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Senden

24.03.2020

Ein Altenheim bereitet sich auf Corona vor

St. Elisabeth hat schon früh auf das Coronavirus reagiert.

Wie geht ein Altenheim mit den Herausforderungen durch Corona um? Der Geschäftsführer von St. Elisabeth in Senden erzählt.

Das Coronavirus ist in aller Munde, doch wie reagieren Altenheime auf die Auswirkungen? Jeton Iseni, Geschäftsführer des Altenzentrums St. Elisabeth, erzählt: Nachdem die Schulen und Kitas geschlossen hatten, wurde eine Wohnung, die von der Friedrich-Notter-Stiftung zur Verfügung gestellt wurde, als Spielzimmer für Kinder von Mitarbeitern eingerichtet. Die größtenteils alleinerziehenden und teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter konnten innerhalb einer privat organisierten gegenseitigen Betreuung bis zu vier Kinder betreuen. Somit konnte die Pflege und Versorgung der Patienten und Bewohner aufrechterhalten werden. Zudem bekam jeder alleinerziehende Mitarbeiter eine Woche bezahlten Betreuungsurlaub.

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Das Betretungsverbot durch die Allgemeinverfügung des Landratsamts habe man schon kommen sehen „und ehrlich gesagt früher erhofft“, so Iseni. Der Notfallplan beinhalte zudem den Einbezug von Familienangehörigen in die Pflege im Rahmen einer ehrenamtlichen Vereinbarung mit der Einrichtung. Sollte es zum Ausnahmezustand kommen, dass die Pflegekräfte aufgrund von Infektion und Quarantäne nicht weiter arbeiten können, habe man bereits jetzt die rechtlichen Schritte geklärt, um Familienangehörige als Helfer aufnehmen zu können.

Ein Altenheim bereitet sich auf Corona vor

So geht das Sendener Altenzentrums St. Elisabeth mit Corona um

In St. Elisabeth gab es vier Fälle von Mitarbeitern, die mit potenziell Infizierten engeren Kontakt hatten. Diese bleiben bis zum Ergebnis des Tests der Bekannten zu Hause – bei vollem Gehalt. Das Essen auf Rädern und Essen für Bewohner und Tagespflegegäste bleibt. Mitarbeiter der ambulanten Hauswirtschaft fahren es aus, da die derzeitigen Lieferanten ehrenamtliche, oft ältere Menschen sind, die geschützt werden sollen. „Finanziell ist das hart für uns, aber der Mensch hat einen höheren Wert“, sagt der Geschäftsführer.

Seit Mitte März wurden Schichtabgrenzungen in der Sozialstation und dem Pflegeheim eingeführt. Auch bei den Pausen muss darauf geachtet werden, dass höchstens zwei Leute gemeinsam Pause machen. Die Dienstkleidung muss täglich gewechselt werden, die Hauswirtschaft reinigt und desinfiziert bis zu vier Mal täglich sämtliche Lichtschalter, Türklinken, Handläufe und anderes. Der Geschäftsführer bittet darum, dass Bürger übrige Mundschutzmasken in verpackten Kartons spenden. Zudem könne man Geld an das Josefswerk spenden. (az)

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