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Wissenschaft

16.05.2014

„Die Uni braucht mehr Geld“

Aufgereiht vor dem Forschungsgebäude N27 der Uni Ulm: Unipräsident Karl-Joachim Ebeling, Ministerin Theresia Bauer, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Oberbürgermeister Ivo Gönner und Zeiss-Chef Dieter Kurz.
Bild: Andreas Brücken

Was Landesvater Kretschmann bei seinem Antrittsbesuch noch zu hören bekam

Ein Scherz mit ernstem Hintergrund: „Die ursprünglich vorgesehenen Butterbrezeln sind schon Opfer der Sparmaßnahmen geworden“, sagte Unipräsident Karl-Joachim Ebeling zur Begrüßung in Richtung des Ministerpräsidenten. Satte drei Jahre nach Amtsantritt beglückte Winfried Kretschmann gestern die Ulmer Uni mit seinem offiziellen Antrittsbesuch. Als Geringschätzung wollte das Ebeling partout nicht verstanden wissen, schließlich sei Ulm nicht die letzte Uni im Ländle auf der Kretschmann‘schen Hochschultour. Und außerdem sei der Grüne bereits bei der Einweihung der neuen Chirurgie Gast der Uni gewesen.

„Die Uni braucht mehr Geld“, sagte Ebeling klipp und klar im Vorfeld. Er fürchte um Qualität von Forschung und Lehre. Schließlich habe sich die finanzielle Grundausstattung seit 1998 nicht erhöht, sodass durch die Teuerungsrate sogar Jahr für Jahr weniger Mittel zur Verfügung stünden. Einig ist sich Ebeling mit der Landesrektorenkonferenz, dass der finanzielle Kollaps nur durch extern eingeworbene Forschungsmittel vermieden worden sei.

Angestrebt wird ein Boehringer-Ingelheim-Institut

So hörte Ebeling gestern gerne, dass Kretschmann vor dem Forschungsgebäude N27 erneut mehr Gelder für die Hochschulen zusagte. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht, doch sei es ein erklärtes Ziel, die Grundausstattung der Universitäten „erheblich“ zu verbessern, schließlich seien sowohl die Energiekosten als auch die Zahlen der Studierenden gestiegen.

In seiner Ansprache sagte Kretschmann, dass er möglicherweise erst mal enttäuschen müsse: „Dies hier ist ein Erfahrungsbesuch. Ich will etwas mitnehmen und nichts mitbringen.“

Was Kretschmann mitnahm, war die geballte Präsentation Ulmer Kompetenz: So wurden Kooperationsprojekte in den Bereichen Pharmazeutische Biotechnologie, Energieforschung/Batterien sowie das Stammzelllabor des Instituts für Molekulare Medizin vorgestellt. Klaus-Michael Debatin, leitender ärztlicher Direktor der Universitätskliniken, stellte das 2011 gegründete „Boehringer Ingelheim Ulm University Bio Center“ (BIU) vor. BIU-Sprecher Klaus-Michael Debatin erläuterte, welch riesiges Glück der Hochschulstandort habe, dass mit Boehringer Ingelheim in Biberach der bundesweit forschungsstärkste Pharmakonzern direkt vor der Haustür sitze.

Die Verträge des mit insgesamt 4,5 Millionen Euro unterfütterten Verbundes von universitärer Grundlagenforschung mit der Forschungs- und Entwicklungskompetenz eines der weltweit führenden forschenden Pharmaunternehmen laufen dieses Jahr aus. „Ich bin mir sicher, dass wir diesen erfolgreichen Weg weitergehen werden“, sagte Debatin und stellte kurz die 17 gestarteten Projekte vor. Die Gespräche würden bereits laufen. Ziel sei mittelfristig die dauerhafte Ansiedlung eines Boehringer-Ingelheim-Instituts auf dem Campus. Weitere Überlegung: Die Integration des Themas Krebsforschung. Denn die Onkologie sei das einzige Forschungsfeld, das der Pharmakonzern noch nicht nach Biberach geholt habe. Und offenbar gebe es Pläne, das Forschungsfeld aus dem Standort Wien in die Region zu verlagern.

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