Newsticker

Weltweit mehr als eine Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein Krankenhaus für die Ärmsten

Roggenburg

05.04.2015

Ein Krankenhaus für die Ärmsten

Zwei Schulgebäude und einen Kindergarten hat Familie Dürr mittlerweile in Kenia errichtet. Dort bekommen alle Kinder, auch die, die nicht im Kinderdorf leben, jeden Tag ein zweites Frühstück und ein Mittagessen.
3 Bilder
Zwei Schulgebäude und einen Kindergarten hat Familie Dürr mittlerweile in Kenia errichtet. Dort bekommen alle Kinder, auch die, die nicht im Kinderdorf leben, jeden Tag ein zweites Frühstück und ein Mittagessen.

Seit 18 Jahren hilft Familie Dürr aus Ingstetten mit ihrem "Projekt Schwarz-Weiß" Kindern in Kenia. Auch eine Klinik hat sie dort eröffnet. Allerdings wird noch händeringend ein Arzt gesucht

Derzeit wird sie noch von einem klinischen Leiter betrieben. „Aber ein klinischer Leiter darf nicht alles“, erklärt Marcel Dürr, der als ältester Sohn in Roggenburg die Stellung hält. Wenn ein kenianischer Arzt für die Klinik gefunden würde, könnte ein größeres Angebot für die Patienten geschaffen werden. „Wir hätten dann die Möglichkeit, auch kleinere Operationen durchzuführen und Kinder auf die Welt zu bringen“, erklärt Dürr. Die sanitären und stationären Räume seien da – und die möchte man natürlich auch nutzen, so Dürr. Auch ein 24-Stunden-Betrieb soll nach Möglichkeit in naher Zukunft aufgenommen werden.

Täglich kommen mehrere Patienten in die Klinik. Bisher wird für die Behandlung ein kleiner Obolus fällig, diese Vorgehensweise soll sich noch ändern: Es sollen finanzielle Töpfe bereit gestellt werden, die denen zu gute kommen, die auch den geringen Betrag nur schwer aufbringen können. Sozialarbeiter sollen zudem in die Dörfer geschickt werden und das medizinische Angebot so auch bekannter machen.

Über 60 Waisenkinder wurden im Kinderdorf bereits aufgenommen. Täglich würden mehrere 100 Menschen ernährt. „Eigentlich möchten wir uns jetzt gar nicht mehr so sehr vergrößern“, sagt Dürr. Dennoch gibt es auch so mehr als genug Arbeit: Ein zweites Schulgebäude muss fertig gestellt werden. Bodenplatten sind bereits überall verlegt, jetzt sollen sechs weitere Klassenzimmer eingerichtet werden. „Eventuell wollen wir auch Solarmodule integrieren“, erklärt Dürr. So sei das Dorf unabhängig vom Stromnetz, bei dem es immer wieder einmal zu Stromausfällen komme. Dafür müsse man sich jetzt aber erst einmal damit beschäftigen, wie das Ganze unterhalten werden kann. „Und was natürlich auch immer ansteht, ist vernachlässigte oder ausgesetzte Babys und Kinder aufzunehmen, die uns das Jugendamt bringt“, sagt Dürr. Platz im Kinderdorf sei auf jeden Fall vorhanden.

Für die ganzen anstehenden Projekte ist der Verein auf Spenden angewiesen, am Ende eines jeden Jahres wird eine Spendenquittung ausgestellt. Auch durch eine Patenschaft kann der Verein unterstützt werden. „Man hat dann zum Beispiel auch die Möglichkeit mit dem Kind dann Briefe auszutauschen“, erklärt Dürr. Wenn jemand in Kenia vor Ort sei, bestehe zudem die Möglichkeit nach einer kurzen Terminabsprache beim Projekt vorbeizuschauen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren