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Ulm

03.03.2021

Ein Jahr danach: So geht es Ulms erster Corona-Infizierten heute

Nach ihrem positiven Corona-Test verbrachte die damals 45-Jährige mehrere Tage in Quarantäne an der Uniklinik in Ulm.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Nach dem Ski-Urlaub in Südtirol wird die damals 45-Jährige als erste Ulmerin positiv auf Corona getestet. Wie geht es ihr heute? Was hat sich seither getan?

Sie war die erste bestätigte Corona-Infizierte im Raum Ulm. Die heute 46-Jährige verbrachte mehrere Tage in Quarantäne am Universitätsklinikum Ulm. Bekannte hielten anschließend Abstand von ihr, behandelten sie "wie eine Aussätzige". Genau ein Jahr ist das jetzt her. Wie geht es ihr heute? Was hat sich seither verändert?

Es war ein Montag. Am 2. März 2020 gegen 18 Uhr bekam sie die Diagnose, dass sie als erste Ulmerin positiv auf Covid-19 getestet wurde. An den Tag kann sie sich noch gut erinnern. Mit einer Reisegruppe aus dem Raum Ulm war sie in den Faschingsferien in Südtirol beim Skifahren. Die Region galt zu dem Zeitpunkt noch nicht als Risikogebiet.

An den letzten drei Tagen der Urlaubsreise bemerkte die Frau, die lieber anonym bleiben möchte, erste Erkältungssymptome: Halsschmerzen, Husten, Schüttelfrost. Drei Tage hätte das angedauert. Aber bei Minustemperaturen auf der Piste habe sie sich dabei nichts gedacht. Doch ihr Chef bei der Arbeit bestand darauf, dass sie sich testen lässt - auch nachdem sowohl Hausarzt als auch das Gesundheitsamt wohl meinten, sie brauche sich keine Sorgen machen. Sie sei ja in keinem Risikogebiet gewesen. Noch dazu habe sie sich fit gefühlt.

Reaktion nach Corona-Diagnose in Ulm: "Ich bin fast umgefallen"

Doch es kam anders. "Das war für mich natürlich ein Schock. Ich bin fast umgefallen", war damals ihre Reaktion auf die Diagnose. Sie habe sich gedacht: "Ich hab' doch nichts?!" Wo und wie sie sich angesteckt haben könnte, ist noch immer unklar.

Fünf Tage verbrachte sie in Quarantäne an der Uniklinik - niemand durfte sie besuchen. Erst später wurde sie in häusliche Isolation entlassen. Die Testergebnisse vom Rest ihrer Familie waren damals negativ. Zu Hause lebten sie dann komplett getrennt voneinander. Was heute viele selbst schon mitgemacht oder immerhin aus Erzählungen kennen, war damals vollkommen neu.

Entsprechend seien auch die Reaktionen gewesen, als sie wieder das Haus verlassen durfte. Neben den "schönen" und "freudigen" Momenten, hätten Bekannte aber auch bewusst Abstand von ihr gehalten. Für die 46-Jährige sei das ein merkwürdiges, trauriges Gefühl gewesen "wie ein Aussätziger". Doch auch für die Behörden war das damals offensichtlich noch ein sehr unbekanntes Terrain. Als "absolut überfordert" beschrieb die 46-Jährige vor einem Jahr den Austausch mit dem Ulmer Gesundheitsamt.

Wie geht es Ulms erster Corona-Infizierten heute?

Und heute? Von den Ämtern habe sie seither nichts mehr gehört. Zu einer zweiten Infektion ist ihr nichts bekannt. Nach einer Geburtstagsparty im Spätsommer, wo es einen Corona-Fall gab, sei sie als Kontaktperson noch mal getestet worden. Das Ergebnis sei negativ gewesen. Ein weiterer Test habe zudem ergeben, dass sie noch über Antikörper verfüge.

Gesundheitlich spüre sie also weiterhin keine Folgen der Corona-Infektion. Auswirkungen auf ihr Leben hat das Virus aber. Denn: "Ich bin auf Corona gar nicht so gut zu sprechen", sagt die 46-Jährige. Die derzeitige Situation, mit all den Beschränkungen, gehe ihr auf die Nerven. Sie halte sich zwar weitestgehend an die Vorgaben und sie habe Verständnis dafür, dass besonders gefährdete Menschen geschützt werden müssten, doch ihr vergeht mittlerweile die Lust am Lockdown. "Das passt mir vorne und hinten nicht." Sie wünscht sich das Leben zurück, wie es vor dem Virus war.

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