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Weißenhorn

12.01.2018

Ein Herz für den Landkreis Neu-Ulm

Kommunalpolitiker aus Weißenhorn wollen eine Charmeoffensive starten, um die Abspaltung Neu-Ulms zu verhindern. Dafür suchen sie kreative Unterstützer.

Die Pläne Neu-Ulms, sich vom Rest des Landkreises abzuspalten, kann der Weißenhorner Jürgen Bischof nicht einfach so hinnehmen. Der langjährige Vorsitzende des TSV Weißenhorn und Kreisrat der Freien Wähler findet drastische Worte: „Mit Neu-Ulm wird das Herz des Landkreises herausgebrochen.“ Durch den Nuxit, ist er überzeugt, würden beide Seiten nur verlieren. Mit dem ÖDP-Stadtrat Ulrich Hoffmann und dem FDP-Kreisvorsitzenden Michael Zimmermann hat Bischof zwei Weißenhorner gefunden, die seine Meinung teilen. Gemeinsam wollen sie nun eine Charmeoffensive für den jetzigen Landkreis starten und damit auf die Neu-Ulmer Bürger und Stadträte zugehen.

Hoffmann hat als Ehe- und Familienseelsorger schon von Berufs wegen ein Interesse daran, Trennungen zu verhindern. Er war überrascht davon, dass es so ruhig geblieben ist im Landkreis, als Neu-Ulm seine Pläne für die Kreisfreiheit publik gemacht hatte. „Die Stadt hat das Recht dazu“, sagt Hoffmann. „Aber die Überlegungen scheinen aus der Zeit gefallen zu sein.“ Zwar könne der Landkreis auch ohne seine bisherige Kreisstadt überleben. Doch für die Zukunft sei ein Miteinander besser. „Wir müssen dafür werben, als Kreis zusammenzubleiben“, betont der Vorsitzende des Heimat- und Museumsverein Weißenhorn und Umgebung.

Dafür sollen kreative Köpfe helfen. Die Weißenhorner wollen bewusst kein parteipolitisches Bündnis schaffen, sondern auch Akteure etwa aus dem kulturellen Bereich mit einbinden. Ein gemeinsames Sportturnier, eine Postkarten-Aktion, ein Platzkonzert einer Musikkapelle aus dem Landkreis mitten in Neu-Ulm – es seien viele Aktionen denkbar, sagt Kreisrat Bischof. Er kann sich das Motto „Starke Stadt in starkem Landkreis“ gut vorstellen und hat schon erste Skizzen mit Herzen und dem Neu-Ulmer Wasserturm angefertigt. Zum Auftakt veranstaltet das Trio ein Treffen am 1. Februar (siehe Infokasten), zu dem Interessierte kommen können.

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Bischof, Hoffmann und Zimmermann wollen es jedenfalls nicht allein dem Neu–Ulmer Stadtrat überlassen, über die Kreisfreiheit zu entscheiden. Der steht dem Nuxit mehrheitlich positiv gegenüber. „Über die Auswirkungen gibt es bis heute kein Gutachten“, kritisiert Zimmermann, dessen Tochter Christina die FDP im Kreistag vertritt. Und nach einem Systemwechsel es schwierig, Dinge wieder zum Laufen zu bringen. Auch Bischof ist überzeugt, dass der Nuxit nicht nur Folgen für viele Lebensbereiche der Neu-Ulmer, sondern aller Bürger im Landkreis haben wird. Als Beispiele nennt er die Krankenhäuser, die dadurch weiter geschwächt würden, und die Schullandschaft, die zerlegt würde, sowie wirtschaftliche Konsequenzen. „Die Pro-Kopf-Verschuldung des Landkreises wird massiv ansteigen“, sagt Bischof. Des Weiteren würden Elchingen und Nersingen geografisch betrachtet stärker an den Rand gedrängt werden. Vielen Bürgern des Landkreises sei nicht wirklich klar, was die Abspaltung für sie bedeuten würden, ergänzt Hoffmann.

Als einzige Chance, den Nuxit noch zu stoppen, sehen die Kommunalpolitiker einen Bürgerentscheid. Für diesen setzt sich wie berichtet eine Initiative um den Neu-Ulmer Grünen Klaus Rederer ein. Die Weißenhorner wollen mit dieser Gruppe zusammenarbeiten. „Es braucht den Bürgerentscheid“, sagt Bischof. „Wir wollen die Neu-Ulmer Bürger dazu aufrufen, das Bürgerbegehren dafür zu unterstützen und – wenn es zu einem Bürgerentscheid kommt – für den Verbleib im Landkreis zu stimmen.“

Die Weißenhorner haben im Übrigen einen anderen Blick auf die außerordentlich positive Entwicklung der Stadt Neu-Ulm, die Oberbürgermeister Gerold Noerenberg als Argument für die Kreisfreiheit anführt. Nur in Verbindung mit dem Landkreis sei der Aufstieg möglich gewesen. „Der Landkreis Neu-Ulm ist ein Erfolgsmodell“, sagt Bischof. Dem fügt Hoffmann noch hinzu: „Es ergibt keinen Sinn, ein starkes Team zu verändern.“

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