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Weißenhorn

14.11.2019

Ein Festival mit Genies und ihren Vorbildern

Esther Kretzinger ist die Intendantin des Festivals.
Foto: Bryan Reinhart

„Weißenhorn Klassik“ beginnt mit einem Auftritt des Kölner Pleyel Quartetts im Fuggerschloss - und bringt auch danach internationale Künstler in die Fuggerstadt.

Auch Esther Kretzinger hat Vorbilder: „Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, etwas lernen oder entdecken zu können“. Solche Menschen – genauer gesagt Künstler – hat die Sopranistin zur sechsten Ausgabe ihres Festivals „Weißenhorn Klassik“ eingeladen, das dieses Jahr unter dem Motto „Vorbilder“ steht. Los geht es am Samstag, 16. November, um 19 Uhr mit einem Konzert im Weißenhorner Fuggerschloss, das einen Bogen zum Maler Franz Martin Kuen schlägt, dessen 300. Geburtstag 2019 in der Stadt gefeiert wird.

Denn alle Stücke, die das Kölner Pleyel Quartett im Ratssaal spielt, befanden sich laut erhaltener Inventarliste in der Musikaliensammlung der Fugger: Werke von Joseph Haydn, Ignaz Pleyel und Wolfgang Amadeus Mozart, alle drei wie Kuen im 18. Jahrhundert geboren. Drei Komponisten, die für andere Vorbilder wurden – und selbst sich von italienischen Meistern beeinflussen ließen, so wie der Weißenhorner Rokokomaler vom Venezianer Tiepolo. „Alle Komponisten sind inspiriert von den alten Meistern, aber ihre Musik ist immer ein Spiegel der Zeit“, sagt Kretzinger.

Bei "Weißenhorn Klassik" treten Israelis und ein Palästinenser auf

Bis Weihnachten läuft das vom Verein Klang & Kunst veranstaltete Festival, das für Intendantin Kretzinger in diesen Zeiten noch eine weitere wichtige Botschaft hat: die der Toleranz und der Völkerverständigung. So treten im Rahmen von „Weißenhorn Klassik“ mit dem Mandolinistin Avi Avital und dem Pianisten Omer Klein zwei jüdisch-israelische Künstler auf (Sonntag, 24. November, 18 Uhr, Fuggerschloss). Sie spielen Johann Sebastian Bach – und Jazziges von Klein selbst. Saleem Ashkar, palästinensischer Christ, bringt bei einem Klavierrecital Werke von Ludwig van Beethoven und Pierre Boulez zu Gehör (Samstag, 30. November, 19 Uhr, Fuggerschloss).

Diese beiden Veranstaltungen sind ebenso Teil des Festivalabos wie das im Zeichen der Avantgarde stehende Aufeinandertreffen des Ensembles Adapter mit dem Duo Klanggalerie und Kretzinger selbst (Samstag, 23. November, 19 Uhr, Fuggerschloss Weißenhorn) sowie das abschließende „Venezia triumphans“ mit Dmitry Sinkovsky (Countertenor, Violine) und Olga Watts (Cembalo) (Donnerstag, 26. Dezember, 19 Uhr, Stadttheater). Zum Programm gehören zudem noch zwei sonntägliche Familienkonzerte (17. November und 8. Dezember, jeweils 16 Uhr im Fuggerschloss). Abgesagt hingegen ist die Veranstaltung „Carte blanche“ (Sonntag, 1. Dezember), bei der Gymnasiasten und chinesische Talente aufeinandertreffen sollten. Laut Kretzinger gab es Termin- und Visa-Probleme. Die Weißenhorner Schüler sind nun vor den Abendveranstaltungen zu hören. (mgo)

Karten gibt es unter anderem auf weissenhornklassik.com, bei Blende 22 in Neu-Ulm und an der jeweiligen Abendkasse.

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