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Auftakt

15.11.2016

Diese Gala macht Lust auf mehr

Abwechslungsreich und bunt war die Eröffnungsgala im Zelt.
Bild: Florian Arnold

Im Blausteiner Theaterei-Zelt starten Privattheatertage mit viel Musik und Humor

Der Galaabend zur Eröffnung der Baden-württembergischen Privattheatertage startete mit einer gut gelaunten Rede von Wolfgang Schukraft, dem Leiter der federführenden Theaterei Herrlingen. Zwar habe er „versprochen“, keine Rede zu halten, aber es müsse doch gedankt werden für das Engagement, das die teilnehmenden 14 Bühnen und ihre Akteure in dieses Festival investierten. 14 Tage lang, bis 27. November, gibt es täglich ein, manchmal sogar zwei Veranstaltungen in Blaustein zu sehen. Ein Novum für die junge Stadt vor den Toren Ulms und eine Visitenkarte für das regionale Kulturleben. Einen Vorgeschmack lieferte der von der Theaterei und ihren Freunden bestrittene Gala-Abend im voll besetzten Theaterei-Zelt.

Während Schukraft sich nach seiner kurzen Ansprache in den Zuschauerraum zurückzog, übernahmen „VorStattTheater“-Leiterin Marion Weidenfeld und Markus Munzer-Dorn die Moderation des Abends. Munzer-Dorn kamen mehrere Rollen zu – man erlebte ihn als Begleiter an Gitarre und Flügel, als Moderator, als Begleiter für das Weltmusik-Ensemble „Pio“ und als Sänger, der selbstgetextete Perlen wie den „Archäologen-Samba“ zum Vergnügen des Publikums vortrug. Überhaupt war es ein ausgewogener Abend, der Texte und Klänge gleichberechtigt behandelte. Augenzwinkernd Karl Valentins Text „Theaterzwang“, der vorschlägt, zwei Millionen Theater mit je einem Sitzplatz zu bauen – damit jeder Bürger der gesetzlichen Theaterpflicht nachkommen kann. Eine durchaus reizvolle Idee des Münchner Kabarettsterns. Melancholische Töne schlug die Karlsruher Komponistin und Akkordeonistin Katja Harbers an: Dem Krankenhausclown ist nicht immer nach Lachen zumute.

Schön, dass Walter Frei in diesem Theaterpastiche eine größere Rolle einnahm und in seiner unnachahmlich-augenzwinkernden Art Texte von Heinz Erhardt, Eugen Roth und Helmut Qualtinger vortrug. Somit waren Lachtränen auf breiter Front beim Kabaretttext „Abschied von der Bühne“ garantiert.

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Pathetische Opern-Arien passen nicht recht ins Bild

Sanglich erstklassig das Duo „Voice Passion“ mit Franz Garlik und Lauren Francis. Die an Pathos nicht armen Beiträge aus Musicals und Opern – vor pompösem Orchester-Play-back live gesungen – passten allerdings nicht so recht ins insgesamt auf feine Töne und Klänge bedachte Bild des Abends. Da war das Ensemble Pio mit Klarinettist Jochen Anger dann doch die erste Wahl, um sich den Harmonien von Munzer-Dorns Vertonungen von Mascha Kaleko-Gedichten oder den geschmeidigen „Jazz Songs“ aus Johnny Warriors Kehle zur Seite zu stellen. Den Bezug zum Theater in heiterer wie auch kritischer Form sah man stets: Mal durfte das Publikum über den „Theaterhuster“ lachen, dann wieder mit Celia Endlichers trauriger Schauspielerin mitfühlen, die Nestroys „Theater, o Theater du“ anstimmte: Das zwischen Traurigkeit und Komik pendelnde Lied einer Schauspielerin, die ihr ganzes Leben der Bühne widmet. Großer Applaus auch für Marion Weidenfeld, die Hugo Wieners „Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn“ mit umwerfendem Charme kredenzte. (flx)

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