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Landkreis Neu-Ulm

28.03.2019

Die Polizei hat in Senden und im Raum Weißenhorn immer mehr Arbeit

Die Weißenhorner Polizei würde gerne noch mehr Präsenz in den Straßen zeigen. Doch dafür sei auch mehr Personal notwendig, sagt der Polizeichef Gerhard Klingler.
Bild: Alexander Kaya

Die Zahl der Einsätze hat in zwei Jahren um 14 Prozent zugenommen. Allein durch wachsende Einwohnerzahlen ist das nicht zu erklären.

Im Durchschnitt 15-mal am Tag rückten Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Weißenhorn und der Polizeistation Senden im Jahr 2018 aus. Manchen Bürgern mag das viel vorkommen für ein Gebiet, in dem insgesamt knapp 50.000 Menschen leben – Tendenz steigend. Andere halten den Wert womöglich für niedrig. Fakt ist: Die Zahl der Polizeieinsätze in Senden, Weißenhorn, Holzheim, Pfaffenhofen und Roggenburg hat in den vergangenen zwei Jahren laut Statistik um 14 Prozent zugenommen auf 5326. Dennoch betonen Beamte in beiden Dienststellen: In ihrem Bereich sei die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, noch geringer als im bayerischen Durchschnitt. Und Bayern gilt ja gemeinhin schon als sehr sicheres Bundesland.

Der Jahresstatistik 2018 zufolge ist die absolute Zahl der Straftaten (768) im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Weißenhorn quasi unverändert geblieben. Von einem deutlichen Rückgang bei der Gewaltkriminalität berichtet Inspektionsleiter Gerhard Klingler, andererseits aber auch von deutlich mehr Diebstählen: 214, in Summe 38 mehr als 2017. Eine krasse Zunahme auf 108 Fälle (+60) gab es bei schweren Diebstählen. Allein 30 Fälle gingen laut Klingler auf das Konto einer Putzfrau, die in einer Schule immer wieder Geld von Schülern gestohlen hatte. Unter diesen Punkt der Statistik fallen allerdings auch viele versuchte Einbrüche. Die Bürger seien in dem Bereich allerdings auch sensibler geworden, sagt Klingler, und erstatteten mehr Anzeigen. Im Bereich Wohnungseinbruch-Diebstahl zählte die PI 14 abgeschlossene Fälle, drei weniger als im Vorjahr.

Es passierten mehr Verkehrsunfälle, dabei wurden mehr Menschen verletzt

Nicht eingerechnet in die aktuelle Statistik sind die 91 Betrugsfälle, bei denen falsche Polizeibeamte vor allem Senioren um ihr Erspartes bringen oder an Wertsachen kommen wollen – ein Bereich, bei dem es für die echte Polizei auch schwer ist, an die Täter zu kommen, weil sie meist vom Ausland aus agieren. Doch weil viele Bürger inzwischen sensibilisiert seien, liefen diese Betrugsversuche meist ins Leere, sagt Klingler.

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7,6 Prozent mehr Verkehrsunfälle als 2017 hat die PI Weißenhorn 2018 bearbeitet, nämlich 1222. Darunter fallen auch einige Unfälle, die in Senden passiert sind. 396 Menschen wurden dabei verletzt, ebenfalls deutlich mehr als im Vorjahr. „Ich kann mir das nur durch mehr Verkehr erklären“, sagt Klingler. Getötet wurde glücklicherweise niemand. Das Thema Ablenkung im Straßenverkehr, zum Beispiel durch Handys, ist einer der Schwerpunkte der PI in diesem Jahr. Der Polizeichef mutmaßt, dass ein Gutteil der Unfälle durch Ablenkung passiert ist. Generell wolle die Polizei mehr unterwegs sein und mehr Präsenz zeigen, sagt Klingler. Doch dafür bräuchte es mehr Personal.

