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Holzheim

26.11.2017

Ein Elfjähriger will zur Freiwilligen Feuerwehr

Mit der Bildung einer Kindergruppe will die Freiwillige Feuerwehr Holzheim ihre Nachwuchsarbeit ausbauen.
Bild: Willi Baur

Der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft schlägt vor, eine Kindergruppe einzurichten. Das löst im Gemeinderat Diskussionen aus.

Vielleicht hat ihn die Schauübung vor einigen Wochen motiviert, vielleicht auch ein etwa gleichaltriger Kumpel, der im Schutzanzug regelmäßig den Ernstfall übt: Jedenfalls will in Holzheim ein Elfjähriger zur Freiwilligen Feuerwehr. Für deren Jugend ist er ein Jahr zu jung. Das hat den Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Konrad Müller, nicht nur zu einer detaillierten Sitzungsvorlage veranlasst, sondern auch im Gemeinderat zu einer Debatte geführt, inklusive eines ungewohnt heftigen Wortgefechts zwischen Bürgermeisterin Ursula Brauchle und ihrem Stellvertreter Thomas Hartmann ( CSU/Dorfgemeinschaft).

Müller hatte in seinem Papier die aktuelle Rechtslage dargelegt, dabei auch die Bildung einer Jugendgruppe bei der Feuerwehr empfohlen und sogleich die Zustimmung des Gremiums dazu eingefordert. „Erst mit dieser Zustimmung der Gemeinde wird die Kindergruppe Teil der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr mit der Folge, dass dann auch die Verantwortlichkeit auf den Kommandanten übergeht“, sagte der VG-Beamte über die Konsequenzen. Ferner, fügte Müller hinzu, gelte damit für die Feuerwehrkinder auch der gesetzliche Unfallversicherungsschutz.

Aus Sicht des Dritten Bürgermeisters Michael Kling (CSU/DG), selbst Feuerwehrkommandant im Ortsteil Neuhausen, war das ein durchaus begrüßenswerter Aspekt. Hartmann gab sich derweil ungleich skeptischer: „Stimmt der Kommandant der Sache zu und weiß er, worauf er sich damit einlässt?“, wollte er von der Bürgermeisterin wissen.

Brauchles Antwort war deutlich: „Die Kinderfeuerwehr basiert ja auf einer Initiative des Kommandanten und wir wissen schon, was wir tun.“ Hartmann akzeptierte das wohl, legte aber noch einmal nach: „Ich erbitte mir die Freiheit, Dinge zu hinterfragen, ohne damit die Verwaltung anzugreifen.“ Brauchle gab zurück: Müller sei Hauptamtsleiter und wisse schon, „was er verfasst“. Zudem habe er sich über den Sachverhalt gründlich informiert.

Zur Abstimmung war der Konflikt schließlich ausgeräumt, das Meinungsbild für die Einrichtung einer Kinderfeuerwehr ausnahmslos positiv. Der Beschluss gilt übrigens nur für die Holzheimer Wehr. In Neuhausen denkt man Kommandant Kling zufolge nicht an eine Nachwuchsgruppe. Der Grund: „Es gibt zu wenige Kinder“, sagt er.

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