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Senden

10.01.2019

Ein Fall fürs Gericht: Wann ist ein Zaun zu hoch?

Der Streit um einen Zaun ging vor das Verwaltungsgericht Augsburg.
Bild: Archivfoto: Kaja Röderer

Ein Sendener klagt vor dem Verwaltungsgericht: Seine Nachbarin durfte einen Sichtschutz bauen und er nicht.

Ein Zaun ist eine einfache Sache – könnte man meinen. Dass dem nicht so ist, zeigt ein Fall aus Senden, der vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg verhandelt wurde.

Ein Sendener will einen Zaun an verschiedenen Stellen entlang seines Grundstücks errichten. Dieser soll 1,83 Meter hoch werden – auch eine Nachbarin hat ihr Grundstück mit einem derartig hohen Sichtschutz umschlossen. Das Problem: Erlaubt sind laut Bebauungsplan nur 80 Zentimeter Höhe. Der Anwohner hat bereits einen Antrag auf Befreiung dieser vorgegebenen Richtlinien gestellt, die Stadtverwaltung hätte mitgemacht, doch der Sendener Bauausschuss hat abgelehnt. Die Begründung damals: Wenn jeder derart hohe Zäune um seinen Garten errichtet, fühle man sich wie im „Sträflingslager“. Der Anwohner fühlt sich ungleich behandelt, hat doch die Nachbarin ihren Zaun genehmigt bekommen. Wegen der abgelehnten Baugenehmigung trat er vor das Verwaltungsgericht.

Die Rede war in Senden von einem Sträflingslager

Vorsitzende Richterin Beate Schabert-Zeidler war um einen Kompromiss bemüht. Sie schlug dem Anwohner vor, nur eine Lücke mit einem Zaun zuzumachen und dafür einen größeren Teil um eine Ecke frei zu lassen. Stadtbaumeisterin Manuela Huber will sich gemeinsam mit dem Bürgermeister dafür einsetzen, dieses Teilstück zu genehmigen. Diesem Vergleich stimmten schließlich Kläger und die Vertreter der Stadt Senden, die zu dritt nach Augsburg gekommen waren, zu.

Der Kläger brachte in der Verhandlung seinen Unmut darüber zum Ausdruck, wie in Senden mit Bauanträgen umgegangen wird. Der genehmigte Zaun der Nachbarin stehe erst seit dem Jahr 2016. „Wenn man für einen Zaun sein Okay gibt, muss das für andere Anträge auch gelten“, sagte er. Er finde die Zäune nicht mal schön, doch entweder müssten alle genehmigt werden oder alle weg.

Richterin Schabert-Zeidler zeigte Verständnis für den Kläger. Warum Verwaltung und Ausschuss andere Zäune genehmigten und diesen nicht, wisse sie nicht, sagte sie. Doch vor dem Verwaltungsgericht könne nicht entschieden werden, dass alle Zäune wieder abgebaut werden müssen. „Die Nachbarin hat eine Befreiung von der Stadt, da können wir nichts machen.“

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