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Neu-Ulm

01.04.2017

Ein Krönchen für die Elefantensiedlung

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2 Bilder
Ein kleines Krönchen gab’s für das Richtfest an der Vorwerkstraße.
Bild: Alexander Kaya

Neu-Ulm schafft neue, bezahlbare Appartements: Wohnbaugesellschaft feiert den Rohbau in der Vorwerkstraße.

Man musste schon genau hinschauen, um zu sehen, dass in der Vorwerkstraße Richtfest gefeiert wurde. Während bei anderen Bauvorhaben protzige Riesenkronen am Kran in der Luft schweben, hing an diesem sonnigen Nachmittag in der Elefantensiedlung nur ein zartes Kränzchen am Haken. Das jedoch tat der Symbolik keinen Abbruch: Denn es galt dem Bauprojekt der Neu-Ulmer Wohnbaugesellschaft, die ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus aus dem Boden stampfte. Das sei ein weiterer Baustein auf Neu-Ulms Weg zu mehr bezahlbarem Wohnraum, sagte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zwischen historischen Erinnerungsstücken und alten Baumriesen.

Denn in der Elefantensiedlung, benannt nach der „Kunst am Bau“ (einem größeren und einem kleineren Elefanten aus Stein), befand sich die Bundesfestung, das 1850 errichteten Fort 12. Ein Teil dessen stehe noch immer an der Westseite des Gebäudes. Auf der „parkähnlichen Anlage“ begann die Nuwog Mitte vergangenen Jahres mit dem Bau von 2000 Quadratmetern Wohnfläche. Nach Auskunft des Geschäftsführers der Wohnbaugesellschaft entstehen derzeit auf vier Etagen vier Zwei-Zimmer- und 25 Drei-Zimmer-Wohnungen – alle sind barrierefrei und haben eine Loggia.

„Die Aufgabe war nicht einfach“, sagte Oberbürgermeister Noerenberg gestern. Es galt, schnell auf die Wohnraumnot zu reagieren. Heipp, der vor eineinhalb Jahren die Leitung der Nuwog übernahm, habe sofort die Elefantensiedlung im Blick gehabt. Die Nuwog kaufte der Stadt das Grundstück, auf dem einst ein Kindergarten stand, im Jahr 2014 ab und investierte elf Millionen Euro in die Erneuerung des Viertels, das in den 1950er-Jahren vom Bund in recht einfacher Bauweise in tristen Farben errichtet wurde. Die Nuwog versuchte, das Areal zu beleben und zeigte das auch im Anstrich der Häuser: Fortan sind die Gebäude an der Vorwerkstraße bunt.

Welche Farbe das neue Haus haben wird, blieb gestern noch unbeantwortet, jedoch gab es bereits Zahlen fürs Bauprojekt: Insgesamt 5,3 Millionen Euro wird das Haus Vorwerkstraße 23/1 insgesamt kosten. Es soll einen weiteren Baustein im Programm der Baugesellschaft bilden, die bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 400 Wohnungen fertigstellen möchte. Nach den 36 Wohnungen an der Münsterblickstraße, die erst nach viel Protest der Anwohner im Sommer 2016 gebaut werden konnten, und den 31 Wohnungen nun in der Vorwerkstraße steht der Bau von weiteren 80 Wohnungen in den Startlöchern; noch einmal 160 werden derzeit entworfen. Noerenberg hofft nun, dass die Bewohner des neuen Hauses nicht nur auf günstigem Wohnraum ein Zuhause finden, sondern auch eine Gemeinschaft: „Schön wäre, wenn die Bewohner Hilfe und Zusammenhalt erfahren.“

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