Die dortigen Container sollen nun abgebaut werden, das beschloss der städtische Werkausschuss. Begründung der mehrheitlich getroffenen Entscheidung: Die Container würden meist von Auswärtigen genutzt und seien für die Sendener Bevölkerung kaum notwendig, machten gleichzeitig aber übermäßig Mühe. Die laut Verwaltung ebenfalls sehr problematischen Container-Standorte an der Erich-Rittinghaus-Straße sowie an der Richard-Wagner-Straße sollen bleiben, eventuell aber videoüberwacht werden.

Sogar die Entsorgungsfirma weigert sich bei dem Zustand, den Müll wegzubringen

Bisherige Maßnahmen der Stadt bezüglich der Müllsünder haben wenig Erfolg gezeigt, so Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf ( CSU). Es brauche eine langfristige Lösung. Die Stadt hatte etwa mit Anwohnergesprächen und Grünrückschnitt versucht, der Lage Herr zu werden.

Nach wie vor, so Kämmerer Manuel Haas, sei das Problem massiv, einzig in der Bahnhofstraße habe man durch andere Platzierung der Container eine Verbesserung erreicht. Doch wegen fehlender sozialer Kontrolle ergebe sich vor allem am Festplatz ein „verheerendes Bild“. Bei solchen Zuständen weigerten sich irgendwann auch die entsorgenden Firmen, tätig zu werden. Zuletzt hatte der zuständige Abfallwirtschaftsbetrieb Weißenhorn Alarm geschlagen: So gehe es nicht weiter.

Die Müllcontainer in Senden kommen weg

Wären Überwachungskameras zu abschreckend?

Alle drei Standplätze seien „massive Problemstandorte“, berichtete Thomas Moritz, Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. Er schlug vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen, die Lage noch drei bis vier Monate zu beobachten und dann über eine Schließung von Standorten zu entscheiden. In jetziger Form jedenfalls lasse sich die Sache nicht fortsetzen. Für die meisten Ausschussmitglieder war klar: Wiederholtes Wegräumen des Mülls macht die Sache nur schlimmer. „Damit legalisieren wir das“, sagte Edwin Petruch (CFW/FWG). Er beantragte, den Containerstandort am Festplatz ganz aufzulösen, denn es sei kein Wohnquartier in der Nähe, „wir brauchen den nicht“. Die anderen zwei Standorte sollten videoüberwacht werden. Die Überwachungsidee gefiel auch Rainer Strobl (CSU). Er regte an, zusätzlich noch einen Zaun sowie Schilder aufzustellen, die eine Belohnung für Hinweise auf Müllsünder versprechen, „ich bin sicher, dass das gut funktioniert“. Eine Überwachung wirke sicherlich abschreckend, meinte auch Stefan Lehmann (GfS).

Er könne Petruchs Vorschlag nachvollziehen, sagte Georg Schneider ( SPD). Der Standort am Festplatz sei für die Sendener nicht relevant. Das Problem bestehe innerhalb von Wohngebieten kaum, weil dort mehr beobachtet werde, sagte Josef Ölberger (CSU). Die Container am Festplatz sollten weg, „ich sehe nicht ein, dass die Allgemeinheit für ein paar Saubären zahlt“. Auch ohne die Container würde wahrscheinlich noch Müll auf dem Festplatz abgeladen, befürchtete Maren Bachmann (SPD).

Auch in Pfaffenhofen gibt es Ärger wegen der Müllcontainer

Mit 12:3 Stimmen beschloss der Ausschuss am Ende, dass die Container am Festplatz wegkommen und nach sechs Monaten berichtet wird, wie sich die Lage entwickelt. Bezüglich der gewünschten Videoüberwachung will die Sendener Verwaltung nun die Möglichkeiten prüfen.

Auch in Pfaffenhofen gab es Diskussionen über die Müllcontainer im Ortsteil Erbishofen. Dabei handelt es sich unter anderem um Glascontainer, die laut Marktrat Max Spleiß (FWG) um fünf Uhr morgens geleert werden: „Da stehst im Bett“, sagte Spleiß. Außerdem wüssten viele nicht, dass man ab 19 Uhr nichts mehr in die Container werfen dürfe. Einige stellten ihren „Dreck“ einfach vor den Containern ab, da diese oft überfüllt seien. Bürgermeister Sebastian Sparwasser sei das Problem bekannt, er habe bereits mit Anwohnern gesprochen. Die Verwaltung will das Gespräch mit der Firma suchen. (mit sohu)

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