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Holzheim

15.11.2019

Dieser Baum in Holzheim leuchtet nicht mehr

Manfred Grote mit seiner zerschnittenen Lichterkette vor seinem Baum im Vorgarten. Eine neue Beleuchtung wird es nicht mehr geben.
Foto: Willi Baur

Mehrfach haben Unbekannte eine Lichterkette an einer hohen Tanne im Vorgarten von Manfred Grote zerschnitten. Jetzt gibt der Eigentümer auf.

Ratlos steht Manfred Grote vor der hohen Tanne in seinem Vorgarten. Nein, sagt er, ab jetzt gebe es keine Baumbeleuchtung mehr, weder in der Vorweihnachtszeit noch danach. Wiederholt ist die seit 2014 stets ganzjährig angebrachte Lichterkette in Holzheim von Unbekannten zerschnitten worden. Immer wieder hat der inzwischen 80-Jährige neue LED-Leuchtbänder gekauft, sie von einem fachkundigen Bekannten montieren lassen. „Für mein Alter ist diese Höhe nichts mehr“, sagt er.

Der Nachkauf neuer Lichterketten sei kein Problem gewesen, erzählt Grote, auch der Preis nicht. Jeweils rund 35 Euro, erinnert er sich. „Aber diesen Typ gibt es nicht mehr.“ Und er mag auch nicht mehr, hat schlichtweg resigniert. Anzeigen will er die Vorfälle ebenfalls nicht mehr. Beim ersten Mal habe er es noch getan. „Aber was soll die Polizei auch tun?, fragt der Ruheständler. Eine Antwort erwartet er nicht. Seinerzeit sei die Sache jedenfalls nach einigen Wochen eingestellt worden – allerdings ohne Ergebnis.

Die Täter konnten offensichtlich mit Werkzeug umgehen

Auch auf eine zweite Frage findet Manfred Grote keine Antwort: „Wer tut so etwas?“ Einen konkreten Verdacht hat der 80-Jährige nicht. An irgendwelche Feindschaften kann er sich nicht erinnern, an „offene Rechnungen“ ebenso wenig. Alles spreche eher für eine kranke Seele, womöglich zerfressen von Wut, Hass oder Neid. Denn gestört haben könnten die kleinen Leuchten zwischen Advent und dem Dreikönigstag eigentlich niemanden. Er selbst freue sich bei abendlichen Spaziergängen durchs Dorf stets über die Weihnachtsbeleuchtungen unterschiedlichster Art. „Wie die meisten anderen Menschen wohl auch“, sagt der Holzheimer.

Sicher ist sich Grote nur in einem Punkt: „Wer auch immer das gemacht hat, kann mit Werkzeug umgehen.“ Denn die Lichterketten wurden nicht nur durchtrennt, vielmehr stets in mehrere Teile zerschnitten, Draht samt Isolierung glatt durch. So jedenfalls, dass sie völlig unbrauchbar waren. Und noch etwas: „Eine Leiter brauchte man dazu auch“ , sagt Grote. Eine gewisse Risikobereitschaft vermutlich ebenfalls. Denn der Baum ist von der Straße aus gut einzusehen.

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