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Weißenhorn

13.11.2018

Diese Jugendlichen aus Weißenhorn haben einen Rollstuhlfahrer gerettet

Landrat Thorsten Freudenberger (links) und Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt (rechts) bedanken sich bei Max Müller (Zweiter von links) und Levin Zacher. Beide erhielten für ihren Einsatz nun die bayerische Rettungsmedaille.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Die Weißenhorner Schüler Max Müller und Levin Zacher haben im August einen verunglückten Rollstuhlfahrer gerettet. Dafür erhalten sie nun die bayerische Rettungsmedaille.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein bayerischer Landrat im Sitzungssaal des Kreistags Märchen vorliest. So geschehen am Montagnachmittag: Landrat Thorsten Freudenberger machte zwei jugendlichen Helden, denen er im Namen des Ministerpräsidenten die bayerische Rettungsmedaille zu überreichen hatte, mit dem Herrn Sumsemann aus „Peterchens Mondfahrt“ bekannt. Die Idee kam bei den Gästen der Zeremonie gut an.

Denn der Maikäfer Sumsemann aus Gerdt von Bassewitz’ Erzählung war ein mutiges Wesen, das der Grille Zirpedirb das Leben gerettet hatte. Zum Dank schenkte sie ihm eine silberne Geige. Freudenberger beließ es bei der Rettungsmedaille, einer „öffentlichen Anerkennung“ des Regierungspräsidenten von Schwaben und einem Geschenk des Landkreises Neu-Ulm. Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt bedankte sich bei den Lebensrettern mit einer Jahreskarte fürs städtische Freibad.

Die beiden Jungs versuchten, den Rollstuhlfahrer aus dem Weiher zu ziehen

Es war der 16. August 2018, als die beiden 13 Jahre alten Weißenhorner Schüler Max Müller und Levin Zacher nah dem Weiher auf dem Gelände des Freibads „rumhingen“, wie sie jetzt unserer Redaktion verrieten. Dann beobachteten sie, wie in einiger Entfernung ein Rollstuhlfahrer in Not geriet. Auf dem leicht abschüssigen Fahrweg bekam er sein Gefährt nicht mehr in den Griff. Es rollte trotz Gegenwehr direkt ins schilfige Ufer des Weihers. „Ohne zu zögern“, sagte Landrat Freudenberger nun in seiner Dankesrede im Landratsamt, „eilten sie dem Verunglückten zu Hilfe“. Sie entledigten sich ihrer Schuhe, sprangen in den Weiher und versuchten, den hilflosen 82-Jährigen aus dem Wasser zu ziehen. Ihre Kräfte scheiterten aber an dem Versuch. Max hielt den Kopf des Verunglückten über Wasser. Levin rannte zum 200 Meter entfernten Freibad, um Hilfe zu holen. Die Bademeisterin und ein Spaziergänger brachten den Verunglückten schließlich ans Ufer.

Weißenhorner als Vorbilder an Zivilcourage

Diese Tat sei etwas ganz Besonderes, sagte Freudenberger, das ihm in seiner mehrjährigen Amtszeit noch nicht vorgekommen sei. „Ihr beide seid Vorbilder für eure Mitmenschen und ich danke euch im Namen des Landkreises und persönlich sehr herzlich für die Zivilcourage, die ihr eindrucksvoll gezeigt habt.“ Auch beide Eltern könnten stolz sein, dass ihre Erziehung derart reiche Früchte zeige. Weißenhorns Bürgermeister Fendt nannte die Tat eine Riesenleistung, „die einem Bürgermeister warm runtergeht“. Es sei müßig, sich zu fragen, ob man selbst auch so gehandelt hätte. „Entscheidend ist nur: Ihr habt gehandelt.“

Beide Schüler und deren Geschwister und Eltern, die auf Einladung des Landkreises mitgekommen waren und die nun alle mit süßen Stückchen und kalten Getränken bewirtet wurden, blieben gefasst. Ein besonderer Glanz aber legte sich schon in ihre Gesichter, als Landrat Freudenberger und Bürgermeister Fendt ihnen am Montagnachmittag die Hände schüttelten und ihre Dankbarkeit ausdrückten.

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