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Illerberg

19.04.2015

Ein Illerberger ist Schlittenhunde-Weltmeister

Er behielt den Überblick im Schneegestöber: Martin Dickel aus Illerberg wurde Weltmeister im Schlittenhunderennen der Mitteldistanz.
Bild: Sammlung Dickel

Wie sich Martin Dickel gegen 50 Konkurrenten durchsetzte. 

Dass er bei der Weltmeisterschaft im Schlittenhunderennen einen der vorderen Plätze erreichen würde, damit hatte der Illerberger Sportler Martin Dickel schon gerechnet. Doch gereicht hat es zu deutlich mehr: Der 25-Jährige ist seit Kurzem amtierender Weltmeister in der Mitteldistanz.

Mit einem Team aus zehn Hunden war Dickel beim dreitägigen Wettkampf in Bernau im Schwarzwald angetreten. In der Mitteldistanz brachte das Team eine Gesamtstrecke von 103 Kilometern hinter sich, und als „Musher“ ist der passionierte Schlittenhundesportler auf dem Schlitten fürs möglichst effektive Zusammenwirken der lauffreudigen Hundemeute verantwortlich. „Ich dachte mir schon, dass ich gute Chancen habe, aber wirklich damit rechnen kann man ja auch nicht“, sagt der Weltmeister. Schließlich hängt der Erfolg sowohl von der eigenen Verfassung als auch von der Konkurrenz und nicht zuletzt von der Tagesform der Vierbeiner ab. „Man ist immer so schnell wie der langsamste Hund“, so Dickel, der diesen hierzulande eher unbekannten Sport bereits im Teenageralter für sich entdeckt hat. Durch seinen Vater, der sich zuerst für dieses Hobby interessierte, entdeckte er seine Passion für diesen Sport. Das erstes Schlittenhunderennen fuhr Martin Dickel mit 15 Jahren, und seither ist kein Winter vergangen, in dem er nicht zu Trainingsfahrten oder Wettkämpfen in die Berge aufbrach. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich der ambitionierte Sportler bei wichtigen Wettbewerben Plätze auf dem Siegertreppchen gesichert. Unter anderem wurde er 2006 Vizeeuropameister der Junioren, war mehrmals Erster bei Deutschland-Cups und feierte Teamsiege im norwegischen „Vindelälvsdraget“. Im vergangenen Winter startete er bei drei Rennen, wurde beim „Norway Trail“ in Norwegen Erster und fuhr auch bei der bayerischen Meisterschaft in Warmensteinach ganz nach vorne.

Bei der Weltmeisterschaft trat er in seiner Klasse gegen 50 Konkurrenten an, von denen der Großteil aus Europa stammte. Eine Anreise aus Übersee mitsamt Hundegespann sei den meisten Sportlern zu aufwendig, weiß Dickel. Den Gesamtsieg errang der Physiker trotz einer Verzögerung: Als sich einer der Hunde leicht verletzte, musste er das durch eine Zerrung lädierte Teammitglied auf den Schlitten packen und mit ins Ziel bringen. So sehen es die Regeln vor. Doch der Vorsprung war noch groß genug, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

In den vergangenen Jahren, meint Dickel, habe sich die Anzahl der Wettkampfteilnehmer in seiner Disziplin verringert. Nicht viele haben Lust und auch Gelegenheit, ein ganzes Hunderudel im Eigenheim unterzubringen, zu erziehen und zu trainieren. Bei den Dickels haben die Hunde auf einem geräumigen Areal hinterm Haus genügend Platz zum Toben – und neben Martin Dickel kümmern sich die Eltern um die drahtigen Hunde, die jeden Tag kiloweise Fleisch vertilgen und ihre Energie bei ausgedehnten Touren loswerden wollen. Trainiert wird ab dem Herbst, doch auch im Sommer sind die Dickels mit dem Gespann rund um Illerberg unterwegs – zum Beispiel auf dem Fahrrad.

Als Preisgeld gab es einen Sack Hundefutter

„Das ist schon ein Sport, der großen Aufwand erfordert“, findet Dickel. Und so wundert es ihn nicht, dass bei diesem Hobby keine Aussicht auf große Preisgelder oder einträgliche Werbeverträge besteht – auch nicht als Weltmeister. Immerhin: Eine Weinflasche und einen großen Sack Hundefutter nahm er bei der Siegerehrung in Empfang. Schon jetzt hat er die nächste Saison im Kopf. Denn bis die losgeht, „sind es ja nur noch acht Monate“.

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