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Ulm/Neu-Ulm

09.06.2016

Donaufest soll für Europa werben

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Der Markt der Donauländer steht erneut im Zentrum des Donaufestes. 

Die schwierige politische Lage in den Donauländern lastet auf der Jubiläumsausgabe der beliebten Veranstaltung. Die Organisatoren setzen trotzdem auf die bewährten Qualitäten.

Zwei Jahre erst liegt das bislang letzte Donaufest zurück, aber die politische Situation im Donauraum hat sich seitdem dramatisch geändert: Wer heute von den Staaten Südosteuropas spricht, redet von Flüchtlingsströmen, Zäunen, Nationalismus. „Europa erlebt eine schwierige Zeit“, sagt auch Ulms Oberbürgermeister Gunther Czisch. Deshalb sei das Internationale Donaufest mit seiner Botschaft von Toleranz und Freundschaft umso wichtiger geworden: als Bekenntnis zu den Werten Europas, das sich, so Czisch, mehr denn je auch an die Menschen in der Region richte.

Eine große Last liegt auf dem Donaufest, das vom 1. bis zum 10. Juli seine zehnte Auflage erlebt. Doch im Programm, das am Donnerstag im Haus der Donau präsentiert wurde, spiegelt sich die politische Situation nur am Rande wider, am ehesten in einer Fachtagung zum Thema „Offene Gesellschaft“ – und in der Theater-Produktion „Treibgut“, mit Musik des Komponisten Alexander Balanescu (wir berichteten). Die Vorbereitungen laufen mittlerweile auf Hochtouren, seit einer Woche proben neun Tänzer aus dem Donauraum mit dem Ulmer Ballettensemble.

Das Konzept des Festes bleibt unangetastet. „Wir möchten die Vielfalt des Donauraumes feiern“, sagt Donaubüro-Leiter Sebastian Rihm. Entsprechend war „wieder“ das wohl häufigste Wort bei der Programmvorstellung: Es gibt wieder Pop, Jazz und Volksmusik auf den Bühnen in Ulm und Neu-Ulm, es gibt wieder Essen, Wein und Kunsthandwerk auf dem „Markt der Donauländer“, es gibt wieder ein Donaujugendcamp und es gibt wieder einen Instrumentalwettbewerb, diesmal für junge Geiger.

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Die Entwicklung spielt sich beim Donaufest inzwischen eher im Kleinen ab – und natürlich gibt es zwischen den (durchaus beliebten und erfolgreichen) „Regularien“ auch Besonderes zu entdecken: etwa „Under the Bridge“, das neben „Treibgut“ zweite Jubiläumsprojekt zum zehnten Jubiläum des Festes. Für die Ausstellung besuchte der Ulmer Fotograf Udo Eberl Obdachlose in fünf Donauländern. „Das Projekt hat mich mehr aufgewühlt als erwartet“, sagt Eberl, der eben nicht nur den Auslöser betätigen konnte, sondern erst Vertrauen zu den Menschen unter den Brücken aufbauen musste.

Die großen Namen im Kulturprogramm sind beim Donaufest rar geworden, stattdessen liegt der Schwerpunkt auch 2016 wieder bei hierzulande eher unbekannten Künstlern, die sich dafür bei freiem Eintritt präsentieren können: Laut Co-Organisator Rainer Markus Walter wurde die Zahl der Konzerte dieses Jahr erhöht, wobei einige Gruppen gleich mehrfach und auf verschiedenen Bühnen auftreten. Das Gelände soll dadurch vor allem tagsüber weiter belebt werden. Das Spektrum des „Schaufensters der Popkultur“ ist groß – selbst Ausgefallenes wie Reggae aus Rumänien und Latin aus Ungarn gehört zum Programm. Eine Besonderheit ist die „IDF Factory“, bei der jeweils zwei Bands aus unterschiedlichen Ländern für ein paar Tage zusammen proben und eine gemeinsame Show zusammenstellen.

Fertig sind bereits die Fahnen für das Donaufest: Gestaltet hat sie diesmal der serbische Künstler Dragan Matic, unterstützt von Studenten der Kunstakademie in Novi Sad. Die 650 Banner, die wieder entlang der Ufer und auf der Donaubrücke aufgereiht werden, sind laut Matic optisch an die Farben der Donauländer und das Motiv der Fischgräte angelehnt und sollen auf die historischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Diversitäten des Donauraumes hinweisen.

Geradezu prosaisch wirkt dagegen eine andere optische Veränderungen: Die Gastro-Stände auf dem Markt präsentieren sich jetzt in Creme und Blau.

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