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Neu-Ulm

14.01.2019

Drogen-Razzia: Polizei ermittelt gegen mehr als 30 Tatverdächtige

Nach der großen Drogen-Razzia in einer Neu-Ulmer Flüchtlingsunterkunft ermittelt die Polizei jetzt gegen mehr als 30 Tatverdächtige.
Bild: Andreas Brücken

Plus Bei der Durchsuchung einer Neu-Ulmer Flüchtlingsunterkunft beschlagnahmen die Beamten verschiedene Drogen. Fragen und Antworten zu dem Großeinsatz.

Nach der groß angelegten Drogen-Razzia mit mehr als 200 Beamten im Einsatz beginnt jetzt für die Polizei die Feinarbeit. Umfangreiche weitere Ermittlungen stehen in den nächsten Wochen an. Vier Männer befinden sich in Haft. Das in einer Neu-Ulmer Flüchtlingsunterkunft beschlagnahmte Rauschgift wird im Labor untersucht. Eine Bilanz des Großeinsatzes und was die Polizei zur Drogenkriminalität in Neu-Ulm sagt.

Welche Drogen hat die Polizei in der Flüchtlingsunterkunft beschlagnahmt und wie viel?

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wurden in den Räumen Marihuana und synthetische Drogen gefunden. Ob es sich um Ecstasy oder andere Amphetamine handelt, werde derzeit über ein Stoffgutachten ermittelt, sagte Pressesprecherin Corinna Hailer. Beschlagnahmt wurden etwa 200 Pillen. Dazu kommen ungefähr 500 Gramm Marihuana.

Wie viele Tatverdächtige gibt es und was wird ihnen vorgeworfen?

Es laufen mehr als 30 Ermittlungsverfahren. Hauptsächlich geht es dabei um Betäubungsmittel. In mehreren Fällen wird aber auch wegen des Verdachts des Diebstahls und der Hehlerei ermittelt. Es gab sechs Festnahmen. Vier Männer wurden verhaftet. Einem von ihnen wird Handel mit Marihuana im großen Stil vorgeworfen. Die Tatverdächtigen sind zwischen 19 und 34 Jahre alt. Unter ihnen sind sowohl Bewohner als auch Besucher.

Weshalb war die Polizei mit so vielen Beamten im Einsatz?

Laut Sprecherin Corinna Hailer waren am Freitagabend etwa 200 bis 250 Beamte im Einsatz. Die Zahl der Kräfte bei einer solchen Aktion hänge immer davon ab, wie groß das zu durchsuchende Objekt ist und welche äußeren Faktoren es gibt. In diesem Fall mussten die Beamten ein mehrstöckiges Gebäude mit vielen Zimmern durchsuchen, in dem sich zum Zeitpunkt der Razzia etwa 70 Personen aufhielten. Zudem wurde die Reuttier Straße abgesperrt und auch in der Wallstraße neben der Spielothek waren Polizisten postiert.

Haben die mutmaßlichen Dealer in Neu-Ulm auch Drogen an Minderjährige verkauft?

Dazu äußert sich die Polizei bislang nicht. Bei der Razzia griffen die Beamten vier Jugendliche aus dem Großraum Neu-Ulm im Alter von 15 bis 17 Jahren in dem Flüchtlingsheim auf und übergaben sie ihren Eltern. Was die Jugendlichen in der Unterkunft machten, ist unklar.

Einen Schwerpunkt der Drogenkriminalität in Neu-Ulm hat die Polizei jetzt zerschlagen. Gibt es noch weitere?

In der Flüchtlingsunterkunft in der Wallstraße habe die Polizei immer wieder Bezüge zur Rauschgiftkriminalität festgestellt, sagte Marcus Hörmann, Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm. „In den vergangenen Monaten ist sie verstärkt in den Fokus geraten.“ Einen ähnlich großen „Hotspot“ an anderer Stelle gebe es derzeit nicht. Bestimmte Bereiche wie den Bahnhof oder die Caponniere haben die Beamten jedoch nach wie vor im Blick. „Die Polizei wird weiterhin engmaschig kontrollieren“, sagte Hörmann. „Die Rauschgiftbekämpfung bleibt im Fokus.“

Gibt es Verbindungen der mutmaßlichen Dealer nach Ulm?

Der Verdacht liegt nahe, da die Unterkunft, die als Drogenumschlagplatz genutzt wurde, nur einen Steinwurf von der Landesgrenze entfernt liegt. Zum jetzigen Zeitpunkt will sich die Polizei aber noch nicht darauf festlegen, welche Bezüge es gibt. Ein Informant berichtete unserer Redaktion, dass er in einer Ulmer Wohnung eine größere Menge an Ecstasy gesehen habe – die Frau, die dort wohne, sei eine Bekannte eines der jetzt in Neu-Ulm verhafteten mutmaßlichen Dealers. Das habe er der Ulmer Polizei am Samstag melden wollen, unter der Voraussetzung, dass er seinen Namen nicht nennen müsse. Auf der Wache sei er jedoch abgewiesen worden. „Wenn uns jemand so einen Hinweis gibt, gehen wir dem natürlich nach“, sagte Pressesprecher Wolfgang Jürgens. Vertraulichkeit können jedoch nur in ganz wenigen Fällen zugesichert werden. 

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