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Senden

29.08.2019

Die Sorgen und Wünsche der Sendener Landwirte

Landwirte diskutieren auf Einladung des Bayerischen Bauernverbands mit Bürgermeister Raphael Bögge über ihre Wünsche.
Bild: Angela Häusler

Im Gespräch mit dem Bürgermeister aus Senden geht es um Flächen und Produkte.

Landwirtschaft und Politik – wie passt das zusammen? Zu einem Austausch über die Landwirtschaft in Senden hat am Dienstagabend die Günzburger Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands (BBV) gebeten. 17 aktive und ehemalige Landwirte aus der Illerstadt stellten dem Sendener Bürgermeister Raphael Bögge dabei erstmals ihre Fragen. Eines ihrer Hauptanliegen war der Mangel an Flächen in der Stadt. „Was machen wir, wenn es keine weiteren Flächen mehr gibt? Wo soll die Entwicklung enden?“, so formulierte der Kreisobmann des BBV, Andreas Wöhrle, die Sorgen vieler Landwirte in der Region angesichts des Rückgangs landwirtschaftlicher Nutzflächen zugunsten von Gewerbe- und Wohnfläche sowie Verkehrswegen und Gebieten für den Naturschutz.

„Die Landwirtschaft fällt immer hinten runter“, fand ein Bauer aus Hittistetten, „ich fühle mich als Landwirt nicht genug berücksichtigt“. Stattdessen bekämen die Bauern „immer mehr Probleme“. Ein Beispiel seien Wohnbauten, die in seinem Fall die Zufahrt zum Betrieb stark erschweren.

Sendens Flächen sind knapp

Dass Sendens Flächen knapp sind, ist dem Bürgermeister bewusst. „Viel mehr Wohn- und Gewerbeflächen werden wir nicht ausweisen können“, sagte er. Daher müsse es verstärkt darum gehen, bereits bebaute Flächen und brachliegende Areale besser zu nutzen. Die Chance gebe es in Senden beispielsweise auf dem Webereigelände oder dem GPS-Areal. „Wir müssen Senden so entwickeln, dass wir landwirtschaftliche Flächen nicht antasten“, sagte der Rathauschef.

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Die Kommune müsse aber auch die Anliegen von Bauwilligen berücksichtigen. So habe die Stadt derzeit 537 Anfragen von Bauherren vorliegen. Diese könnten sicherlich nicht alle bedient werden. Es sei aber wichtig, wenigstens einem Teil davon die Ansiedlung in Senden zu ermöglichen. Auch die Gewerbegebiete seien sehr begehrt, „wir haben aktuell kein freies Gewerbegrundstück mehr, das wir anbieten können“, so Bögge. Die Stadt habe aber auch die Anliegen landwirtschaftlicher Betriebe im Auge, die Interessen müssten eben immer wieder abgewogen werden.

Osttangente würde zu viel Fläche verbrauchen

Auch Ausgleichsflächen waren Thema. So sprach sich etwa Ortsbäuerin Katja Ölberger, auf deren Hof der Abend stattfand, für eine Beteiligung Sendens und des Landkreises am Ökopunkte-System aus. Dieses vergütet Naturschutzmaßnahmen, etwa das Anlegen einer Blumenwiese auf einem ehemaligen Acker, mit sogenannten Ökopunkten. Auch Landwirte können solche Punkte bei Bedarf an Bauherren verkaufen, die für ihre Bauten Ausgleichsflächen vorweisen müssen. Ein Landwirt aus Aufheim fand, dass eine Osttangente womöglich zu viele Flächen verbrauche. „Das ist unsere Heimat, unsere Flur“, erklärte er, und Grünflächen seien für viele Spaziergänger Erholungsgebiet. Auch hier gelte es, abzuwägen, sagte Bögge dazu – eine Tangente könne die Sendener Straßen entlasten. Doch noch sei nichts beschlossen.

Katja Ölberger wünschte sich mehr Unterstützung für den Handel mit regionalen Produkten, die etwa in Form eines Einkaufsführers im Rahmen der Fair-Trade-Stadt Senden erfolgen könne. Diesbezüglich sei bisher noch zu wenig geschehen. Bögge erklärte seine Unterstützung und äußerte die Idee, beim nächsten Herbstmarkt Stände für Landwirte einzuplanen. Örtliche Bauern dort künftig in Form eines Bauernmarkts mit einzubeziehen, hatte der örtliche Gewerbeverband bereits im vergangenen Jahr erwogen. Bei der Gewerbeschau gab es bereits einen Bauernmarkt. Über die Beteiligung der Landwirte an der zum ersten Mal anberaumten Veranstaltung war die Ortsbäuerin erfreut.

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