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09.05.2010

Ein Bach ums Kraftwerk

Ulm/Neu-Ulm Die Fischtreppe in der Schleuse am Wasserkraftwerk Böfinger Halde hat ausgedient. Ersetzt wird sie durch einen naturnah gestalteten Bach, über den Fische künftig um das Kraftwerk herumschwimmen können und überdies Laichplätze finden. Die Arbeiten zu dieser "Umgehungsgerinne" begannen gestern. Kostenpunkt: 570 000 Euro, die von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm getragen werden.

Das Unternehmen schafft damit einen ökologischen Ausgleich zur Anhebung des Donau-Wasserspiegels, der die Stromgewinnung im Kraftwerk um jährlich rund 4,4 Millionen Kilowattstunden erhöhen wird.

Infolge der Bauarbeiten muss der Fuß- und Radweg auf dem Donaudamm auf zwei Abschnitten bis voraussichtlich Anfang Juli gesperrt werden. Ab Montag, 3. Mai, ist dieser Dammweg ab dem Tennisplatz Offenhausen bis zum sogenannten Jägerplatz oberhalb des Kraftwerks gesperrt. Eine Umleitungsstrecke ist ausgeschildert. Offen bleiben hingegen der Kraftwerkssteg und die rund 500 Meter Dammweg zwischen dem Kraftwerk und dem Jägerplatz. Sämtliche Arbeiten sollen bis Anfang August erledigt sein.

Um den neuen Fischaufstieg anzulegen, nutzen die Bautrupps den parallel zur Donau verlaufenden Reinzgraben. Der Graben erhält zwei Verbindungen zur Donau. Die Fische steigen über eine sogenannte Raue Rampe unterhalb der Kraftwerksschleuse in den Reinzgraben ein, durchschwimmen diesen auf rund 800 Metern Länge und gelangen über einen neu anzulegenden Ausstieg bei den Schrebergärten in der Nähe des Golfplatzes wieder in die Donau.

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Über diese neue Mündung gelangen je Sekunde rund 1000 Liter Donauwasser in den Reinzgraben. Beim Jägerplatz verlängern die Stadtwerke den Graben durch eine neue Schleife, um die Fließgeschwindigkeit zu verlangsamen und den naturnahen Charakter des Gewässers zu betonen. Mit der Umgestaltung des Reinzgrabens schaffen die Stadtwerke auch Ersatz für die Laichplätze, die oberhalb der Eisenbahnbrücke durch die Anhebung der Donau verloren gehen. Denn die Erhöhung des Wasserspiegels um bis zu 50 Zentimeter verschiebt die Stauwurzel des Wasserkraftwerks um rund 240 Meter flussaufwärts.

Saniert und um rund 50 Zentimeter erhöht hat die SWU die beiden Schleusentore am Kraftwerk. Die massiven Tore, die aus der Zeit des Kraftwerksbaus 1953 stammen, waren zur Sanierung ausgebaut worden. Vor Kurzem wurden sie per Spezialtransporter wieder angeliefert. Das größere der Tore ist zehn Meter hoch und wiegt rund elf Tonnen. Auch die Schleusensteuerung wurde erneuert, speziell im Hinblick darauf, dass die Benutzung der Schleuse für die Wassersportler noch sicherer wird. Installiert wurde zusätzlich ein Notaus-Schalter. Die Schleusenantriebe funktionieren mit einer biologisch abbaubaren Hydraulikflüssigkeit. Das ist wichtig, falls einmal Flüssigkeit durch undichte Stellen verloren gehen sollte. Für die Schleusensanierung wendet die SWU nochmals rund 150 000 Euro auf. (az)

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