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16.07.2010

Drogenberatung auf breiterer Basis

Bei der Unterzeichnung des Vertrags über die personelle Aufstockung der Drogenberatung (von links) die Bürgermeister Kurt Baiker (Senden) und Karl Janson (Vöhringen), Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Bürgermeisterin Marita Kaiser (Illertissen) sowie die Diplom-Sozialpädagogin Sigrun Rose (Zweite Vorsitzende der Diakonie Neu-Ulm). Foto: ch
Bild: ch

Vöhringen/Senden Für die künftige Sucht- und Drogenarbeit im Landkreis Neu-Ulm war es ein wichtiger Tag. Verbunden mit der erstmaligen Beteiligung der Stadt Senden an der Drogenberatung wurde durch einen Vertrag, der im Wolfgang-Eychmüller-Haus in Vöhringen unterzeichnet wurde, eine personelle Aufstockung möglich. Bürgermeister Karl Janson betonte eingangs, dass für den weit gefassten Bereich der Drogensucht die Präventivarbeit einen wichtigen Ansatzpunkt darstelle.

Auch im Bezirk Schwaben habe sich steigender Beratungsbedarf ergeben, was 1999 dazu führte, einen Drogenstreetworker für die Städte Vöhringen und Illertissen einzustellen. Zusammen mit Senden und mit Unterstützung durch den Bezirk werde jetzt durch personelle Aufstockung bessere wohnortnahe Versorgung möglich.

Schattenseiten einer anders geprägten Jugend

Schwabens Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, selbst Geschäftsführer der St.-Gregor-Jugendhilfe in Augsburg: "Seit 20 Jahren erlebe ich selbst Problematik und Schattenseiten einer anders geprägten Jugend, ganz besonders unter dem Gesichtspunkt der Anforderungen, die durch Änderungen im Schulwesen an sie gestellt sind." Das Thema "Sucht" sei immer mit der "Flucht" verbunden, wenn Situationen entstünden wie: kein Halt, Wehgeschrei, weiß nicht mehr weiter. Es seien Fakten, die zur Kenntnis genommen werden müssen. Das Wort eines Weihbischofs "Die Jugendlichen sind der Seismograf der Erwachsenenwelt", bringe es auf den Punkt. Weil die Familien oft nicht mehr die Kraft aufbrächten, müssten die Eltern gestärkt werden. Deshalb seien Stellen, wie sie hier geschaffen werden, unabdingbar. Reichert dankte den drei Kommunen für ihren Einsatz. "Es wird nicht immer leicht sein, in den Stadträten Verständnis zu finden, aber wir müssen uns messen lassen an der Bewältigung der Aufgabe." Es werde auch Rückschläge geben.Aber das dürfe nicht aus den Augen verloren werden: "Jeder, der nicht im Gefängnis landet, ist auch volkswirtschaftlich ein Gewinn." Sigrun Rose, zweite Vorsitzende der Diakonie Neu-Ulm, gab einen Rückblick auf die unter der Trägerschaft der Diakonie seit 1980 durchgeführte Sucht- und Drogenarbeit im Landkreis Neu-Ulm. Eine personelle Unterversorgung habe dazu geführt, dass Süchtige im Landkreis zum Teil Einrichtungen in Württemberg aufsuchten.

Durch Umverteilung der Mittel des Bezirks und eine klare Zuordnung der Klienten nach Wohnsitz entstand Drob Inn mit Sitz in Neu-Ulm. Nach Vertragsabschluss könne jetzt durch Stellenaufstockung seitens des Bezirks Schwaben und durch Mitbeteiligung der Stadt Senden Drob Inn auch konzeptionell an die bestehenden Bedingungen angepasst werden. (ch)

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