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Ratiopharm-Arena in Ulm

13.01.2012

Die Traumhalle offenbart ihre Schwächen

Wenn sich die Schlangen bilden - wie hier in der ratiopharm-Arena.
Bild: Alexander Kaya

Die Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm ist knapp fünf Wochen nach der Eröffnung zwar zum Basketballtempel avanciert, doch haben sich auch Schwächen der neuen Halle herauskristallisiert.

Nicht wenige Besucher beklagen sich über lange Schlangen am Eingang und vor allem der Garderobe; und auch die Akustik in der Halle sorgte zuletzt unter anderem bei „Rock meets Classic“ für angesäuerte Fans.

Rolf Weinmann von der Konzertagentur Provinztour sind die Probleme bekannt – und seiner Einschätzung nach sind sie alle hausgemacht. „Das größte Manko ist das bargeldlose Bezahlen“, sagt er. In der Arena kann ausschließlich mit einer Karte bezahlt werden, die Besucher bei Mitarbeitern erwerben und aufladen können. An den Kiosken funktioniert das laut Weinmann noch einigermaßen – nicht jedoch an der Garderobe, wo sich ohnehin lange Schlangen bilden. Denn auch dort gehe ohne Karte nichts, was sich allerdings noch nicht herumgesprochen habe. Die Folge: Manche stehen lang an, nur um dann festzustellen, dass sie gar nicht bezahlen können.

Weinmann: „Das hätte man flexibler gestalten können.“ Dass die Garderobe derzeit ein Nadelöhr ist, darüber ist sich laut Sprecher Richard King auch der Hallenbetreiber im Klaren. Natürlich sei jetzt am Anfang noch „nicht alles hundertprozentig super“. Lösungen wie eine zweite, mobile Garderobe würden derzeit diskutiert, könnten aber wohl erst im Sommer geschaffen werden. Am Bezahlsystem solle aber nicht gerüttelt werden, sagt King. Vor allem regelmäßige Besucher profitierten aber von dem System, weil es für schnellere Ausgabe an den Kiosken sorge. Um die Bezahlprobleme an der Garderobe zu lindern, sollen künftig Hallenmitarbeiter die Wartenden direkt mit den Karten versorgen.

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Neu-Ulm - Sportgala in der Ratiopharm Arena
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Grosse Turngala in der Ratiopharm-Arena
Bild: Alexander Kaya

Auch andere Probleme habe man mittlerweile im Griff: Wenn es bei der Öffnung des Innenraums zu Verzögerungen kommt, dürfen die Besucher laut King inzwischen im Umgang warten. Bei der Premiere von „Holiday on Ice“ hatten sich kurz vor Weihnachten Tausende im engen Foyer gedrängt. Die Staus auf dem Treppen nach Ende einer Veranstaltung bekämpfe man damit, dass die Besucher auch über zwei Treppenhäuser auf der Ostseite die Halle verlassen könnten. Auch bei einigen Veranstaltern hat sich zuletzt eine gewisse Ernüchterung breit gemacht – auch bei Provinztour-Chef Weinmann. Dessen erste Veranstaltungen in der Halle – Howard Carpendale und In Extremo – brachten nach eigenen Angaben nicht den gewünschten finanziellen Erfolg, was eben nicht nur an der Besuchanzahl lag.

Laut Weinmann koste ihm ein Konzert in Neu-Ulm „200 bis 300 Prozent“ mehr als etwa in der Harmonie Heilbronn. Auch, weil er dort bei gleicher Besucheranzahl nur rund ein Drittel so viele Ordner bezahlen müsse. Bei den Hallenpreisen wünscht sich Weinmann mehr Flexibilität, damit Veranstaltungen mit geringerem Besucherpotenzial rentabler würden. „Das würde auch der kulturellen Vielfalt gut tun“, sagt der Konzertorganisator – und spricht damit denen aus dem Herzen, die zwischen Mainstream-Comedy und volkstümlicher Musik echte Knaller vermissen. Arena-Sprecher King kontert: Schon jetzt gebe es Möglichkeiten, so könne man etwa nur die halbe Halle mieten – und weniger zahlen. King: „Für kreative Vorschläge haben wir aber immer ein offenes Ohr.“ 

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Ulmer Basketball-Premiere in der neuen Ratiopharm Arena
Bild: Horst Hörger

Der bei einigen Konzerten nicht überzeugende Sound ist aber nicht der Halle anzulasten – da sind sich der Veranstalter und der Arena-Mitarbeiter einig. Auch wenn laut Weinmann akustisch keine Wunderdinge zu erwarten sind: „Eine Multifunktionshalle ist viel schwerer zu beschallen als eine reine Konzerthalle, das ist in Neu-Ulm nicht anders als in anderen Hallen.“ Ein guter Tontechniker könne auch in der Arena einen guten Klang gewährleisten. Beim wichtigsten Hallennutzer, den Ulmer Basketballern , will man angesichts von vier ausverkauften Heimspielen keine Kritik üben: „Bisher ist jeder mit einem sehr guten Gefühl nach Hause gegangen“, sagt Pressesprecher Martin Fünkele. „Das Gesamterlebnis muss also positiv sein.“

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