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18.05.2009

Ein Blick in den Kreißsaal der Natur

Buch-Obenhausen Langsam quält sich das Weibchen aus seinem Kokon. Fast neun Monate hat es dort verbracht. Jetzt, bei den ersten Sonnenstrahlen am Vormittag, will es hinaus in den Frühling.

Zehn Minuten vielleicht dauert es, hat der Illertisser Schmetterlingsforscher Klaus Heinze beobachtet, bis das Kleine Nachtpfauenauge geschlüpft ist, noch mal so lange, bis es seine herrlich gemusterten Flügel entfaltet hat. Und dann bleibt das Weibchen erst mal sitzen mitten im Mädesüß - und regt sich nicht. Es wartet einfach nur auf ein Männchen. Und die schwirren tagsüber mit einem irren Tempo durch die Landschaft. Bis zu 30 Stundenkilometer werden sie schnell auf der Suche nach einem paarungswilligen Weibchen. Wenn sich dann zwei gefunden haben, paaren sie sich am Nachmittag, am Abend beginnt das Weibchen damit, bis zu 150 Eier abzulegen.

Ein Spaziergänger wird die Tiere kaum zu Gesicht bekommen

Ein Spaziergänger wird die Schmetterlinge kaum zu Gesicht bekommen: Die Männchen sind zu schnell, die Weibchen sind nur in der Nacht unterwegs. Allein mit einer Quecksilberdampflampe hat sie Klaus Heinze mal beobachten können.

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Besonders die Männchen bestechen durch die auffällige Musterung ihrer Flügel. Doch sie sind weit mehr als nur Schmuck.

Damit wollen die Insekten ihre Feinde erschrecken oder sogar in die Flucht schlagen. Vor allem Vögel und Fledermäuse haben es auf die Schmetterlinge abgesehen.

Sollte jemand dem Falter unversehens doch einmal zu nahe kommen und ein paar Schuppen abstreifen, so ist das noch längst nicht das Todesurteil. Der Schmetterling kann noch weiterfliegen, die Schuppen jedoch wachsen nicht mehr nach. Gefährlich wird es erst für das Tier, wenn sein Flügel abknickt.

Noch bis Mitte Mai schlüpfen die Tiere aus ihren Kokons und legen Eier, in der Region vor allem in den Niedermooren des oberen Rothtals.

Die Raupen verpuppen sich im Juli oder August, ehe im kommenden Frühjahr wieder neue Schmetterlinge geboren werden.

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