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Neu-Ulm

16.01.2018

Die scheidende Dekanin hat noch einiges vor

Die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann geht Ende des Monats in den Ruhestand.
Bild: Alexander Kaya (Archivbild)

Ende des Monats geht die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann in den Ruhestand. Zeit für eine Bilanz und einen Blick nach vorne.

In der Petruskirche findet am Sonntag, 4. Februar, um 15 Uhr ein festlicher Gottesdienst statt, in dem Regionalbischof Michael Grabow die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann von ihrem Dienst entbinden wird. Gabriele Burmann geht nach achtzehneinhalb Jahren als Chefin des Dekanats Neu-Ulm Ende Januar in den Ruhestand. Ihr Nachfolger wird der 1964 in Oettingen geborene Jürgen Pommer, Pfarrer in Deggendorf, dessen Name bekannt wurde als Koordinator von Hilfen nach der Flutkatastrophe von 2013. Gabriele Burmann wird mit ihrem Mann Ernst, der 2014 in den Ruhestand ging, in Neu-Ulm bleiben und freut sich auf die Freiheit zu reisen und spontan Ausstellungen besuchen zu können.

Im Moment zwischen Abschied und neuer Freiheit geht der Blick der scheidenden Dekanin in zwei Richtungen – zurück und in die Zukunft. Es gab Momente, die viel Kraft gekostet haben, sagt Gabriele Burmann. „Wenn man vier, fünf Baustellen gleichzeitig hat, Problemfälle, die zum Teil in der Öffentlichkeit sind, wie die Renovierung des Pfuhler Pfarrhauses und die Entscheidung über die Zukunft der Kahlrückenalpe, und wenn man weiß, dass man personell oder finanziell Situationen aushalten muss, die nicht gut sind, aber die man nicht schnell ändern kann – das ist mühsam.“ „Leiten“, das sei damals Ende der 90er Jahre, als sie Dekanin wurde, in der evangelischen Kirche verpönt gewesen, erinnert sich Gabriele Burmann. „Die Haltung, dass wir alle Schwestern und Brüder sind, ist demokratisch, und da stehe ich auch voll dahinter.“ Gerade in kritischen Situation aber benötige es einen, der die Verantwortung übernimmt. Was sie persönlich vor allem in der langen Zeit als Leiterin des Dekanats Neu-Ulm gelernt hat? Gabriele Burmann antwortet: „Hinstellen. Hinstellen, wenn schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden müssen, von denen man weiß, dass sie Folgen haben für Menschen und berufliche Biografien.“ Sich dabei niemals selbst provozieren zu lassen und nicht zu beleidigen war ihr dabei immer wichtig.

Als sie 1999 ihren Dienst als Dekanin in Neu-Ulm antrat, kam die Mutter von drei Kindern von einer halben Stelle für Gästeseelsorge in Rothenburg. Freilich – stellvertretende Dekanin und Seniorin war sie schon im Dekanat Rothenburg gewesen. „Aber ich hatte keine Pfarramtsführung.“

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Neu-Ulm bot als Zuwachs-Dekanat die Chance, Neues auszuprobieren, zumal damals das „Dekanatserprobungsgesetz“ für Bayern Teil der Stellenausschreibung gewesen war. Es ging um Stellenaufstockungen und um Neubauten, um ein verändertes Beurteilungswesen für Pfarrer und um regelmäßige Jahresmitarbeitergespräche mit ihnen, um den Aufbau der auf der Kippe stehenden Diakonie – ein Arbeitsbereich, der der Dekanin ans Herz wuchs. Noch in der jüngsten Vergangenheit musste eine neue evangelische Kirche in Illertissen geschaffen werden, für die sich kein Standort fand, bis die Entscheidung fiel, das große alte Pfarrhaus der Stadt zur Kirche umzubauen. Die Einweihung der Kirche im Herbst 2016 war für die Dekanin ein persönlicher Moment des Glückes: Ihre eigene Mutter war als Tochter des Pfarrers Paul Rahner in diesem Pfarrhaus geboren worden.

Gerade stehen, vorne stehen, wenn es hart kommt und mühsam ist, und vorne stehen „als Fachfrau für etwas Tolles“: Wie sich das „Weder – noch“, das Privatleben mit mehr Zeit für die neun Enkel, anfühlen wird, darauf ist Gabriele Burmann gespannt. Aber eine Leitungsfunktion kommt erst auf sie zu: Im Rotary-Club Ulm/Neu-Ulm soll sie im übernächsten Jahr Präsidentin sein.

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