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03.07.2010

Die drei Türme sollen weiterleuchten

Das Theater Ulm am Herbert-von-Karajan-Platz 1 mit seiner inhaltsträchtigen Dentler-Skulptur "Die Weisheit" ("Sophitia"). Der gestrigen Theaterdebatte im Großen Sitzungssaal des Ulmer Rathauses folgen weitere Konsolidierungsphasen in Zeiten der Generalsanierung. Foto: Andreas Brücken
Bild: Andreas Brücken

Ulm Mit überwältigender Mehrheit bekannte sich gestern der Ulmer Gemeinderat nach gut vierstündiger Sitzung für den Erhalt des Drei-Sparten-Theaters an der Donau. Damit befand er sich auf einer Linie mit den Empfehlungen eines geladenen Expertentrios - Rolf Bolwin (Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins), Ulrich von Kirchbach (Vorsitzender des Bühnenvereins/Landesverbands Baden-Württemberg) und dem Kulturjournalisten und Theaterkritiker Stefan Keim. Die einzige Gegenstimme kam von Timo Ried, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler.

Keine Mehrheit fand das Anhängsel zum Dreispartenerhalt von Erik Wischmann ( FDP) - "soweit es die finanziellen Verhältnisse der Stadt zulassen". Kurz vor der Abstimmung hatte der Sitzungsleiter, Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner erklärt, dass alles sowieso unter Finanzvorbehalten stehe. "Wir geben ein Bekenntnis zum Drei-Sparten-Theater ab ohne Freibrief", bekräftigte Gönner. Dies bedeute auch ein Signal dafür, dass das Theater an den städtischen Konsolidierungsmaßnahmen ohne Extrawürste beteiligt sei.

"Wenn wir weitere Steuereinbrüche haben, kann es nicht sein, dass dies am Theater vorbeigeht", hatte zuvor Finanzbürgermeister Gunter Czisch den künftigen Fahrplan festgezurrt. Wesentliche Probleme seien dem Theater durch starke Schwankungen bei den Einnahmen entstanden. Andererseits biete die Stadt mit ihrer Budgetierung ein faires, verlässliches Verfahren. Im Klartext heißt dies, dass das Theater Ulm von 2010 bis 2012 geballte 615 000 Euro konsolidierend erbringen muss. Ein Altlasten-Defizit von knapp 600 000 Euro wurde von der Finanzverwaltung bislang noch nicht eingefordert. Der Gemeinderat nimmt in diesem Zusammenhang ein Bonus-Modell zur Kenntnis, wonach bei disziplinierter Einhaltung der Vorgaben bis 2015 durch einen jährlich 20-prozentigen Erlass der Altlasten diese bis 2015 abgetragen werden könnten. Ein weiteres Vorschlagsmodell des Personalratsvorsitzenden Joachim Schraivogel auf eine defizitausgleichende und motivationsfördernde Leistungsreduzierung von 270 auf 240 Vorstellungen wird noch im Vermögenshaushalt debattiert. Die Ausgaben des Theaters am Karajanplatz betragen 2009/2010 16,8 Millionen. 9,5 Millionen gibt die Stadt, 4,2 das Land. Die eigenen Einnahmen betragen 3,15 Millionen.

Zu Beginn der Sitzung lautet Gönners Devise: Das älteste Stadttheater Deutschlands bleibt in seinem 370sten Jahr im Rahmen des technisch Möglichen erhalten. Mayer-Dölle sieht das Theater wieder perfekt aufgestellt. "Wir haben auch drei Türme (wie das Münster)", zementiert der Intendant die Drei-Sparten-Tradition. Verwaltungsdirektorin Angela Weißhardt freut sich über stabile Landeszuschüsse, weniger über gesteigerte Personalausgaben. Meinungsspiegel der Debatte: "Die CDU-Fraktion garantiert das Dreispartenhaus" (Dr. Thomas Kienle, CDU); "ohne neue Strukturen überleben die Theater nicht" (Ralf Milde, FWG); "Theater für alle, rein in den Sozialraum" (Tomas Mittelbach, GRÜNE); "Die Freiheiten sind stark reduziert" (Mayer-Dölle).

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