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Neu-Ulm

29.01.2020

Durchbruch bei Neubau-Plänen für das Lessing-Gymnasium

Auf dieser Fläche des Wiley-Areals soll einmal das neue Lessing-Gymnasium entstehen. Im Hintergrund die Mark-Twain-Grundschule. Eine wesentliche Hürde ist nun genommen, denn strittige Grundstücksfragen zwischen Kreis und Stadt Neu-Ulm sind geklärt.
Bild: Alexander Kaya

Plus Lange wurde um Grundstücke für die Sportanlagen gestritten, doch jetzt haben alle Beteiligten eine Lösung gefunden, die wie ein Quadratur des Kreises wirkt.

Der Durchbruch ist geschafft – und die Erleichterung war Schulleiter Martin Bader deutlich anzusehen: „Ich freu’ mich, aber wie!“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. „Ich bin froh, dass die Entscheidung so getroffen wurde. Und jetzt hoffe ich, dass wir baldmöglichst umziehen können.“ Jahrelang waren die Verhandlungen über einen Neubau des maroden Lessing-Gymnasiums nicht recht vorangekommen, vor allem während der Nuxit-Debatte steckte massiv Sand in Getriebe, doch jetzt geht es zügig voran: Der zuständige Schul-, Kultur-, Sport- und Stiftungsausschuss des Landkreises hat einstimmig entschieden, wie es weiter gehen soll. Ein entscheidender Grund dafür, dass nun zügig weitergeplant werden kann, ist eine Einigung über wesentliche Grundstücksfragen. Landrat Thorsten Freudenberger sprach gar von einer „Ideallösung“.

Das Gymnasium soll auf dem Wiley-Gelände neben der neuen Mark- Twain-Grundschule unweit des Dietrich-Kinos entstehen. Allerdings musste für die Außensportanlagen eine Lösung gefunden werden. Die Stadt bot dem Landkreis als Träger der Schule ein Grundstück an der Europastraße an, am Gelände der Landesgartenschau. Doch der Preis für die rund zwei Hektar Gelände war dem Kreis zu hoch, die Stadt wollte ihrerseits von ihren Vorstellungen nicht abrücken. Ende des vergangenen Jahres wurde eine gänzlich andere Lösung gefunden – ohne das Zwei-Hektar-Areal.

Neben dem neuen Lessing-Gymnasium soll eine Sechsfach-Turnhalle entstehen

Jetzt sollen Grundschule und Gymnasium die in der Nähe liegenden Sportflächen der FOS/BOS mitbenutzen. Dort können noch weitere Spielfelder abgetrennt werden. Im Gegenzug will der Landkreis neben dem neuen Lessing-Gymnasium eine Sechsfach-Turnhalle errichten, die sich die drei Schulen teilen. Dafür müsste die alte Zweifach-Turnhalle bei der FOS/BOS weichen. Sie stammt noch aus den 1960er Jahren und müsste saniert werden. Das wäre aber nach Ansicht der Landkreisverwaltung nicht rentabel. Näheres dazu soll nun ein Gutachten erbringen. Damit steht und fällt gewissermaßen das gesamte Sportflächenkonzept. Landrat Freudenberger gibt sich allerdings zuversichtlich, dass sich in der Gesamtschau herausstellen wird, eine Sanierung des Baus würde sich nicht lohnen. Die Halle müsste einem Allwetterplatz weichen, damit genügend Außensportflächen für die drei Schulen zur Verfügung stehen. Zusätzlich dazu wird ein weiterer Hartplatz neben der Mark-Twain-Schule angelegt.

Mit diesem Konzept würde unweit der Hochschule Neu-Ulm ein Schulzentrum zwischen Kern- und Südstadt entstehen. Die Wege zum Sportplatz bei der FOS/BOS sind deutlich kürzer, als zu dem ursprünglich ins Auge gefassten Gelände an der Europastraße. Dort hätte der Landkreis außerdem noch einen Schallschutz-Wall hochziehen müssen, um das Wohngebiet an der Europastraße abzuschirmen. Auch die notwendige Erschließung der Fläche würde zu weiteren Kosten führen.

Was passiert mit dem jetzigen Grundstück, auf dem das alte Gymnasium steht?

Um die jetzt gefundene Lösung zu erarbeiten, hatten sich im Dezember Vertreter von Stadt- und Landkreisverwaltung, der Regierung von Schwaben sowie die Schulleiter getroffen. Dabei wurde die beschriebene Einigung erzielt. Landrat Freudenberger lobte sämtliche Beteiligten, welche die jetzt gefundene Lösung durch ihr Entgegenkommen ermöglicht hatten. Ganz besonders hob er hervor, dass sich die Stadt Neu-Ulm bei ihren Vorstellungen bewegt habe. Er bedauerte, dass sich die Debatte um das neue Gymnasium so lange hingezogen habe, besonders durch die Bemühungen um den Nuxit sei viel Zeit verloren gegangen.

Die Ausschussmitglieder äußerten sich durchweg positiv zur jetzt gefundenen Lösung. FWG-Mann Jürgen Bischof meinte gar, hier sei „hoffentlich die Quadratur des Kreises gelungen. Die Grüne Gabriele Rzehak-Wartha sprach von einer „Ideallösung“. Herbert Pressl (CSU) lobte seinen Parteifreund Freudenberger, dass er die Angelegenheit mit Geduld und Ruhe vorangetrieben habe.

Unklar ist noch, was einmal mit dem Grundstück an der Augsburger Straßen geschehen soll, auf dem das alte Gymnasium steht. Bisher sei angedacht gewesen, eine Gesamtlösung im Zuge des Neubaus zu finden, so Freudenberger, „aber das sollten wir noch mal ausklammern“. Das Grundstück war im Zuge der Gebietsreform 1972 an den Landkreis übertragen worden.

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