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Weißenhorn

27.10.2019

Die Stadt will mehr günstigen Wohnraum anbieten

Im Sternberger Weg in Weißenhorn entstehen Sozial- und Obdachlosenwohnungen.
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Im Sternberger Weg in Weißenhorn entstehen Sozial- und Obdachlosenwohnungen.
Bild: Archivfoto Andreas Brücken

Der Stadtrat spricht sich dafür aus, ein Doppelhaus in Bubenhausen zu sanieren. Beim Neubau im Sternberger Weg soll flexibel gehandelt werden können.

In der angespannten Lage suchen zahlreiche Menschen Rat im Rathaus. „Permanent habe ich Leute in meinem Büro, die sagen: Gebt mir eine Wohnung, ich kriege nichts mehr“, berichtet Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt. Günstiger Wohnraum ist auch in der Fuggerstadt kaum mehr zu haben, weshalb die Stadt nun selbst den Menschen etwas anbieten will. Mit einem konkreten Projekt hat sich jüngst der Bauausschuss befasst. Noch ist allerdings unklar, wann dieses umgesetzt wird.

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So hat sich die Stadtverwaltung Angebote für die Sanierung des Doppelhauses Weberstraße 19 in Bubenhausen eingeholt. Demnach müsste sie ungefähr 250.000 Euro investieren, um das knapp 60 Jahre alte Gebäude neben dem Kindergarten auf Vordermann zu bringen. „Aus meiner Sicht wäre das für ein Doppelhaus in der heutigen Zeit völlig in Ordnung“, sagte Fendt in der Ausschusssitzung. Er sprach sich deshalb dafür aus, das Haus im Eigentum der Stadt zu belassen und selbst zu sanieren, damit es anschließend vermietet werden kann.

Stadtrat Thomas Schulz (SPD), von Beruf Architekt, äußerte allerdings Zweifel, ob der Betrag ausreicht. Er plädierte dafür, das Doppelhaus zu verkaufen, damit es ein privater Investor sanieren kann. „Dann wird es ja auch wieder dem Wohnungsmarkt zugeführt“, sagte Schulz. Dem entgegnete Ulrich Fliegel (Grüne): „Dann kommt es in ein Preisniveau, das sich die Leute nicht leisten können.“ Die Stadt können sich aber den Umbau leisten. Auch Michael Schrodi (CSU) sprach sich dafür aus, das Gebäude nicht abzustoßen. „Wir haben ja oft Schwierigkeiten in der Verwaltung, gutes Personal zu finden“, sagte er. Die Stadt könne künftigen Mitarbeitern ja eine der beiden Wohnungen anbieten – als Motivation, sich auf eine Stelle zu bewerben. Einstimmig beschloss das Gremium schließlich, dass das Objekt im Eigentum der Stadt bleiben soll. Die Kämmerei soll prüfen, ob es für den Umbau Fördermittel gibt.

Die Stadt will mehr günstigen Wohnraum anbieten

Längere Diskussion im Stadtrat über ein Vorschlag der Verwaltung

Unterstützung vom Freistaat Bayern erhält Weißenhorn für den nahezu abgeschlossenen Neubau von acht Sozialwohnungen im Sternberger Weg im Eschach. Auch ein Großteil der Räume im Haus gegenüber soll als Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Zunächst war vorgesehen, dort zwölf Obdachlosenwohnungen einzurichten. Doch vor dem Hintergrund, dass derzeit in Weißenhorn kein Engpass bei Obdachlosenunterkünften besteht und dass angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt keine Wohnungen leer stehen sollten, hatte die Verwaltung wie berichtet den Stadträten eine Nutzungsänderung vorgeschlagen.

Das löste nun eine längere Diskussion im Stadtrat aus. So bemängelten Herbert Richter (SPD) und Franz Josef Niebling (CSU), dass der Stadt Zuschüsse in Höhe von 400000 Euro entgangen seien. Für den Bau von Obdachlosenunterkünften gibt es nämlich keine Fördermittel. Hätte die Stadt aber von vorn herein das zweite Haus auch für Sozialwohnungen vorgesehen, hätte es entsprechende Zuschüsse gegeben. Zudem wollte das Gremium ein Konzept haben, wie es mit den bestehenden Sozialwohnungen weitergeht. Die Häuser in der Adolf-Wolf-Straße sind nämlich am Ende ihrer Nutzungszeit angelangt. Um den Bedarf ermitteln zu können, forderte Richter eine Datengrundlage mit Werten aus den vergangenen Jahren. Darüber hinaus entspann sich eine kleine Debatte über die Eignung der Wohnungen für Obdachlose, was Fendt und anderen Mitgliedern des Gremiums missfiel. „Man kann schneller obdachlos werden, als man denkt“, gab der Rathauschef zu bedenken.

Fendt betonte, dass acht der zwölf Wohnungen nicht umgewandelt werden sollen, sondern sowohl als Obdachlosenwohnung, als auch als Sozialwohnung genutzt werden. Unter Umständen könne es dann aber sein, dass alle Wohnungen für längere Zeit belegt sind. Bis auf Gunther Kühle (CSU) sprachen sich die Stadträte schließlich dafür aus, für die acht Wohnungen den entsprechenden Antrag beim Landratsamt zu stellen. Kühle hätte es für sinnvoller gehalten, eine neue Obdachlosenunterkunft zu bauen. „Dann setzen wir uns nicht unter Druck, wenn Wohnungen über Jahre belegt sind“, sagte er.

Mehr aus dem Weißenhorner Stadtrat lesen Sie hier:

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