Bei einer Verkehrskontrolle in Senden wurden mehrere Waffen entdeckt

Trotz einer deutlichen Zunahme bei den Gewaltdelikten (+21 Prozent) in Senden sagt der kommissarische Leiter der örtlichen Polizeistation Alwin Endler: „Bürger können sich sicher fühlen bei uns.“ Viele der 46 registrierten Fälle seien Fälle von häuslicher Gewalt, die die Polizei häufig nicht verhindern könne. Den Rückgang bei der Straßenkriminalität von 140 auf 123 Fälle wertet er als großen Erfolg. Die Zahl der Betäubungsmittel-Delikte ist laut Statistik von 76 auf 91 gestiegen, was Endler auf die vielen Kontrollen zurückführt. Von neun auf acht sank die Zahl der abgeschlossenen Fälle von Wohnungseinbruch-Diebstahl. Die Gründung einer Sonderkommission durch das Präsidium in Kempten habe sich ausgezahlt, sagt Endler, ebenso die intensivere Zusammenarbeit von bayerischen und württembergischen Polizisten.

Zu den herausragenden Fällen von 2018 zählt der kommissarische Leiter der Polizeistation die Tat eines Deutsch-Amerikaners, der bereits eine Haftstrafe verbüßt hatte, weil er mehrmals in ein Firmengebäude eingebrochen war. Am 23. Dezember habe er das wieder getan, anhand der Spurensicherung sei er als Täter überführt worden. Derzeit hält sich der Mann wohl im Ausland auf, er ist zur Fahndung ausgeschrieben. Auch einen Vandalen hat die Sendener Polizei im vergangenen Jahr geschnappt. Er hatte sechs Autos mit einem Schlüssel zerkratzt. Schaden: 10.000 bis 15.000 Euro.

Der Weißenhorner Polizeichef hebt eine Fahrzeugkontrolle von Ende Oktober in Senden positiv hervor, die glücklicherweise nicht eskalierte. In dem Auto lagen eine Kalaschnikow, zwei Revolver und ein Messer. Einer der Männer sei in Haft, sagt Klingler, der andere inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Einige Zahlen aus der Polizeistatistik 2018

In Weißenhorn und Senden hat die Polizei im Jahr 2018 insgesamt 5326 Einsätze bewältigt, 2017 waren es 5017. Das entspricht einer Zunahme von 6,2 Prozent. Seit 2016 hat die Zahl nach Angaben von Gerhard Klingler, Leiter der Polizeiinspektion Weißenhorn, sogar um 14 Prozent zugenommen.

Nahezu unverändert war 2018 die Zahl der Straftaten im Dienstbereich der Polizeiinspektion (PI) Weißenhorn, zu dem neben der Fuggerstadt auch Pfaffenhofen, Holzheim und Roggenburg gehören: 768 (Vorjahr: 767). Im Dienstbereich der Polizeistation Senden gab es einen leichten Anstieg (0,5 Prozent) von 997 im Jahr 2017 auf 1002 Straftaten.

Als Vergleichsgröße gibt die Polizeistatistik die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl an. Das ist die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle, umgerechnet auf 100 000 Einwohner. Bayernweit lag diese Zahl 2018 bei 4889, im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West bei 4357. Der Wert für die PI Weißenhorn ist 3033, der für Senden 4527.

Im Bereich der PI Weißenhorn betrug die Aufklärungsquote 68,9 Prozent (-4,1 im Vergleich zum Vorjahr), in Senden 73,7 Prozent (-0,1). Der Vergleichswert für ganz Bayern: 66,7 Prozent.

Die Statistik der PI Weißenhorn zählte 21 Gewaltdelikte, 14 weniger als 2017. In Senden waren es 46, acht mehr als 2017. Im Bereich Straßenkriminalität verzeichnete die Sendener Polizei einen Rückgang von 140 auf 123 Fälle , die PI Weißenhorn zählte 87 Fälle, einen weniger als im Vorjahr.

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