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Denkmalschutz

21.04.2012

Die Zukunft der Burg im Blick

Mit einer Scherenhebebühne verschaffte Matthias Burger, der Vorsitzende des Vereins Förderkreis Bundesfestung Ulm, den Ulmer Gemeinderäten einen Überblick über die Wilhelmsburg. Dieser Teil der Burg im Hintergrund ist Kasernengelände, der Frontgraben wurde aufgefüllt.
Bild: Oliver Helmstädter

Förderkreis der Bundesfestung sieht Pläne der Stadtverwaltung mit großer Sorge. Gestern stellte der Verein eine Alternative vor, die verträglicher sein soll

Ulm Der monumentalen Wilhelmsburg soll neues Leben eingehaucht werden. Nur wie die Erschließung erfolgen soll, darüber scheiden sich die Geister. Kosten und Mühen scheute der Förderkreis Bundesfestung gestern nicht, um Ulmer Gemeinderäten und Helmut Kalupa, dem Chef der Abteilung Städtebau und Baurecht, von einer alternativen Möglichkeit des Baus eines modernen Zugangs zur mächtigen, aber weitgehend ungenutzten Burg zu überzeugen.

Per eigens angemietetem Scherenhubwagen wurden die Entscheidungsträger in luftige Höhen transportiert, um so einen besseren Überblick über die Tragweite der bislang angedachten Pläne der Stadtverwaltung zu erhalten.

In gut 20 Meter Höhe schilderte Matthias Burger, der Vorsitzende des Fördervereins, anschaulich, was alles an „kostbarer „Originalsubstanz“ zerstört werden würde, sollte sich die Verwaltung durchsetzen: 8000 Quadratmeter Festungsfläche, 10000 Kubikmeter Wallanlage und 300 Tonnen Mauerwerk würden beseitigt, sollte, wie bislang angedacht, die in Deutschland einzigartige Burg über den Neubau einer 300 Meter langen Straße von Norden her kommend im Bereich des Bundeswehrgeländes durch das Festungswerk („Anschlusslinie XVII“) erschlossen werden. Burger: „Die Stadt müsste ein Baudenkmal kaufen, nur um es zu zerstören.“

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Eine sinnvolle Nutzung der Wilhelmsburg liege dem Förderkreis Bundesfestung Ulm sehr am Herzen, betonte gestern Burger erneut. Und dafür könne es nach Abwägung aller Vor- und Nachteile aus seiner Sicht nur einen Ansatz geben: den Bau eines Zugangs über die östliche Flanke. Als Straße solle eine vorhandene, in Vergessenheit geratene Trasse genutzt werden, die von der Stuttgarter Straße abzweigt. 1846 angelegt und 1945 durch eine Bombe getroffen, sei sie nach dem Krieg nicht wieder in Betrieb genommen worden. Erkennbar ist sie heute, weil darauf keine Bäume stehen.

Ein zugemauertes altes Tor wieder öffnen

Ein nachträglich entstandenes, wieder zugemauertes Burgtor am Ende dieser alten Trasse solle wieder geöffnet werden. Die Vorteile für diese Variante aus Sicht des Fördervereins: Festungsarchitektur müsse dafür nicht nennenswert zerstört werden, da in diesem Bereich ohnehin kaum Originalsubstanz vorhanden sei. Zudem erhalte die Burg nur so einen Vorplatz als zentralen Eingangsbereich. Dies sei bei der bislang seitens der Verwaltung präferierten Variante aufgrund der beengten Verhältnisse im Norden nicht möglich. Helmut Kalupa versprach, die Vorschläge des Fördervereins zu prüfen.

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