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Ulm

07.10.2019

Die Sedelhöfe sind auf der Zielgeraden

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Blick auf den Albert-Einstein-Platz. Das noch niedrige Gebäude in der Bildmitte ist der Bahnhofsplatz sieben. Rechts daneben die Häuser eins und zwei. Ganz links: Die Häuser drei und vier. Die künftigen Höhen: 25 bis 32 Meter.

Plus Das 200-Millionen-Euro Einkaufsquartier hat an einigen Gebäuden schon die endgültige Höhe erreicht. Die Schaufensterfront soll 370 Meter betragen.

Die Lüftungsschächte sind montiert, der Edelstahlrahmen, der einmal die Frontverglasung hält, auch: In der 3300 Quadratmeter-Verkaufsfläche von Edeka braucht es nicht viel Fantasie, um zu erahnen, wo einmal die Wurst- und Käsetheke steht. Schon Ostern kommenden Jahres soll hier an der neuen Unterführung zwischen Hauptbahnhof und den Sedelhöfen der Supermarkt eröffnen. Auch die Flächen für den Drogeriemarkt Dm, eine Apotheke und einen Bäcker sind schon klar zu erkennen. „Wir liegen sehr gut in der Zeit“, sagt Christoph Röthemeyer, der Projektleiter von DC Developments, dem Bauherrn hinter dem 200-Millionen-Euro-Projekt Sedelhöfe.

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So sieht die Sedelhöfe Baustelle aktuell aus
Bild: Alexander Kaya

Zalando zieht gegenüber von Sport-Sohn ein

Was neue Mieter angeht, hält sich DC Developments Geschäftsführer Lothar Schubert zurück. „Wir haben mehr Interessenten als Flächen“, sagt er. Klar ist, dass der Onlinespezialist Zalando in der Sedelhofgasse 17-21 gegenüber der Sport-Sohn-Zulieferung ein zweistöckiges Geschäft eröffnet. Die Vorbereitungen im Rohbau für den Einbau einer Rolltreppe laufen.

Mit 35 Mietflächen auf 18.000 Quadratmetern kalkuliert Schubert derzeit. Die Schaufensterfront werde 370 Meter betragen. Doch möglicherweise werde die zugelassene Verkaufsfläche im ersten Obergeschoss auch zu Gunsten von Büroflächen reduziert. Denn, so Schubert, sei in den vergangenen Jahren die durchschnittliche Verkaufsfläche der stationären Geschäfte deutlich gesunken. Der Grund: Miet- und Raumkosten werden gesenkt, um Ressourcen für eine Integration des Onlinegeschäfts in den stationären Laden zu sparen. Am anderen Ende der Fahnenstange gebe es weiter große „Flagship-Stores“, also Vorzeigeläden, in denen die Ware regelrecht inszeniert wird.

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Primark kommt nicht in die Sedelhöfe

Welche Namen nach Ulm kommen, will Schubert erst Ende des Jahres verraten. „Der Einzelhandel ist verunsichert“, sagt Schubert. Deswegen würden die Planungshorizonte immer kürzer. Ein großer Teil der Marken, mit denen Schubert derzeit verhandle, sei nicht in Ulm vertreten. Zudem führe er Gespräche mit regionalen Händlern, die möglicherweise innerhalb von Ulm umziehen. „Mit Primark haben wir aber nicht gesprochen.“ Damit schließt Schubert den irischen Anbieter von extrem günstiger Kleidung aus. Auch die Gastronomie werde einen erheblichen Teil der Fläche belegen.

In der Passage, also zwischen Hauptbahnhof und Edeka, werden um die fünf Kleinbetriebe entstehen. Fix ist der Burgerbrater Mc Donald’s, der sich – mit dem Hauptbahnhof im Rücken betrachtet – links im Erdgeschoss auf dem Albert-Einstein-Platz ansiedeln wird. Dazu werde sich ein weiterer Gastro-Anbieter gesellen. Dieser wird sich freilich in einem anderen Segment als Hamburger bewegen, einen Namen verrät Schubert jedoch nicht.

Der Baufortschritt der vier Häuser ist unterschiedlich: Haus eins und zwei (jene näher am Hauptbahnhof) haben schon die Endhöhe erreicht, bei Haus drei und vier fehlen noch ganze Stockwerke. Das Gebäude am Bahnhofplatz 7 gehört streng genommen nicht zu den Sedelhöfen: Aber auch dieser 40-Millionen-Euro-Hotelbau wird unter der Leitung von DC Devlopments gebaut.

In den Häusern zwei und drei entstehen 110 Mietwohnungen. DC Developments will mit Vermarktung erst beginnen, wenn die ersten auch besichtigt werden können. Dies dürfte Anfang kommenden Jahres sein, so schätzt der Projektverantwortliche Röthemeyer. Der 43-Jährige rechnet mit einer enormen Nachfrage. Denn durch die Nähe zum Hauptbahnhof seien die Wohnungen auch für Menschen mit Arbeitsplatz in Stuttgart äußerst attraktiv.

Viel internationale Nachfrage nach Büros in den Sedelhöfen

Schubert ist froh, dass bei der Planung des Gebäudes auf Flexibilität geachtet wurde. Dies zeige sich bei der Vermietung an den Einzelhandel genauso wie in Büroflächen. Mit einem Angebot von künftig 8000 Quadratmetern steige DC Developments von null zum größten Anbieter der Stadt auf. Er sei „überrascht“, zu diesem Zeitpunkt schon derart große Flächen vermietet zu haben. Schubert geht davon aus, bis Ende kommenden Jahres sämtliche Flächen völlig unterschiedlicher Größe vermietet zu haben. Der Büroflächenmarkt in Ulm sei bisher „sehr lokal“ gewesen, so Schubert. Nun, durch die Präsenz der Hamburger Firma DC Developments und die gute Erreichbarkeit mit der bald den Start gehenden Neubaustrecke, tauche Ulm plötzlich auf dem Radar von internationalen Unternehmen auf. Schubert: „Das ist ein großes Kompliment für die Stadt.“

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