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19.10.2009

Ehemaliger General wird 80

Ulm (jpt) - Der ehemals Kommandierende General des früher in Ulm stationierten II. Korps der Bundeswehr, Generalleutnant Werner Lange, vollendete dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Pragmatiker und Schöngeist, Realist und Visionär zeichnen die militärische Laufbahn, aber auch seine privaten und menschlichen Fähigkeiten aus.

Ende September 1929 in Pommern geboren, waren seine ersten soldatischen (negativen) Erfahrungen als Kindersoldat am Ostwall an der deutsch polnischen Grenze sowie als Wehrmachtssoldat. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft begann Lange eine Ausbildung als Buchhändler und avancierte später zum Lektor. "Das Lektorat verfolgt mich noch heute", so der mit Ehefrau Karin verheiratete Pensionär. "Für meine beiden Söhne, einem Generalstabsoffizier und einem Juraprofessor, bin ich der Lektor."

Als einer der ersten Soldaten startete der 80-Jährige seine militärische Laufbahn 1956 in Bremen. Nach der Ausbildung zum Panzeroffizier und Absolvierung der Generalstabs-Ausbildung führte ihn seine Laufbahn, "und darauf bin ich besonders stolz", so der ehemalige General, bis auf eine Verwendung als Kommandeur der Schule für Innere Führung in Deutschland quer durch die Republik immer bei der Panzertruppe.

Höhepunkt seiner Karriere war die Ernennung als einer von drei Sterne-Generälen zum Kommandierenden General des süddeutschen II. Korps mit der Luftlande- und der Gebirgsdivision als Exoten neben zwei weiteren Divisionen (insgesamt etwa 80 000 unterstellte Soldaten nicht nur in Süddeutschland).

Als Visionär bewies er sich bei Großübungen. Bei der deutsch-amerikanischen Übung "Flinker Igel" 1984 führte er als Erstes das Feldpostsystem ein, das wertvolle Erkenntnisse für die heutigen Auslandseinsätze der Bundeswehr lieferte. Bei der größten Übung des deutschen Heeres "Kecker Spatz" 1987 unterstand erstmals einem deutschen General ein französisches Korps, das mit seinem nuklearen Potenzial bis weit vor die Tore Regensburg ging, auch ein Beitrag zur späteren Wiedervereinigung. "Ein kleines Mosaiksteinchen" wehrt Werner Lange bescheiden ab, bevor er sich mit Frau Karin vor einer USA-Reise auf einen Kurzurlaub in seinen Lieblingsort in den Schwarzwald begibt.

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