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Pfuhl

21.09.2015

Die Turner feiern und der Landrat fliegt

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Beim Tag der offenen Tür zeigten die Turner und Cheerleader des TSV Pfuhl ihr Können und lockten damit Hunderte Besucher an.

Bei der Einweihung des neuen Trainingszentrums in Pfuhl sorgen die Ehrengäste für gute Unterhaltung

Sonderlich gewagt war es nicht, was Landrat Thorsten Freudenberger am Freitagabend versuchte. Dafür war die „Schnitzelgrube“ dann doch viel zu weich. Unterhaltsam war sein Trampolinsprung in das mit Schaumstoffwürfeln gefüllte Becken aber allemal – und passte damit bestens ins Programm der feierlichen Eröffnung des neuen Pfuhler Turnzentrums.

Zu verdanken war das insbesondere dem prominentesten der anwesenden Ehrengäste: Eberhard Gienger. Der 36-fache deutsche Meister im Kunsturnen und heutige Bundestagsabgeordnete lieferte sich zunächst am Reck ein Duell mit dem 14-jährigen Pfuhler Talent Timo Rister, seines Zeichens immerhin schon dreifacher bayerischer Meister, ehe er dann den Landrat zum Sprung in die Schnitzelgrube überredete. Abschließend trug er noch auswendig das Gedicht von Joachim Ringelnatz zum „Fußballwahn“ vor. Freilich nicht ganz ohne Hintergedanken, endet das Gedicht doch mit den Worten „Ich warne euch, ihr Brüder Jahns, vor dem Gebrauch des Fußballwahns“. Gleiches legte Gienger den Turnern des TSV Pfuhl ans Herz, er war sich aber gleichzeitig sicher, dass mit „einem der besten Turnzentren Deutschlands“ der sportliche Erfolg nicht ausbleiben werde.

An Lobeshymnen für die rund 2,6 Millionen Euro teure Halle sparten auch die anderen Festredner nicht. TSV-Vorsitzende Ursula Hörger sprach nach „vielen bürokratischen Um- und Irrwegen“ von einem „denkwürdigen Tag“. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg erklärte, dass seine Erwartungen weit übertroffen worden seien und sich manch Mitarbeiter im Rathaus ein Beispiel an den Turnern nehmen könne, die in Eigenregie innerhalb von acht Monaten eine moderne Trainingshalle aus dem Boden gestampft hätten.

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Auch Landrat Freudenberger zeigte sich beeindruckt vom Einsatz und der Hartnäckigkeit der Turner im Kampf um ihre neue Halle. „Und wenn man Glück hat, ist dann auch noch Wahlkampf“, witzelte Freudenberger in Anspielung auf die Finanzierung. Denn neben Eigenmitteln des Vereins und Zuschüssen des Landessportverbandes brachte sich vor allem auch die Stadt Neu-Ulm bei der Finanzierung des Baus ein. Während die Stadt in der Vergangenheit Vereinen lediglich Darlehen von 30 Prozent der Kosten bereitstellte, warfen die Stadträte diese Richtlinie nach langen Diskussionen für die Turner des TSV Pfuhl über den Haufen und gewährten einen Zuschuss von bis zu 60 Prozent, maximal 1,8 Millionen Euro. „Sagen wir es mal so: Der Wahlkampf hat in diesem Fall sicher nicht geschadet“, erklärte Freudenberger, ehe er sich in die Schnitzelgrube stürzte und sich dabei gar nicht mal so schlecht anstellte, wie Patrick Winter, Vorsitzender des Fördervereins, später bemerkte: „Zum Salto hat es nicht ganz gereicht, aber es war eine ganz ordentliche Flugrolle.“

Wie ein Salto eigentlich aussehen sollte, zeigten dann am Sonntag die Turner und Cheerleader des TSV beim Tag der offenen Tür. Hunderte Besucher kamen und bewunderten die Vorführungen der Sportler ebenso wie die moderne neue Turnhalle am Pfuhler Schulzentrum.

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