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Roggenburg

07.04.2015

Ein Duo vertreibt die Winterkälte

Virtuoses Duo an Orgel und Posaune: Tobias Rägle (rechts) und Siegfried Gmeiner beim Konzert zur Eröffnung des Roggenburger Sommers in der Klosterkirche.
Bild: mde

Posaunist Tobias Rägle und Organist Siegfried Gmeiner eröffnen den Roggenburger Sommer in der kühlen Klosterkirche.

In Roggenburg gehen die Uhren anders. Das verkünden dort nicht nur die Glocken der Klosterkirche mit ihrem einzigartigen Doppelschlag, das belegt auch der Beginn des „Roggenburger Sommers“, der bereits in die Osterzeit fällt. Eingeleitet wurde das jährliche Kulturereignis mit einem virtuosen Duo, dem Bassposaunisten des Philharmonischen Orchesters Ulm, Tobias Rägle, und dem hellen Licht an der Ulmer Orgellandschaft, Siegfried Gmeiner.

Musik, welche mit der strahlenden Osterbotschaft den heraufleuchtenden Sommer ankündigt und die Kälte in der Kirche vergessen lässt, versprachen Kirchenmusiker und Prior Pater Stefan Kling dem Publikum. Scheinbar kann der musikalische Gottesmann tatsächlich gut mit Petrus, denn bei der „Auferstehung Christi“, dem Tongemälde in sieben Bildern von Justin Heinrich Knecht (1752-1817), erhellte plötzlich die Sonne das kühle Kirchenschiff und beleuchtete das Bild des Triumphgesanges der Engel wie eine wärmende Botschaft. Vermittelt wurde diese Botschaft von den beiden Künstlern, die mit der „Parthia No. 1 D-Dur“ des Obermarchtaler Prämonstratensers Isfried Kayser (1685-1750) solistisch und im Duett einfühlsam unterstrichen, dass geistliche Weltmusik auch in unserer Heimat geboren wurde.

Orgel und Posaune ergänzten sich im Gegensatz. Mal wiegte sich die Posaune im tiefen, warmen Klang und die Orgel nahm sich im Basso contunio weit zurück, mal strahlte die große Roggenburgerin mit allen Registern. Wenn dann Rägle und Gmeiner bei Alexandre Guilmants (1837-1911) „Morceau symphonique“ im herrlichen Wettstreit musizierten, dann wurde hörbar, dass die Besetzung von Orgel und Posaune wahrhaft unerhörte Tonwelten erschaffen kann. Jazzig-bluesig tönte es von der Orgelempore, als Gmeiner in der „Passacaglia in blue – Christ ist erstanden“ von Jürgen Borstelmann (*1963) spürbar werden ließ, dass die österliche Botschaft auch im zeitgenössischen Kleid nichts von ihrer hoffnungsvollen Kraft verliert.

Mit dem Frohlocken der Engelscharen in Franz Liszts (1811-1886) „Hosanna – Choral und Fantasie für Bassposaune und Orgel“ endete ein mitreißendes Konzert und der Roggenburger Sommer setzte ein erstes leuchtendes Zeichen am Kulturhimmel. (mde)

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