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Roggenburg

12.11.2017

Ein Buch voller Geschichte

Bürgermeister Stölzle, Verfasser Lothar Mareis, Pater Roman Löschinger und Ludolf Karletshofer vom Heimatpflege-Verein (von links) zeigen das Buch.
Bild: Angela Häusler

100 historische Episoden aus Roggenburg sind jetzt in einem Sammelband erhältlich. Der Verfasser erzählt von seinen Recherchen.

100 Ausgaben der „Roggaburger Gschichtsblättla“ hat der Verein für Heimatpflege Roggenburg mittlerweile herausgegeben. Grund genug, die bisher einzeln veröffentlichten Blätter nun in einem Sammelband auf den Markt zu bringen. Enthalten sind lesenswerte Episoden aus der örtlichen Vergangenheit. 150 Exemplare hat der Verein drucken lassen.

Bereits seit 1981 erscheint das „Roggaburger Gschichtsblättle“ zwei- bis dreimal im Jahr. Der Verein für Heimatpflege lässt es kostenlos an alle Haushalte verteilen. Nach seinen Vorgängern Friedrich Weiß, Wolfgang Mayer und Adolf Thoma ist derzeit Lothar Mareis Verfasser der Blätter. Seit 2003 ist er Archivpfleger der Gemeinde und hat damit Zugang zu vielen Quellen, die für die „Blättla“ infrage kommen.

Die Inhalte sind denkbar breit gefächert. „Ich stoße entweder im Archiv auf interessante Themen oder werde durch Anfragen darauf aufmerksam“, sagt Mareis. So führte etwa eine Frage von Touristen, die sich auf das Roggenburger Schloss bezog, zu einem Blättle über dieses Gebäude, das, so wird berichtet, im Jahr 1716 als Amtshaus für das Reichstift Roggenburg gebaut wurde. Auch die Geschichte der Postzustellung in Roggenburg wird beleuchtet und die Tatsache, dass dort 1903 das erste Telefon installiert war. Kurios fallen die Beschreibungen aus, die Berichterstatter des einstigen Landgerichts im 19. Jahrhundert über Roggenburg und Umgebung verfassten. Bewerteten sie die Bewohner doch als „durchtriebenen Menschenschlag“, dessen „Dichten und Trachten auf schnelle Bereicherung gerichtet ist“. Immerhin, so heißt es, seien sie, obwohl streitlustig, doch nur „in seltenen Fällen zu Raufereien geneigt“.

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Um sich die Kenntnisse für die Geschichten anzulesen und möglichst viele Quellen in Augenschein zu nehmen, war Autor Lothar Mareis oft unterwegs, auch in staatlichen Archiven, etwa in Augsburg. „Die Recherche ist natürlich die Hauptarbeit“, erzählt der Archivar. Bei der Umsetzung des Bands habe aber auch Ehefrau Marianne viel geholfen. Für die Zukunft hat Mareis noch viele Ideen: „Im Archiv lagert noch einiges“, erzählt er mit einem kleinen Leuchten in den Augen.

Verkauf: Die „Roggaburger Gschichtsblättla“ sind für 19 Euro im Bürgerbüro, bei der Gemeindeverwaltung sowie im Gemeindearchiv in Schießen erhältlich. Auch im Klosterladen werden sie verkauft.

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