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Landkreis Neu-Ulm

08.12.2019

Die Müllentsorgung wird teurer

Wenn dem Müll eine ordentliche Abfuhr erteilt wird, um mal den großen Komiker Heinz Erhard zu zitieren, müssen die Menschen im Landkreis Neu-Ulm künftig mehr Geld bezahlen. Der Grund: Die Kosten für die Verbrennung gehen nach oben.

Plus Der Landkreis Neu-Ulm rechnet mit deutlich höheren Kosten für die Verbrennung. Das bereitet aber nicht allen Kommunalpolitikern Kopfzerbrechen.

Bisher profitierten die Menschen im Landkreis Neu-Ulm von vergleichsweise sehr günstigen Müllgebühren. Das wird aber wohl nicht so bleiben. Jetzt hat Thomas Moritz, Leiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) im Umwelt- und Werkausschuss des Landkreises seine neueste Kalkulation vorgelegt. Danach steigen die Preise für die Verbrennung deutlich.

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Derzeit kostet es ziemlich genau 100 Euro, um im Weißenhorner Müllofen eine Tonne Abfall zu verheizen. Für die Jahre 2021 bis 2023 jedoch hat Moritz einen Preis von 161 Euro berechnet. Allerdings ist noch völlig unklar, wie die einzelnen Kommunen diese Kosten auf ihre Bürger umlegen, da verfährt eine jede anders. „Wir haben 17 unterschiedliche Kalkulationen“, sagte der AWB-Chef gegenüber unserer Redaktion. Mit Sicherheit werden die Menschen in einer großen Stadt wie Neu-Ulm günstiger davon kommen, wie die Bewohner von Osterberg oder Kellmünz.

Das Alter der Verbrennungsanlage in Weißenhorn macht sich bemerkbar

Preistreiber sind unter anderem die Erfassung und der Transport der Wertstoffe und Abfälle. Das habe sich in den vergangenen Jahren erheblich verteuert. Hinzu kommen auch die Personalkosten und das Alter der Verbrennungsanlage. Die ging 1991 in Betrieb und die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, weshalb die Revisions- und Reparaturkosten stetig in die Höhe gehen. Das wiederum wirkt sich auf die Verbrennungskosten aus.

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Zurückgehen dürften nach Einschätzung von Moritz die Müllmengen, obwohl die Bevölkerung im Landkreis weiter zunimmt. Er schätzt, dass künftig weniger Leichtverpackungen anfallen und einige Kommunen die Biotonne einführen, was unter dem Strich zu einer Reduzierung des Abfallaufkommens trotz wachsender Bevölkerung führe. Auch wenn manches teurer wird, so gibt es doch in einem Punkt etwas Positives zu vermelden: Die Erlöse aus dem Verkauf der Energie, die von der Anlage produziert wird – Strom und Fernwärme – steigen auf rund das Doppelte an.

Was bisher zu den günstigen Verbrennungspreisen beigetragen hat, war die sogenannte Überdeckung: Der AWB hatte deutlich mehr eingenommen als ausgegeben. Doch da er keinen Gewinn machen darf, muss er diese Mehreinnahmen an die Gebührenzahler wieder zurückgeben – in Form günstigerer Preise. Doch mittlerweile ist dieses Polster zu einem guten Teil wieder abgebaut, dennoch enthält auch die neue Kalkulation noch Gelder aus dem Überschusstopf, was den Preisanstieg dämpft.

Noch ist unklar, wie stark der Gebührenanstieg ausfällt

Moritz räumt ein, seine Kalkulation sei sehr konservativ und vorsichtig, sie könne also deutlich günstiger ausfallen. Im Frühjahr will er konkretere Zahlen vorlegen.

Landrat Thorsten Freudenberger versicherte, der Gebührenanstieg werde kommen, doch es lasse sich noch nicht absehen, wie stark er ausfalle: „Das muss man sehen.“ Er hoffe auf eine eher moderate Teuerung. Moritz erklärte den Mitgliedern des Ausschusses, ihm gehe es darum aufzuzeigen, in welche Richtung es mit den Gebühren gehen dürfte. Vor einen Anstieg ist dem Freien Wähler Jürgen Bischof nicht bange, er glaubt ohnehin, dass es so kommen wird wie in den vergangenen Jahren, als die Ergebnisse unter dem Strich stets besser gewesen seien als die Schätzung. Auch die jetzt vorgelegte Kalkulation sei vorsichtig. Seiner Rechnung nach könnten die Gebühren in Weißenhorn lediglich um einen Euro pro Monat steigen: „Die Zahlen machen mir keine Angst“, sagte er. Richard Ambs (CSU) glaubt, „dass wir mit nicht unerheblichen Gebühren rechnen müssen“. Was ein mögliches Plus in der Kasse betrifft, so hält er das für durchaus gerechtfertigt, denn der Landkreis habe ja erhebliche Investitionen zu leisten, weil die Anlage in die Jahre gekommen ist.

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