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Justiz

14.06.2018

Diebestour durch fünf Läden in der Region

Ein 31-Jähriger steht wegen Bandendiebstahls vor dem Amtsgericht in Memmingen. Die Verhandlung wurde zunächst unterbrochen. 

Von Schuhen bis zu Honiggläsern: Ein 31-jähriger Rumäne ließ einiges mitgehen. Nun muss vor dem Amtsgericht geklärt werden, ob er als Teil einer Bande oder alleine unterwegs war.

Eine Reihe von Diebstählen hielt Ende des vergangenen Jahres Ladenbetreiber in Senden und Illertissen in Atem. Eine Bande, bestehend aus drei rumänischen Männern, soll sich in insgesamt fünf Geschäften bedient haben. Von Markenschuhen über Lebensmittel bis zum Parfüm: Das ausgewählte Diebesgut war breit gefächert.

Einer der drei musste sich gestern vor dem Memminger Amtsgericht wegen Bandendiebstahls verantworten. Sein Verfahren wird einzeln verhandelt, da die anderen beiden Männer das Weite gesucht haben, wie es vor Gericht hieß. Der 31-jährige Angeklagte sitzt seit Mitte Dezember in Untersuchungshaft – und dort wird er auch erst mal bleiben, denn die Verhandlung wurde nach dem ersten Tag zunächst unterbrochen.

Zwei Diebstähle in Senden und drei in Illertissen

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Staatsanwalt Sebastian Murer hielt dem 31-Jährigen bei der Verlesung der Anklage eine Reihe von Diebstählen und entwendeten Dingen vor. Demnach sollen der Angeklagte und zwei weitere Männer insgesamt zwei Mal in Senden und aus drei Geschäften in Illertissen gestohlen haben. Ihren Anfang nahm die Diebestour im Intersport Edling in Senden.

Dort ließen die Männer Ende November 2017 zwei Paar Sportschuhe im Wert von 200 Euro mitgehen. Doch sie waren offenbar nicht nur an teuren Schuhen interessiert: Im nächsten Geschäft, dem Modehaus Schmid, gehörten mehrere Gläser Honig und diverse Päckchen mit Nahrungsergänzungsmitteln zu ihrer Beute. Dies alles lagerten sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in einem Auto.

Mitte Dezember setzten sie dann ihre Serie in Illertissen fort: Im Sportgeschäft Kern nahmen sie ein Paar Sportschuhe im Wert von etwa 100 Euro mit, ohne es zu bezahlen. Den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler zufolge betraten zwei der Männer – darunter der Angeklagte – den Laden. Einer stellte sich als Sichtschutz vor den 31-Jährigen, der daraufhin die Diebstahlsicherung der Schuhe entfernte. Der dritte Mann wartete laut Anklage auf dem Kundenparkplatz im Auto auf die beiden.

Danach stahl die Bande Kleidung im Modehaus Rimmele sowie ein Parfüm-Set aus dem Drogeriemarkt Müller. Der Sachschaden beträgt insgesamt mehrere Hundert Euro. An diesem Tag wurden sie erwischt und der 31-Jährige festgenommen. „Die anderen haben wir nicht eingesperrt“, sagte Richter Markus Veit.

Angeklagter bestreitet, Teil einer Bande zu sein

Bei einer von Rechtsanwalt Michael Bogdahn gewünschten Verständigung mit Staatsanwalt Murer und dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Veit ist kein Deal zustande gekommen.

Der Angeklagte gab zwar zu, alle fünf Diebstähle begangen zu haben – aber keineswegs in einer Bande. Man könne anhand der Kameras beweisen, dass er alleine geklaut habe, ließ der 31-Jährige von einer Dolmetscherin übersetzen.

Als er Mitte Dezember erwischt worden sei, seien die anderen beiden Männer nur zufällig bei ihm gewesen und stünden deswegen nun ebenso im Verdacht des Diebstahls. „Ich habe nur einen gebeten, mich in einen anderen Ort zu fahren“, sagte der Angeklagte. Die beiden Männer seien zwar da gewesen, hätten aber nicht gewusst, dass er etwas stehlen wolle.

Richter Veit ließ keinen Zweifel daran, dass er der Darstellung des 31-Jährigen nicht glaubt. „Sie können die anderen schon schützen, ich hoffe aber, dass Ihnen das nicht gelingt“, sagte er. Das Strafmaß für Bandendienstahl liegt höher als für den Diebstahl eines Einzelnen.

Als der Angeklagte dennoch bei seiner Aussage blieb, unterbrach der Richter die Verhandlung. Neuer Termin ist in zwei Wochen. „Und dann holen wir alle sieben Zeugen her“, sagte Veit. „Dann schauen wir mal, wie weit wir mit den Aussagen kommen.“

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