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Weißenhorn

11.08.2020

Die Staubpiste in Wallenhausen kommt ins Bauprogramm 2021

Es staubt ordentlich, wenn Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge die Oberdorfstraße südlich von Wallenhausen benutzen. Einige Stadträte befürchten, dass ein Ausbau mehr Verkehr anziehen wird.
Bild: Alexander Kaya

Plus Eine Mehrheit der Weißenhorner Stadträte spricht sich dafür aus, die Oberdorfstraße auszubauen. Es gibt aber Bedenken, ob das im Sinne der Bürger ist.

Wollen die Wallenhauser den Ausbau der Oberdorfstraße oder nicht? Über diese Frage ist zuletzt im Weißenhorner Stadtrat intensiv diskutiert worden. Die CSU-Fraktion vertritt die Meinung, dass nicht nur die Bürger aus Wallenhausen selbst davon profitieren, wenn ein Teilstück der Ortsverbindungsstraße nach Unteregg von einer Staubpiste zu einer asphaltierten Strecke wird.

Im November 2019 beschloss der Weißenhorner Bauausschuss bereits, ein Teilstück der Oberdorfstraße von circa 250 Metern Länge, also vom Ortsrand bis zum Aussiedlerhof, staubfrei zu machen. Ende Mai hatten die Christsozialen beantragt, zusätzlich die verbleibende Strecke bis zur Gemarkungsgrenze in einfacher Bauweise zu befestigen, ähnlich der Straße von Biberachzell nach Unteregg. Um Kosten einzusparen, sollten nach Ansicht der CSU beide Teilstücke in einem Zug ausgebaut werden.

Radfahrer und Spaziergänger mögen den Weg durchs Osterbachtal

Jedes Jahr müsse der Feldweg auf Vordermann gebracht werden, sagte Fraktionschef Franz Josef Niebling zur Begründung des Antrags. Das koste um die 5000 Euro pro Jahr. Eine frühere Kostenschätzung beziffert die Asphaltierung der Strecke auf rund 20.0000 Euro. So gesehen hätten sich die Investitionskosten in 40 Jahren amortisiert. Außerdem hätte man dann auch eine hochwertige Fahrbahndecke für den Freizeitverkehr, sagte Niebling. Viele Bürger, insbesondere auch aus Weißenhorn, befahren seinen Erfahrungen nach diese schöne Strecke im Osterbachtal gerne mit dem Fahrrad. Doch in ihrem aktuellen Zustand würden viele ältere Radfahrer die Strecke meiden, weil sie für sie zu gefährlich sei.

Bürgermeister Wolfgang Fendt sieht die Sache etwas anders. Er argumentiert, dass der Ausbau den Wünschen der Wallenhauser zuwider laufe. Er beruft sich auf eine spontane Umfrage bei der Bürgerversammlung 2018: Dort waren lediglich zwei Bürger für einen Ausbau, 78 stimmten dagegen. Dem hielt Niebling entgegen, dass bei der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft Wallenhausen eine klare Mehrheit den Ausbau befürwortete und sogar bereit wäre, sich an den Kosten zu beteiligen. Auch der Eigentümer des Aussiedlerhofs würde einen Teil der Kosten übernehmen, auch wenn das Vorhaben erst 2021 realisiert wird, sagte Niebling.

Jürgen Bischof, Fraktionsvorsitzender von Freie Wähler/WÜW, schlug vor, zunächst einen Entwurf für den Ausbau zu erstellen und diesen im Herbst bei einer erneuten Bürgerversammlung im Ort vorzustellen. „Wir wollen den Ausbau nicht über die Köpfe der Wallenhauser hinweg entscheiden“, sagte Bischof. Zudem gab er zu bedenken, dass eine ausgebaute Strecke mehr Verkehr anziehe.

CSU und SPD überstimmen die anderen Fraktionen im Weißenhorner Stadtrat

Diese Befürchtung äußerte auch Ulrich Fliegel (Grüne), der wie Niebling in Wallenhausen wohnt. „Es wird mit Sicherheit mehr Autoverkehr durch die Oberdorfstraße fließen“, sagte er und sprach sich aus ökologischen Gründen dafür aus, nicht mehr als die 250 Meter zu asphaltieren. Durch einen Ausbau bis zum Wald würde unnötig Fläche versiegelt werden. Für Fahrräder sei der Weg auch so recht gut zu befahren, schwierig sei es nur, wenn frisch gekiest wird, sagte Fliegel. „Ich glaube nicht, dass der Großteil der Wallenhauser den Ausbau will.“

Gunther Kühle (CSU) konnte die Argumente des Grünen-Stadtrats nicht nachvollziehen. Es sei auch im Sinne des zuvor diskutierten Radverkehrskonzepts, diese Strecke mit einer Asphaltdecke zu versehen, sagte er. Deshalb müsse das Vorhaben endlich umgesetzt werden. „Auch über die Ortsverbindung Biberachzell - Unteregg haben wir ewig diskutiert und heute sind wir froh, dass sie da ist“, ergänzte Kühle. Sein Fraktionskollege Marcus Biberacher, der als Spaziergänger zuletzt häufig bei Wallenhausen unterwegs war, bezeichnete den Zustand der Strecke als „bescheiden“, wenn nach jedem Starkregen Ausschwemmungen auftreten.

Nachdem der Bürgermeister mehrfach eingeworfen hatte, dass ein Beschluss für den Ausbau momentan aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, weil keine Mittel dafür vorhanden seien, stimmte das Gremium auf Vorschlag von Niebling über folgende Frage ab: Soll der Ausbau bis zur Gemarkungsgrenze ins Bauprogramm 2021 aufgenommen werden und dann auch in den Haushaltsberatungen besprochen werden? CSU und SPD stimmten dafür und erzielten so eine Mehrheit. Freie Wähler/WÜW, Grüne und ÖDP stimmten geschlossen dagegen. Die Verwaltung wird noch ermitteln, was das Projekt kostet.

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