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Elchingen

17.07.2020

Die alte Grundschule ist jetzt eine Villa für Kinder

In der „Villa Funkelstein“ (von links): Bürgermeister Joachim Eisenkolb, die Leiterinnen Lilian Durst und Laura Ziehfreund sowie Peter Botzenhard.
Bild: S. Kümmritz

Plus Zwei Elchingerinnen haben an der Klostersteige in Oberelchingen mit viel Herzblut eine Großtagespflegestelle gegründet. Welche Geschichte dahinter steckt.

Wer ein Paradies für kleine Kinder sucht, sollte die „Villa Funkelstein“ in Oberelchingen besichtigen. Ende Juni wurde dort an der Klostersteige die Großtagespflegestelle von den Schwestern und Betreiberinnen Lilian Durst und Laura Ziehfreund in Kooperation mit der Gemeinde Elchingen eröffnet – und schon ist sie ausgebucht. „Die Eltern sind begeistert von unserer Einrichtung und die Kinder fühlen sich hier richtig wohl“, sagt die 32-jährige Ziehfreund. Auch Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb war bei einem Besuch dort in Begleitung des geschäftsführenden Beamten der Gemeinde, Peter Botzenhard, von den Räumlichkeiten und deren Ausstattung schwer imponiert: „Die Einrichtung ist wunderschön und total durchdacht. Es gehörte schon unternehmerischer Mut der beiden Schwestern dazu, hier so etwas aufzubauen.“

Mut alleine war es aber nicht, was zum Betrieb in den Räumen der ehemaligen Grundschule führte. Sozialpädagogin Lilian Durst, 35 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern (drei und fünf) sowie ihre Schwester Laura Ziehfreund, staatlich anerkannte Kindheitspädagogin mit einem zweijährigen Sohn, überlegten, wie es nach ihrer Elternzeit beruflich trotz Familie weitergehen soll. Zunächst überlegten sie sich eine Tätigkeit als Tagesmutter, dann kam ihnen die Leitung einer Großtagespflegestelle in den Sinn. Nach Informationen vom Landratsamt wandten sie sich an ihre Gemeinde –„und weil es einen Bedarf für Betreuungsplätze gab und die Räume im ersten Stock der ehemaligen Schule frei waren, erhielten wir den Zuschlag“, so Lilian Durst.

Neue Großtagesstelle "Villa Funkelstein" in Oberelchingen

„Mit den großen Räumen haben Sie ein tolles Schnäppchen gemacht“, wandte sich Eisenkolb an die beiden Frauen. Zur „Villa“ gehört auch ein Freigelände, auf dem sich die Kinder nach den Worten von Laura Ziehfreund genau so gerne tummeln wie im Spielzimmer mit Einbauküche, in dem auch das Mittagessen zubereitet wird, oder im kombinierten Bewegungs- und Ruheraum mit Waschbecken, Kinderbettchen, Wickeltisch und der hölzernen Rutsche.

Höchst nostalgisch wirkt da das alte rote Telefon mit Wählscheibe. So etwas haben die Kinder zuvor noch nie gesehen uns so haben sie ihren Spaß daran. Tische, Stühle, Betten, Regale und Spielzeugschränke sind in Größe und Höhe komplett auf die ein- bis dreijährigen Kinder ausgerichtet. Die Räume sind freundlich und licht. Es dürfte an nichts fehlen.

Kinderbetreuung: Gemeinde Elchingen stellte Budget von 85.000 Euro

Damit die „Villa Funkelstein“, in der bis zu zehn Kinder gleichzeitig oder 16 bei geteilten Plätzen betreut werden können, im ersten Stock des Gebäudes so schick aussieht wie heute, hat die Gemeinde ein Budget von insgesamt 85.000 Euro für Umbauten, Renovierung, Brandschutz, Elektroinstallationen und die Einrichtung samt Küche zur Verfügung gestellt. Lilian Durst und Laura Ziehfreund, die beide aus Oberelchingen stammen und auch dort wohnen, durften die Mittel in Absprache mit der Gemeinde so verwenden, wie es ihnen sinnvoll erschien.

Alle Plätze in der „Villa Funkelstein“ werden öffentlich gefördert. Die Eltern zahlen ihren Beitrag ans Landratsamt und die beiden Schwestern erhalten dann von diesem ihre Vergütung. Die Einrichtung hat keinen Träger, Lilian Durst und Laura Ziehfreund sind selbstständig als feste Tagespflegepersonen, wobei sie, so Eisenkolb, „pädagogische Vorgaben erhalten“. Die beiden Schwestern machen über das Geschaffene einen überglücklichen Eindruck und so glaubt man ihnen – auch angesichts der Räume – aufs Wort, wenn sie sagen: „Wir haben sehr viel Herzblut reingesteckt.“

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