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Landkreis Neu-Ulm

17.10.2019

Ehrenamtskarte ist bei der Feuerwehr Trumpf

Bei der Feuerwehr ist die Ehrenamtskarte besonders beliebt.
Bild: Wolfgang  Widemann

Plus Die Vergünstigungen für Freiwillige werden im Landkreis Neu-Ulm gerne angenommen

Die Feuerwehren werden gerne mal als die größte Bürgerinitiative wahlweise Deutschlands oder der Welt bezeichnet. Wie sehr die Wehr zahlenmäßig manchmal die Nase vorn hat, zeigt sich bei der Ehrenamtskarte. Das kleine Kärtchen, das Ehrenamtlichen einige Vergütungen gewährt, kommt im Landkreis Neu-Ulm vor allem bei den Frauen und Männern mit dem Schutzpatron St. Florian an. Seit gut einem Jahr wird die Karte hier für engagierte Menschen ausgegeben – mit großem Erfolg. Am Mittwoch wurde im zuständigen Kreis-Ausschuss für Senioren und Gesundheit Bilanz gezogen.

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Die Ehrenamtskarten sind beliebt

Dass die rundweg positiv ausfallen würde, war vor einigen Jahren noch nicht zu erwarten. Da rührten sich in den Debatten sehr deutlich die Skeptiker, die befürchteten, die Nachfrage könnte nicht besonders hoch sein. Der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge etwa hatte noch im November 2016 gesagt, die Karte sei nicht notwendig. Gut ein Jahr später jedoch wurde einstimmig beschlossen: Die Ehrenamtskarte kommt. Letztendlich fielen die Kosten geringer aus, als in den anfänglichen Diskussionen befürchtet. Im September 2018 wurde sie dann offiziell eingeführt – und bereits sieben Monate später überreichte Landrat Thorsten Freudenberger das tausendste Exemplar.

Die 1000. Ehrenamtskarte geht an einen Feuerwehrmann

Dass der Empfänger ein Feuerwehrmann aus Ritzisried war, kann bei näherer Betrachtung nicht als Zufall angesehen werden, denn das Löschwesen ist in der Schar der Kartenhalter ganz besonders stark vertreten. Insgesamt besitzen bereits 1340 Menschen im Landkreis das Kärtchen. Es gewährt bei mittlerweile 20 sogenannten Akzeptanzstellen Vorteile. Dazu gehören etwa Schwimmbäder, das Dietrich-Kino in Neu-Ulm, das Bildungszentrum in Roggenburg, Fitnessstudios, Sportgeschäfte oder der Waldseilgarten in Wallenhausen. Jenseits der Kreisgrenzen winken Vergünstigungen bei staatlichen Einrichtungen wie Museen, Burgen Schlössern oder der weiß-blauen Seenschifffahrt. Und das Legoland ist auch dabei. Von sämtlichen Karteninhabern im Landkreis stellt die Freiwillige Feuerwehr das mit Abstand größte Kontingent: 54 Prozent. Danach folgen Angehörige von Rettungsorganisationen (18 Prozent). Am wenigsten setzen politisch Engagierte auf die Karte. Ihr Anteil beträgt nur 0,07 Prozent. Das sind noch mal weniger als der Anteil der Freiwilligen aus dem Bereich Migration und Integration.

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Wie aus der am Mittwoch vorgelegten ersten Jahresbilanz hervorgeht, gibt es auch regionale Schwerpunkte. So finden sich die weitaus meisten Kartenbesitzer im Raum Senden – es sind 308 Frauen und Männer. Dahinter folgen Weißenhorn (177) und Neu-Ulm (176). Zur Abrundung noch eine letzte Zahl: Beim Geschlecht gibt es ein klares Übergewicht: 948 Inhaber sind männlich, 392 weiblich.

Immer mehr gewähren Vergünstigungen auf die Ehrenamtskarte

Das Projekt Ehrenamtskarte liegt in den Händen der Freiwilligenagentur Hand in Hand. Dort investieren die beiden Mitarbeiterinnen Mareike Vierling und Doris Böck viele Stunden, um Anträge zu bearbeiten oder auch um neue Partner zu finden, die Vergünstigungen gewähren. Dadurch soll die Karte noch attraktiver werden. Wie Mareike Vierling in der Ausschusssitzung sagte, seien sie sehr stolz, die Zahl der Partner von ursprünglich nur fünf auf 20 gesteigert zu haben: „Wir werden mittlerweile von Firmen sogar direkt angefragt.“

Allerdings seien die Einflussmöglichkeiten beschränkt, denn Vergünstigungen ließen sich nicht erzwingen und würden freiwillig gewährt. Manchmal liegt es auch an Zuständigkeiten. So hatte der Grünen-Kreisrat Ernst-Karl Ehrmann angeregt, den Besitzern von Ehrenamtskarten das Parken in bestimmten Bereichen kostenlos zu gewähren. Etwa bei der Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm sei die Stellplatzsituation „sehr schwierig“. Doch dafür ist die Stadt zuständig, „da haben wir keine Handhabe“, bedauerte Mareike Vierling. Alles gehe halt nicht, sagte Landrat Thorsten Freudenberger, dazu müssten jeweils Gespräche „vor Ort geführt werden“.

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