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24.10.2008

Die Terrorgefahr gleich vor der Haustür

Neu-Ulm (eff-) - Islamismus und Terrorismus ist vor allem in unserer Region ein brisantes Thema. Im Dezember 2005 wurde das Multikulturhaus in Neu-Ulm geschlossen. Als ein "wahrer Hort des islamistischen Extremismus" wurde der Treffpunkt vom bayerischen Staatsministerium bezeichnet. Am Montag wurde in der Berufsschule Neu-Ulm die Wanderausstellung "Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland" eröffnet, in der die Gefahren des Terrorismus aufgezeigt werden.

Ausstellung gerade für Neu-Ulm wichtig

"Islamismus ist kein fernes Phänomen, sondern spielt sich vor unserer Haustür ab", sagte Landrat Erich Josef Geßner im Rahmen der Eröffnungsfeier. Das Multikulturhaus sei bis zu seiner Schließung ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten gewesen. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Ausstellung gerade hier in Neu-Ulm gezeigt werde, so Geßner weiter.

Dennoch sei er sich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime Gewalt und Terror ablehnen: "Eine pauschale Gleichsetzung von Islam, Islamismus und Terrorismus darf es nicht geben."

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"Sachliche, differenzierte und anschauliche Aufklärung"

Die Wanderausstellung, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz erstellt wurde, ziele darauf ab, "sachlich, differenziert und anschaulich über das Thema Islamismus in Deutschland aufzuklären", heißt es in einer Pressemitteilung. Dieses Anliegen teilt auch Ekin Deligöz aus Senden, die seit 1998 Mitglied im Deutschen Bundestag ist. Neu-Ulm sei bekannt als "die Stadt der Islamisten", so Deligöz. Sie selbst sei überzeugt, dass "die meisten Muslime in dieser Region nichts mit Islamismus und Gewaltbereitschaft" zu tun haben. Deutschland sei ein Einwanderungsland. "Wir brauchen Aufklärung und Information", sagte die Politikerin. Sie erhoffe sich von der Ausstellung, dass "Gespräche in Gang" gebracht werden und damit auch ein "anderes Bild von Neu-Ulm" vermittelt werde.

Gefährliche politische extremistische Ideologie

Seit April 2006 werde die Ausstellung deutschlandweit gezeigt und stoße dabei stets auf großes Interesse, sagt Dr. Sibylle Vocke von Bundesamt für Verfassungsschutz. "Das wurzelt sicherlich in der aktuellen Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus", so Vocke. Ihr sei es wichtig, zu verdeutlichen, dass die Gefahr nicht vom Islam ausgehe, sondern von einer politischen extremistischen Ideologie. Gleichzeitig sollen aber auch die Gefahren, die von Terroristen ausgehen, dargestellt werden.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung "Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland" ist noch bis Freitag, 31. Oktober, in der Aula der Berufsschule Neu-Ulm zu besichtigen. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 8.30 bis 16 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr und Freitag 8.30 bis 13 Uhr.

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