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Holzheim

10.10.2019

Die Pfarrei St. Peter und Paul kann doppelt feiern

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3 Bilder
Mit frisch gestrichenen Außenfassaden und einem komplett neu eingedeckten Dach präsentiert sich die Holzheimer Pfarrkirche 500 Jahre nach ihrem Bau.
Bild: Willi Baur

Die Sanierung der 500 Jahre alten Dorfkirche ist abgeschlossen. Auch im Innern hat sich einiges getan. Zum Jubiläum gibt es ein vielfältiges Programm.

Mit einem vielseitigen und fast ganztägigen Programm kann die katholische Pfarrei St. Peter und Paul am Sonntag gleich zwei Anlässe feiern: den Bau der Pfarrkirche vor 500 Jahren und ihre gelungene Renovierung respektive Umgestaltung in den zurückliegenden Monaten. „Die Kirche hat einen Riesensprung gemacht“, sagt Pfarrer Reinfried Rimmel erfreut, „ich hoffe, dass sie uns in dieser Form noch für lange Zeit erhalten bleibt“.

Innen wie außen präsentiert sich das Gotteshaus im Ortskern nun in neuem Glanz: Die Fassade ist frisch gestrichen, das Dach neu gedeckt, sogar die beiden Turmkugeln samt Wetterfahnen wurden neu vergoldet. Noch mehr getan hat sich im Innenraum, einiges davon ist allerdings nur für Fachleute erkennbar.

So sind schadhafte Teile des historischen Dachstuhls denkmalgerecht erneuert, die Statik des Turmmauerwerks ist durch Verankerungen gesichert worden. Vorausgegangen war bekanntlich eine umfangreiche Standsicherheitsprüfung, die nicht nur zu einer längeren Mängelliste geführt hatte. Letztere bewog dem Vernehmen nach auch die Diözese, ein schlüssiges Gesamtpaket mit verschiedenen Maßnahmen im Inneren der Kirche abzusegnen.

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Gläubige wünschten eine Rückkehr zum Mittelgang

Dazu zählte etwa die von vielen Gläubigen gewünschte Rückkehr zu einem Mittelgang. Der war beim letzten großen Umbau in den frühen 1980er-Jahren zugunsten ungeteilter Gestühlreihen aufgelöst worden. Dass der Gang die Holzbänke jetzt nicht mehr wie früher mittig, sondern im goldenen Schnitt trennt, ist dem seinerzeit noch nicht vorhandenen Seitenschiff geschuldet. „Insofern liegt der Mittelgang wieder in der Sichtachse vom Hoch- über den Volksaltar zum Chorbogen“, erklärt Hans Riggenmann, Kirchenmaler, Restaurator und Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Zudem wird der bislang durchgehende Bankblock wieder durch einen Quergang gegliedert und am Kreuzungspunkt beider Innenwege findet sich nun das zuvor im Seitenschiff platzierte gotische Taufbecken.

Bei einem Blick nach oben erschließen sich weitere Neuerungen: Zum einen neue dimmbare Leuchten, die bei den vermehrt angebotenen Abendgottesdiensten eine stimmige Atmosphäre ermöglichen sollen. Zum anderen die freigelegten und von Riggenmann in mehrwöchiger Arbeit restaurierten Deckenmalereien aus dem 19. Jahrhundert, die seit 1939 unter einer schlichten Holzbalkendecke verschwunden waren. „Alles fügt sich jetzt wieder besser zusammen, obwohl es Elemente aus vielen Jahrhunderten gibt“, stellt der maßgeblich am gesamten Konzept beteiligte Künstler fest. Seine Präsenz vor Ort sei „ein Geschenk“, lobt Pfarrer Rimmel.

1,3 Millionen Euro hat der Umbau der Holzheimer Kirche gekostet

Kirchenpfleger Rudi Veitz sagt: „Im Schiff herrscht wieder eine Harmonie, wie sie vorher nicht da war.“ Der Zeitplan sei perfekt eingehalten worden, der Kostenrahmen von rund 1,3 Millionen Euro ebenfalls, „obwohl wir einige Dinge mehr gemacht haben als ursprünglich geplant“, ergänzt Veitz.

Rimmel freut sich sehr auf die Rückkehr in die Kirche. „Es war ja ein langer Weg von den ersten Vorgesprächen bis zur Fertigstellung.“ Dabei sei die professionelle Unterstützung durch die Diözese, das Pfaffenhofer Architekturbüro Spiegler und die beteiligten Firmen ebenso wertvoll gewesen wie die großen Leistungen ehrenamtlich tätiger Menschen vor Ort. Vor allem aber: „Ich bin dankbar für den unfallfreien Ablauf, bei Arbeiten dieser Art keine Selbstverständlichkeit.“

Auch das soll am Sonntag, 13. Oktober, angemessen gefeiert werden. Wobei die bewegte Geschichte der Kirche nicht zu kurz kommen dürfte. Sie ist in ihrer heutigen Grundform zwar vor 500 Jahren fertig geworden, beinhaltet aber jüngeren Erkenntnissen verschiedener Archäologen und Historiker zufolge wesentliche Elemente eines Vorgängerbaus wohl aus dem 12. Jahrhundert. Im Mittelalter diente sie über viele Jahre hinweg beiden christlichen Konfessionen als Gotteshaus.

Das Programm für Sonntag im Überblick

  • 9.30 Uhr Begrüßung und Segensfeier in Andelfingers Hof, Bauerngasse, anschließend feierliche Prozession zur Kirche
  • 10 Uhr Festgottesdienst mit Weihbischof Florian Wörner, anschließend Grußworte
  • 12 Uhr Mittagessen im historischen Stadel von Andelfingers Hof. Nachmittags Kaffee und Kuchen, buntes Rahmenprogramm mit einer Ausstellung im Pfarrheim (Bilder und Objekte zur Geschichte von St. Peter und Paul)
  • 13.30 Uhr kleines Konzert mit dem Männergesangverein
  • 14.15 Uhr Kirchenführung
  • 15 Uhr Musik aus dem 16. Jahrhundert (Älternband, Dreigesang, Wolfgang Kling an der Orgel), dazu ein „Interview“ mit Hans Hägeli, dem Baumeister der Kirche
  • 16.15 Uhr Kirchenführung
  • 17 Uhr Vesperandacht.
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