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Landkreis

22.03.2017

Die Pollen fliegen wieder: So wappnen Sie sich

Die Heuschnupfensaison ist eröffnet. Allergiker können den Frühling oft nicht draußen genießen.
Bild: Bodo Marks, dpa (Symbolbild)

Die Heuschnupfensaison hat begonnen und damit für unzählige Menschen in der Region eine Leidenszeit. Wie sich die Symptome behandeln lassen.

Die Nase ist verstopft und juckt. Die Lider sind so geschwollen, dass es nicht mehr in Frage kommt, das Haus ohne Sonnenbrille zu verlassen. Während die einen den Frühling mit Eis essen und langen Spaziergängen begrüßen, wünschen sich manche Allergiker den Winter sehnlichst zurück. Denn mit dem Frühling kommen auch die ersten Pollen und eröffnen die Heuschnupfensaison.

Welche Pflanzen gerade blühen, können Allergiker im Internet nachschauen. Dr. Martin Küfer, Leiter des Gesundheitsamtes Neu-Ulm, weist in diesem Zusammenhang auf die Website des Deutschen Wetterdienstes hin. Betroffene finden dort die Pollenbelastung durch bestimmte Pflanzen für den aktuellen und die beiden kommenden Tage. Der Deutsche Wetterdienst stellt die Informationen auch in einer App für das Handy zur Verfügung. Bisher sind es nur die Frühblüher, die den Allergikern zu schaffen machen. Dazu gehören zum Beispiel Haselnuss, Weide und Pappel.

Franziska Utzinger ist die Pressesprecherin des Bayerischen Apothekerverbands in den Landkreisen Neu-Ulm und Unterallgäu. Sie betreibt insgesamt drei Apotheken in Nersingen, Burlafingen und Pfuhl. Dabei hat sie die Erfahrung gemacht, dass es immer mehr Allergiker gibt. Sie sagt, auch bei Erwachsenen könne Heuschnupfen jederzeit auftreten – selbst wenn derjenige zuvor keine Allergien hatte. Manchmal kämen Kunden mit Schnupfen in die Apotheke, in dem Glauben, sie seien erkältet, erzählt Utzinger. „Durch gezieltes Nachfragen findet man dann heraus, dass sie eigentlich unter Heuschnupfen leiden.“ Eine Erkältung, deren einziges Symptom ein Schnupfen ist, gebe es praktisch nicht. Kommen zum Schnupfen tränende Augen oder ein Jucken in der Nase hinzu, könne das gut eine allergische Reaktion sein. Vor allem zur Heuschnupfenzeit sei da auch bei Nicht-Allergikern Vorsicht geboten. Utzinger empfiehlt, im Zweifel einfach beim Apotheker oder dem Hausarzt nachzufragen und die Symptome möglichst genau zu beschreiben. Zu den Möglichkeiten der Behandlung sagt sie: „Die Forschung ist da im Prinzip genauso weit, wie in den vergangenen Jahren.“ Allergiker müssen sich also weiterhin auf die gewohnten Präparate wie Antihistaminika, Augen- oder Nasensprays oder homöopathische Globuli verlassen. Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte generell darauf achten, möglichst wenig mit den Pollen in Kontakt zu kommen. Utzinger empfiehlt, Kleidung, die draußen getragen wurde, gleich zu wechseln oder die Bettwäsche einfach drinnen aufzuhängen. Hochgradige Allergiker könnten über eine Hyposensibilisierung nachdenken. Bei dieser Therapie werden die Patienten mit den entsprechenden Allergenen auf die Heuschnupfensaision vorbereitet, erklärt Utzinger. Neben Allergologen bieten auch einige Hausärzte diese Behandlung sowie die entsprechende Beratung an.

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Auch in der Naturheilkunde gibt es Möglichkeiten, Heuschnupfen zu therapieren. In den vergangenen Jahren habe sich die Eigenblutbehandlung gut bewährt, sagt die Vorsitzende des Heilpraktikerverbands Bayern, Ursula Hilpert-Mühlig. Dabei wird dem Patienten Blut aus der Vene abgenommen und in einen Muskel injiziert. Wie die Hyposensibilisierung wird die Therapie in der allergiearmen beziehungsweise -freien Zeit gemacht.

Die Eigenblutbehandlung sei eine Reiztherapie, erklärt Hilpert-Mühlig. Durch das Blut als Fremdkörper im Muskel würden einerseits die Abwehrkräfte des Körpers angeregt, andererseits seien im Blut selbst schon Stoffe vorhanden, die die Abwehr steigern. Im Verlauf der Behandlung wird die Menge des Bluts schrittweise vergrößert. Dem Blut könnten je nach Symptomen des Patienten noch homöopathische Mittel beigemischt werden, erklärt Hilpert-Mühlig weiter. Nach der Therapie würden die Symptome in der Regel leichter. „Bei leichteren Allergien verschwinden sie manchmal sogar ganz“, sagt Hilpert-Mühlig. Neben der Eigenblutbehandlung gebe es noch die Möglichkeit, die Symptome nur mit homöopathischen Mitteln zu behandeln.

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