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14.10.2007

Drei Übungskatastrophen fordern Ulmer Rettungskräfte

Am Samstag Vormittag übten fast 600 Ulmer Rettungskräfte den Ernstfall. Die größte Übung der vergangenen 20 Jahre bestand aus drei einzelnen Katastrophen, die das Zusammenspiel der verschiedenen Hilfsorganisationen perfektionieren sollte.

Bereits um acht Uhr morgens kam es zur ersten Übungskatastrophe auf dem Bahngelände neben der Wilhelmstraße: Vorstellen musste man sich, dass nach einem Sturm ein Zug entgleiste und mit einem Bus zusammen stößt. Als die Retter eintreffen, liegt ein Bus quer vor dem Zug, 58 Verletzte in Bus und Zug müssen gerettet werden.

Groß war das Interesse der geladenen Gäste. Kommandant Hansjörg Prinzing gab über eine Foto-Präsentation eine Einführung in das Ulmer Katastrophen-Hilfssystem und die drei Übungen. Über 21 Ulmer Gemeinderäte wurden an den Übungsorten gezählt. Fachzuschauer kamen von Feuerwehren aus Baden-Württemberg und Bayern, sogar aus Fulda und Köln reisten Delegationen an, die mit hunderten Fotos Informationen und Tricks in die Heimat mitnehmen wollten.

Die zweite Übung basierte auf folgendem Schreckenszenario: An einem Lkw kommt es zu einem Brand. Brisant dabei: Der Lkw steht in der Halle des Gartenhandels Beiselen. Die Ladung besteht aus Dünger, auch sonst gibt es im Lager viele Chemikalien. Durch die Unterstützung der Firma Beiselen kann hier während der Ladenöffnungszeit geübt werden. Es werden nicht nur die Übungsverletzten gerettet, es wird auch ganz real der Laden geräumt, zufällig einkaufende Kunden werden evakuiert. Mit Chemieschutzanzügen muss die Söflinger Feuerwehr den kompletten Lkw abladen, der Anblick der schweißgebadeten Feuerwehrleute zeigt, wie anstrengend Übungen sein können.

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Jugendfeuerwehrleute werden zu professionellen Verletzten

Bereits morgens um halb sieben trafen sich 70 Jugendfeuerwehrleute, um sich in der Martin-Schaffner-Schule zu professionellen Verletzten herrichten zu lassen. Risswunden im Gesicht, klaffende Fleischwunden am Bein und blutverschmierte Tische im Zugwaggon ließen die Retter dann erschaudern und vergessen, dass es nur eine Übung war.

Der Einsatzführungsstab in der Feuerwache Keplerstraße war schon jetzt richtig gefordert, dann kam die nächste fiktive Katastrophe durch einen Kellerbrand in der Frauenklinik am Michelsberg. 20 Verletzte sind durch einen Kellerbrand gefährdet und müssen aus dem Krankenhaus evakuiert werden. Darunter sind nicht nur gehfähige Patienten, auch Bettlägerige müssen in Sicherheit gebracht werden. Ein Schwerverletzte mitsamt seines Tragestuhls aus einem Fenster herausgehoben werden.

Die ersten Ideen zu der Übung wurden schon vor zwei Jahr besprochen. Dann wurden geeignete Orte gesucht, Szenarien ausgearbeitet, Helfer zur Übungsorganisation eingeweiht. Der "Rahmenplan" für den groben Übungsüberblick listet auf 15 Seiten alles auf, was alles bedacht werden muss, wenn eine Katastrophe geplant wird.

Begeistert äußerte sich nach der Übung Ulms Feuerwehrkommandant Hansjörg Prinzing über das Miteinander aller beteiligten Organisationen. Beim Erbseneintopf in der Rommelkaserne kam es an den Tischen zu einer bunten Mischung von allen verschiedenen Einsatzkleidungen, die sich über die Übungen und die Erfahrungen, die sie mitnehmen, austauschten, um im Ernstfall bestens gewappnet zu sein.

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