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Sicherheit

24.01.2019

Dünnes Eis kann zur tödlichen Gefahr werden

Die Kreiswasserwacht übt regelmäßig für Eisunfälle.
Bild: Helmut Graf

Die Kreiswasserwacht Neu-Ulm warnt davor, Baggerseen zu betreten, und gibt Verhaltensregeln

Auch wenn es draußen in diesen Tagen klirrend kalt ist und die meisten Baggerseen in der Region zugefroren sind – der Schein trügt: Die Eisdecke ist noch so dünn, dass sie weder Kinder noch Erwachsene sicher tragen kann. Deshalb warnt die Kreiswasserwacht Neu-Ulm des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK): Schlittschuhläufer und Spaziergänger auf dem Eis bringen sich in absolute Lebensgefahr. Um Unfälle zu vermeiden, hat die BRK-Wasserwacht Tipps zum Verhalten auf dem Eis zusammengestellt – ähnlich wie die Baderegeln, die schon Grundschüler kennen.

Betreten Sie das Eis erst, wenn es dick genug ist, und bedenken Sie unterschiedliche Eisstärken über der Fläche des Sees.

Beachten Sie Warnhinweise und Markierungen auf dem Eis.

Verlassen Sie das Eis, wenn es knistert und knackt.

Legen Sie sich bei Einbruchgefahr flach aufs Eis.

Rufen Sie bei Gefahr um Hilfe.

Nähern Sie sich einem Eingebrochenen auf beziehungsweise mit einem Gegenstand, um Ihr Gewicht auf dem Eis zu verteilen. Reichen Sie einem Eingebrochenen niemals die Hand – nehmen sie einen Gegenstand.

Leichtsinn und Übermut bergen die größte Gefahr. Zurzeit sollte man sich der Kreiswasserwacht zufolge grundsätzlich von den frischen und instabilen Eisflächen fernhalten.

Bei einem Eisunfall zählt jede Minute. So schnell wie möglich muss über den Notruf 112 Hilfe geholt werden. Zum Einsatz kommen dann BRK-Wasserwacht, Rettungsdienst, Feuerwehr und bei Bedarf der Notarzt. Wassertemperaturen von nur wenigen Grad führen in kurzer Zeit zu starker Unterkühlung. Schnell werden die Muskeln schwach und die nötige Kraft für die Selbstrettung fehlt. Ist beim Einbrechen ins Eis nicht bald Hilfe zur Stelle, führt die Unterkühlung zur Zentralisation des Kreislaufs und es kann zu Erfrierungen an Armen und Beinen kommen. Geht noch mehr Wärme verloren, verliert der Verunfallte das Bewusstsein. Die Folge: Tod durch Kreislaufversagen oder Ertrinken.

Für eine einzelne Person sollten mindestens zehn Zentimeter reines Eis unter den Füßen sein. Zusammengepresster Schnee zählt nicht dazu, er trägt nicht zur Festigkeit der Eisdecke bei. Sind mehrere Menschen gleichzeitig auf dem Eis, sollten es 15 bis 20 Zentimeter sein. Vorsicht ist trotzdem angebracht. Besonders Zuflüsse und Strömungen, Unterwasserpflanzen oder frühere Einbruchlöcher sind versteckte Gefahrenquellen. Sie lassen die Eisdicke selbst bei kleinen Weihern sehr stark schwanken. Die Eisdicke kann immer nur punktuell geprüft werden. Selbst wenn das Eis beim Test am Ufer trägt, kann es wenige Meter weiter, wo das Wasser tiefer ist, schon brechen. (az)

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